Die Bergpredigt in der Auffassung des Vedanta

Bergpredigt und Vedanta


 

Die Seligpreisungen und der gottesbewusste Mensch

Autor: Swami Prabhavananda
Kategorie: Christentum
Ausgabe Nr: 65

 

 

 
Die Seligpreisungen der Bergpredigt werden hier von einem Vertreter des Vedanta interpretiert. Die Charaktereigenschaften eines gottesbewussten Menschen, wie sie in den Seligpreisungen dargestellt werden, sind ein Segen für die ganze Welt. Ein solcher Mensch hat Hass und Egoismus überwunden und die Liebe zu Gott so weit verwirklicht, dass es ihm auch möglich ist, die Menschen und die ganzen Schöpfung zu lieben.

 

DIE SELIGPREISUNGEN

Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich.

In dieser ersten Seligpreisung spricht Jesus von dem wesentlichen Charakterzug, den der Schüler haben muss um für das aufnahmebereit zu sein, was der erleuchtete Lehrer ihm zu geben hat: er muss »arm im Geist«, das heißt, er muss demütig sein. Wer stolz ist – auf seine Gelehrsamkeit, seinen Reichtum, seine Schönheit, seine Familie – oder wer Vorurteile hat gegenüber dem spirituellen Leben und gegen die Art, in der es gelehrt wird, dessen Geist ist nicht empfänglich für die höheren Unterweisungen. In der Bhagavad Gita lesen wir: »Diese erleuchteten Seelen, die die Wahrheit verwirklicht haben, werden euch in der Erkenntnis BRAHMANS (dem transzendenten Gottesaspekt) unterweisen, wenn ihr euch Ihnen in Demut nähert, sie befragt und ihnen als Schüler dient.«
Wir alle möchten gern Lehrer sein. Aber bevor wir es werden können, müssen wir lernen, Schüler zu sein – wir müssen Demut lernen.

 

Selig die Trauernden,
denn sie werden getröstet werden.

 

Solange wir uns reich dünken, wenn wir weltliche Güter oder weltliche Kenntnisse besitzen, können wir keine spirituellen Fortschritte machen. Erst wenn wir uns »arm im Geiste« fühlen, wenn wir darunter leiden, dass wir die göttliche Wahrheit nicht verwirklicht haben, nur dann werden wir getröstet werden. Zweifellos leiden wir alle – aber um was? Um den Verlust weltlicher Güter und Freuden. Aber das ist nicht die Art von Leiden, von der Jesus spricht. Das Leiden, das Jesus »gesegnet« nennt, ist sehr selten und erwächst aus einem Gefühl der spirituellen Verlorenheit und Einsamkeit. Es ist das Leiden, das unweigerlich kommt, bevor Gott uns tröstet. Die meisten von uns sind mit dem oberflächlichen Leben, das sie führen, ganz zufrieden. Vielleicht spüren wir im Grunde unseres Bewusstseins, dass uns etwas fehlt. Meistens hoffen wir aber, dass diesem Mangel mit Hilfe weltlicher Dinge abgeholfen werden kann. Diese falsche Bewertung ist die Folge unserer Unwissenheit. Über die Natur dieser Unwissenheit sagt der indische Philosoph Shankara, dass das Subjekt, das Erkennende (Selbst oder Geist), dem Objekt, dem Erkannten (Nichtselbst oder Materie) ebenso entgegengesetzt ist wie das Licht der Finsternis. Es ist sehr leicht, mit dem Verstand zu begreifen, dass das wahre Selbst etwas anderes ist als der Körper, ebenso, wie wir etwas anderes sind als die Kleider, die wir tragen. Dennoch sagen wir, wenn unser Körper krank ist: »Ich bin krank«. Intellektuell vermögen wir wohl zu erfassen, dass zwischen den wahren Selbst und unserem Denken ein Unterschied besteht. Kommt aber eine Welle des Glücks oder des Leidens über uns, sagen wir: »Ich bin glücklich«, oder »Ich bin unglücklich«. Ebenso identifizieren wir uns mit unseren Verwandten und Freunden: etwas, was ihnen geschieht, scheint uns zu geschehen. Wir identifizieren uns mit unseren Besitztümern, wir haben das Gefühl, als hätten wir uns selbst verloren, wenn wir unsere Güter verlieren. In dieser Unwissenheit lebt die gesamte Menschheit. Sie kann nur durch unmittelbare Gotteserkenntnis beseitigt werden. Wenn das Leiden über uns kommt, das Jesus uns wünscht – wenn wir Gottes wegen Tränen vergießen –, dann bereiten wir den Weg für den Trost aus der Erkenntnis Gottes. Wir müssen einen Zustand erlangen, in dem wir fühlen, dass nichts anderes uns Frieden zu geben vermag als die Vision Gottes. Dann zieht Gott unser Bewusstsein an sich, wie der Magnet eine Nadel an sich zieht – und wir fühlen uns getröstet.

