Politik
Die Verfolgung der Sufis
Zur geistigen und politischen Lage des Iran
Autor: Helmut Gabel
Kategorie: Geistes- und Sozialwissenschaften / Politik
Ausgabe Nr.: 44
Das Interview behandelt die Lage der Sufis im Iran angesichts der herrschenden politischen und religiösen Verhältnisse. Viele Sufis wurden verhaftet und gefoltert, um sie zu falschen Geständnissen zu zwingen. Es gab auch einige Verleumdungsversuche seitens der Regierung, um den guten Ruf der Sufis in der Bevölkerung zu untergraben.Was bedeutet der dortige Umgang mit den Sufis für Europa? Welche Möglichkeiten gibt es, den Iran auf dem Weg in ein freiheitliches Land zu unterstützen? Diesen Beitrag weiterlesen »
Peru: Aufstand gegen das Gold
Gerade erreichte uns folgende Nachricht des Vereins Rettet den Regenwald e.V.:
Auf 4000 Metern Höhe in den peruanischen Anden bewachen seit fast zwei Wochen mehr als 8000 Bauern dutzende von Bergseen. Die natürlichen Wasserspeicher sind akut vom Goldbergbau bedroht. Für die Bauern sind die Seen lebenswichtig, denn sie liefern Wasser für die Vieh- und Landwirtschaft im Tal. Sie bitten den neuen peruanischen Präsidenten seine Wahlversprechen einzulösen und sich gegen das Gold- und Kupferbergbauprojekt Conga auszusprechen. Der Verein bittet um Hilfe für die Bevölkerung Cajamarcas bei der Verteidigung ihrer Grundrechte und der Wasserquellen. Mit Ihrer Unterschrift können Sie die Bauern unterstüzen:
https://www.regenwald.org/aktion/806
Außerdem bittet der Verein darum, kein Gold zu kaufen und zu verschenken, sondern tattdessen Alternativen in Betracht zu ziehen, die die Regenwaldkämpfer untersützen:
https://www.regenwald.org/spende/92/nachhaltige-geschenke-fur-den-regenwald
Weitere Informationen zum Thema
Rettet den Regenwald e. V.
Jupiterweg 15
22391 Hamburg
040 - 4103804
info@regenwald.org
http://www.regenwald.org
http://www.facebook.com/rettetdenregenwald
Soziale Evolution, Weltparlament und Bewusstsein
Plädoyer für eine vereinigte Menschheit
Autor: Andreas Bummel
Kategorie: Politik
Ausgabe Nr.: 48
Wie kann eine konstruktive Lösung der derzeitigen Weltlage aussehen? Wie können wir Politik, Gesellschaft und unsere Zukunft neu denken und zu einer wirklichen Weltgemeinschaft zusammenwachsen? Was genau soziale Evolution ist und wie wir eine neue Sichtweise auf Ereignisse bekommen können, erklärt der Autor in folgendem Plädoyer.
Die soziale Evolution kann als ein kontinuierlicher Zusammenschluss und Zerfall von menschlichen Gemeinschaften verstanden werden. In einem Wechselspiel zwischen Kooperation und Konkurrenz wetteifern sie um Siedlungsgebiete, Rohstoffe, Nahrung oder politische Kontrolle. Im Zuge der technologischen Entwicklung und des Bevölkerungswachstums sind die sozialen Einheiten immer differenzierter und ihre Verflechtungen miteinander immer komplexer geworden. Innerhalb der Gemeinschaften bilden sich Regeln aus, die das Zusammenleben möglichst friedlich organisieren, wenn auch vorwiegend im Interesse einer herrschenden Schicht, die die Gewaltanwendung sowie die Verteilung der Ressourcen kontrolliert. Gegenüber anderen Einheiten herrscht Misstrauen und die Bereitschaft zur Gewalt ist hoch. Krieg, Unterdrückung, Sklaverei und Assimilation waren charakteristisch für den Prozess. Demokratie, Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht sind historisch gesehen neue Entwicklungen.