 

Selig sind die Sanftmütigen,
denn sie werden das Erdreich besitzen.

 

Unwissenheit und Täuschung sind für das ungeläuterte Denken charakteristisch. Diese Unwissenheit wird durch unser Egogefühl – durch unsere Vorstellung, dass wir voneinander und von Gott getrennt seien – unterstützt und gefestigt. Wenn das Denken von der Täuschung frei werden soll, muss der Egoismus überwunden werden. Darum: selig sind die Sanftmütigen! Warum aber sagt Christus, dass sie das Erdreich besitzen sollen? Das scheint uns zunächst schwer verständlich. Es heißt, dass wir die egoistische Vorstellung aufgeben sollen, dass wir Dinge besitzen könnten, dass irgendetwas ausschließlich uns, dem Individuum, gehören könnte. Wir mögen nun vielleicht denken: ›Aber wir sind doch gute Menschen! Wir stehlen nicht! Wir haben für alles, was wir besitzen, gearbeitet und es uns verdient. Es gehört uns zu Recht.‹ Die Wahrheit aber ist, dass uns überhaupt nichts gehört. Alles gehört Gott. Wenn wir irgendetwas im Universum als uns gehörig betrachten, eignen wir uns Gottes Besitz an.
Was ist dann also ›Sanftmut‹? Sanftmut ist, sich Gott anheimzugeben, ohne das Gefühl von ›Ich‹ und ›Mein‹ zu leben. Das heißt nicht, dass wir keine materiellen Güter, keine Familie und so weiter haben sollten. Nur müssen wir uns freimachen von der Vorstellung, dass sie uns gehören. Sie gehören Gott. Wir sollen uns als Diener Gottes betrachten, denen ER die Sorge für Seine Geschöpfe und Seinen Besitz anvertraut hat. Sobald wir diese Wahrheit verstehen und unsere falschen individuellen Ansprüche aufgeben, entdecken wir, dass letzten Endes alles uns gehört.

 

Carl Heinrich Bloch, Die Bergpredigt, 1877


Carl Heinrich Bloch, Die Bergpredigt, 1877

 

Eroberer, die durch Waffengewalt Herr über die Welt werden wollten, ernteten niemals etwas anderes als Leiden, Sorgen und Verdruss. Geizhälse, die ungeheure Reichtümer anhäufen, sind Sklaven ihres Geldes, sie besitzen es niemals wirklich. Derjenige aber, der jedes Gefühl von Bindung aufgegeben hat, genießt die Vorteile, die Besitz gewährt, ohne die Leiden, die er mit sich bringt.
Manche lieben dieses Christuswort nicht, weil sie glauben, dass der Sanftmütige es niemals zu etwas bringen könnte. Sie denken, dass es im Leben kein Glück geben kann, ohne dass man »zupackt«. Sagt man ihnen, dass sie ihr Ego aufgeben und sanftmütig sein sollen, fürchten sie, alles zu verlieren. Aber das ist ein Irrtum. Um es mit den Worten Swami Brahmanandas auszudrücken: »Die in den Sinnen Lebenden glauben, dass sie das Leben genössen. Was wissen sie vom Genuss? Nur die von göttlicher Seligkeit Erfüllten genießen das Leben wirklich.« Man muss diese Wahrheit erfahren, nur dann wird man überzeugt werden.
Der spirituell Strebende, der aufrichtig Christi Gebot der Sanftmütigkeit befolgt, wird merken, dass es sehr wirksam ist. Er wird entdecken, dass Ärger und Empfindlichkeit durch Sanftmut und Liebe besiegt werden können. Der chinesische Mystiker Laotse hat diese Wahrheit wie folgt ausgedrückt: »Von den weichen und schwachen Dingen der Welt ist keines schwächer als das Wasser. Und doch kommt nichts ihm gleich in der Überwältigung des Festen und Starken. Das Weiche überwindet das Harte. Brutalität und Härte sind Gefährten des Todes, Weichheit und Zartheit Gefährten des Lebens.« Wenn wir unser Ego aufrichtig Gott hingeben, wenn wir sanftmütig sind, werden wir alles gewinnen; wir werden das Erdreich besitzen.