Die Anzahl der Einheiten ist im Verlauf der Geschichte zurückgegangen. Ihre maximale Größe und der Organisationsgrad sind gewachsen. Aus Jägern und Sammlern, Hirtennomaden und sesshaften Gemeinschaften sind unter anderem Stadtstaaten, Fürstentümer, dynastische Imperien, Kontinentalreiche und die heutigen Territorialstaaten entstanden. Um 1500 v. Chr. existierten bei einer Weltbevölkerung von geschätzten 50 Millionen Menschen vielleicht 600.000 politische Einheiten. Auf Rückfälle wie dem Zerfall des Römischen Reiches folgten neue Konsolidierungsprozesse. In seinem berühmten Werk »Über den Prozess der Zivilisation« hat Norbert Elias (1995 [1939]) die Entwicklung ab demMittelalter beschrieben. Nach Elias befinden sich die Staaten der Welt heute nach wie vor in einem ständigen Konkurrenzkampf, der auf die Bildung von immer größeren Herrschaftseinheiten mit einem übergreifenden Gewaltmonopol hindrängt.
Das Verflechtungssystem zwischen den führenden Staaten der Welt ist durch die Verfügung über Nuklearwaffen ab dem Ende des ZweitenWeltkrieges einem fundamentalen Wandel unterworfen. Aufgrund des atomaren Vernichtungspotentials, bis hin zur fast vollständigen Auslöschung, ist eine direkte kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Großmächten als Mittel zur Lösung von Konflikten oder zur Machtexpansion selbstmörderisch geworden. Sie befinden sich, in den Worten von Wilhelm Wolfgang Schütz, in einer »Interdependenz des Untergangs « (1956:162). Dies bedeutet, dass eine Konsolidierung des Staatensystems zu einer Einheit durch Zwang nicht möglich ist. Nach einem Dritten Weltkrieg wäre nicht viel von unserer Zivilisation übrig. Bis es zur freiwilligen Bildung eines weltstaatlichen Gewaltmonopols kommt, verbleibt das System also in einem gefährlichen instabilen Zustand. »Selbst wenn wir einmal annehmen, dass es nicht zurWeltkatastrophe kommen sollte, so scheint es doch für alle voraussehbare Zeit [das unglückliche Los der Menschheit zu sein], in steter Furcht vor dieser Katastrophe leben zu müssen«, so der Politikwissenschaftler John H. Herz (1961: 129).
Das System ist nicht nur sicherheitspolitisch instabil. Es hat inzwischen auch seine Steuerungsfähigkeit verloren. Die technologische Revolution der letzten beiden Jahrzehnte hat eine immer stärkere globale Verflechtung fast aller Lebensbereiche vorangetrieben. Zentral wichtige Politikfelder und Herausforderungen sind der Kontrolle durch die Nationalstaaten entglitten. Die Tätigkeit der internationalen Institutionen spiegelt den niedrigsten gemeinsamen Nenner der widerstreitenden Regierungsinteressen wieder. Die nationalen Regierungen sind stark darauf erpicht, an ihrer tradierten, aber inzwischen ausgehöhlten Souveränität festzuhalten. Das gilt für das globale Wirtschafts- und Finanzsystem, wie die Finanzkrise seit 2007 eindrücklich zeigt, aber vor allem auch in der Klimapolitik.
Inzwischen gibt es einen breiten internationalen Konsens darüber, dass eine Klimaerwärmung von mehr als zwei Grad Celsius in diesem Jahrhundert unabsehbare katastrophale Folgen für die Menschheit hätte. Die Transformation zu einer nachhaltigen, postfossilenWelt kann allerdings »nur dann gelingen«, so der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, »wenn Nationalstaaten ihre kurzfristigen Interessenkalküle zugunsten globaler Kooperationsmechanismen zurückstellen« (WBGU 2011: 1).
Die Nichtexistenz einer regierungsfähigen politischen Weltgemeinschaft ist die gefährlichste Eigenschaft des heutigen Weltsystems. Die weitere Evolution und das langfristige Überleben der menschlichen Zivilisation macht die Entwicklung einer demokratischen Weltföderation erforderlich. Die Welt wird sich politisch zusammenschließen müssen, um den drohenden Zerfall unserer globalen Zivilisation abzuwenden.