 

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit,
denn sie werden satt werden.

 

Was ist diese ›Gerechtigkeit‹, nach der wir hungern und dürsten sollen? Es ist die Gerechtigkeit, die an vielen Stellen des Alten Testaments praktisch gleichbedeutend mit Erlösung ist – mit anderen Worten: Befreiung vom Übel und Vereinigung mit Gott. Was wir gewöhnlich unter Moral, Tugend oder sonstigen guten Eigenschaften verstehen, hat mit dieser Gerechtigkeit nichts zu tun –, es ist die absolute Gerechtigkeit, die absolute Güte. Der Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit, von der Jesus spricht, ist ein Hungern und Dürsten nach Gott selbst.
Es wurde vorher schon darauf hingewiesen, dass die meisten von uns kein wirkliches Verlangen nach Gott haben. Wenn wir uns ernsthaft prüfen, werden wir finden, dass unser Interesse an Gott nicht annähernd so stark ist wie unser Interesse an aller Art von weltlichen Objekten. Aber schon das schwache Verlangen nach Erkenntnis der göttlichen Wirklichkeit ist ein Anfang, der uns weiterführen kann. Wir müssen mit eigenem Bemühen beginnen, wir müssen darum kämpfen, Liebe zu Gott zu entwickeln, an IHN zu denken im Gebet, in Verehrung und Meditation. Durch solche spirituellen Übungen wird unser schwaches Verlangen intensiviert, bis zuletzt ein ungeheures Sehnen und ein brennender Durst daraus geworden sind.

 

Bergpredigt

 

Wir müssen lernen, all unsere Gedanken und Kräfte bewusst auf Gott zu richten. Ein einziger, starker Gedankenstrom muss in uns alles andere Verlangen, alle Leidenschaften, die uns vom spirituellen Ziel fern halten, verschlingen. Wenn unser Bewusstsein auf einen Punkt gerichtet, ganz auf Gott konzentriert wird, dann werden wir mit Gerechtigkeit erfüllt werden.
Ein Schüler fragte einmal seinen Lehrer: »Herr, wie kann ich Gott verwirklichen?«
»Komm!« erwiderte der Lehrer. »Ich will es dir zeigen.« Er ging mit dem Jungen an einen See, und beide gingen in das Wasser. Plötzlich fasste der Lehrer den Kopf seines Schülers und drückte ihn unter Wasser. Einige Augenblicke später ließ er ihn los und fragte: »Nun, was hast du empfunden?« »Oh!« keuchte der Schüler. »Ich bin fast gestorben vor Verlangen nach Luft!« Darauf sagte der Lehrer: »Wenn dein Verlangen nach Gott genauso stark ist, dann wirst du auf Seine Vision nicht mehr lange zu warten brauchen.«

 

Selig sind die Barmherzigen,
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

 

Barmherzigkeit ist eine der unerlässlichen Voraussetzungen dafür, dass wir die göttliche Wahrheit empfangen können. Neid, Eifersucht und Hass gehören zu den dem Menschen angeborenen, allgemeinen Schwächen. Sie sind mit unserem Ego-Gefühl verbunden, das auf Unwissenheit beruht. Wie können wir sie überwinden? Indem wir eine entgegengesetzte Gedankenwelle erzeugen. Wenn jemand glücklich ist, sollen wir nicht eifersüchtig sein, sondern vielmehr versuchen, Freundschaft und Übereinstimmung mit ihm zu verwirklichen und mit ihm glücklich zu sein. Ist jemand unglücklich, so soll uns das nicht freuen – wir müssen mit ihm fühlen und barmherzig sein. Sei nicht neidisch, wenn ein Mensch gut ist, hasse ihn nicht, wenn er schlecht ist; sei gleichgültig gegenüber dem Bösen. Jeder Hassgedanke, auch der so genannte »gerechte« Hass, wird in unserem Herzen eine Welle von Hass erzeugen und unsere Unwissenheit und Ruhelosigkeit vermehren. Solange diese Gedankenwelle nicht verebbt ist, können wir Gott nicht lieben oder an IHN denken. Wenn wir Gott finden wollen, müssen wir in der Barmherzigkeit Gott-ähnlich werden. Mein Meister pflegte zu sagen: »Welches ist der Unterschied zwischen Mensch und Gott? Der Mensch wird, wenn du ihn auch nur einmal gekränkt hast, all deine vorhergegangene Güte vergessen und sich nur an das eine Mal erinnern, da du versagtest. Gott hingegen wird dir Hunderte von deinen Vergehen und Sünden verzeihen und sich an die wenigen Male halten, da du aufrichtig zu IHM gebetet hast. Die Sünde existiert nur in den Augen der Menschen – Gott sieht nicht auf des Menschen Sünde.«

 

Selig, die ein reines Herz haben,
denn sie werden Gott schauen.

 

Wir finden in jeder Religion zwei Grundgedanken: das Ideal, das verwirklicht werden soll, und die Methode der Verwirklichung. Alle Schriften der Welt haben dieselbe Wahrheit verkündet: dass Gott existiert und dass es das Ziel des menschlichen Lebens ist, IHN zu erkennen. Jeder große spirituelle Lehrer hat gesagt, dass der Mensch Gott verwirklichen und im Geiste wiedergeboren werden muss. In der Bergpredigt wird das Erreichen dieses Ideals ausgedrückt als Vollkommenheit in Gott: »Seid ihr darum vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist!« Und die Methode der Verwirklichung, die Christus uns lehrt und die zu dieser Vollkommenheit führt, ist die Läuterung des Herzens.
Welcher Art ist nun diese Reinheit, die wir haben müssen, bevor Gott sich uns offenbart? Wir alle kennen Menschen, die wir als rein im ethischen Sinne bezeichnen würden. Und doch haben sie Gott nicht gesehen. Warum nicht?
Ethisches Leben, ständiges sittlich reines Verhalten ist notwendig als Vorbereitung zur Spiritualität und daher ein Grundprinzip jeder Religion. Aber es befähigt uns nicht, Gott zu sehen. Es ist wie das Fundament eines Hauses, nicht sein Oberbau.
Welchen Test haben wir für Reinheit? Versuche, an Gott zu denken – jetzt, in diesem Augenblick. Was stellst du fest? Der Gedanke Seiner Gegenwart geht durch dich hindurch – wie ein Blitz vielleicht, ein Aufleuchten. Dann aber kommen die vielen Ablenkungen. Du denkst an alles andere im Universum, nur nicht an Gott. Diese Ablenkungen aber sind der Beweis dafür, dass das Denken noch unrein und deshalb nicht aufnahmebereit für die Vision Gottes ist. Die Unreinheiten bestehen aus vielerlei Arten von Eindrücken. Wir haben sie von Geburt zu Geburt gesammelt und in dem unterbewussten Teil unseres Denkens aufbewahrt. Sie sind das Ergebnis der Taten und Gedanken eines Individuums und stellen in ihrer Gesamtheit seinen Charakter dar. Diese Eindrücke müssen vollständig aufgelöst werden, bevor das Denken als rein bezeichnet werden kann. Paulus spricht in seinem Brief an die Römer von dieser Läuterung des Herzens, wenn er sagt: »… wandelt euch durch die Erneuerung eures Sinnes …«

 

Christus und Chrisna

 

Nach der Yoga-Psychologie gibt es für die Eindrücke im Bewusstsein fünf Grundursachen. Die erste ist ganz allgemein die Unwissenheit in Bezug auf unsere göttliche Natur. Gott ist in uns und um uns, aber wir sind uns dieser Tatsache nicht bewusst und sehen anstatt Gott dieses Universum in der Vielfalt seiner Namen und Formen, die wir für wirklich halten – so wie ein Mann, der in der Dämmerung auf dem Boden ein Seil liegen sieht, es für eine Schlange hält. Zweitens das durch Unwissenheit projizierte Egogefühl, das uns glauben lässt, wir seien von Gott und voneinander getrennt. Aus diesem Egogefühl erwachsen unsere Zu- und Abneigungen: das eine Objekt zieht uns an, das andere stößt uns ab. Beides, Zuneigung und Abneigung, sind Hindernisse auf dem Wege zu Gott. Die letzte Ursache für die unreinen