Im Kern handelt es sich nicht nur um eine machtpolitisch-strukturelle, sondern stärker noch um eine intellektuell-kognitive Herausforderung. Zwischen Soziogenese und der Psychogenese des Menschen besteht nach Elias nämlich ein untrennbarer Zusammenhang. Erst mit wachsender Komplexität der sozialen Verflechtungen, die für den Staatsbildungsprozess und die Modernisierung charakteristisch sind, entwickelten sich stärkere Affektkontrolle, Rationalität und ein ausgeprägtes Schamgefühl.
[...]
Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Tattva Viveka 48
Zur Webseite des Autors: www.unpacampaign.org
Katastrophik
Der spirituell interessierte Mensch kennt sich aus mit den Weltuntergangsszenarios. 2012 und das Ende des Maya-Kalenders sind hier nur die Spitze des Eisbergs. Wir hören u.a. von einem Finanzcrash, der dieses Jahr noch eintreten soll, von der Ankunft der Außerirdischen, was die Menschheit erschüttern wird, von ökologischen Katastrophen und von einem Ende unserer Zivilisation, wie wir sie kennen. Komplementär dazu glauben viele an den Beginn eines neues Zeitalters der Erwachten, wo unsere spirituelle Nische zum gesamtgesellschaftlichen Phänomen anschwellen würde.
Allen diesen Zukunftserwartungen ist eines gemeinsam: sie sind reine Vorstellungen. Der Philosoph Walter Benjamin prägte den Satz: „Die Katastrophe ist nicht das, was uns droht, sondern dass es immer so weiter geht.“
Das Drohende ist etwas in der Zukunft. Es ist nicht jetzt und nicht hier. Es macht Angst und lähmt unsere Handlungskraft. Während wir also das, was in der Zukunft droht - oder verheißen wird - in unserer Aufmerksamkeit haben, verlieren wir das aus dem Blick, was wirklich ist: das Sein, das Hier und Jetzt.
Nur hier und jetzt können wir handeln und etwas verändern. Um aber eine richtige Handlung bestimmen und ausführen zu können, müssen wir zuerst erkennen und anerkennen, was ist.
Allzugerne bewerten und beurteilen wir und reden es schöner oder hässlicher, als es ist. Nur allzuungern gestehen wir uns und anderen die reine Wahrheit ein. Die Wahrheit über unsere Unzulänglichkeiten, Ängste, Schwächen. Aber das ist es, was uns zu Menschen macht. Wären wir vollkommen, wären wir keine Menschen. „Ich bin der, der ich bin“, war der Satz, den Gott im Dornbusch sprach. Damals galt dies nur für Gott und es war das, was ihn zu Gott machte: die vollkommene Selbstidentität und unverstellte Selbstannahme. Heute sind wir Menschen so weit, die zu werden, die wir sind. Wir sind weder so heilig, dass wir alle erleuchtet sein werden, noch sind wir so sündig, dass wir in einer höllischen Katastrophe enden werden. Es wird einfach immer so weiter gehen. Es sei denn, wir nehmen unsere Verantwortung an und tun, was in unserer Macht steht.
Dieser Artikel erschien in der Printausgabe der Zeitschrift SEIN, Juni 2011, www.sein
Ein Yoga für die Erde
Green Yoga – Plädoyer für ein öko-yogisches Bewusstsein
Autor: Hardy Fürch
Kategorie: Geistes- und Sozialwissenschaften / Politik
Ausgabe Nr.: 41
Angesichts der ökologischen und sozialen Krisen der heutigen Zeit, die eine globale Dimension angenommen haben, wird ein innerer Wandel der Menschen immer notwendiger. Äußere moralische Appelle haben nicht die Kraft zu diesem Wandel. Fürch plädiert deshalb für einen praktischen Weg der persönlichen Erfahrung. Auf Grund der breiten gesellschaftlichen Akzeptanz sieht er im Yoga einen geeigneten Ansatz für ein lebensförderliches Bewusstsein – und erweitert das Verständnis von Yoga um ökologische, ökonomische und politische Aspekte.












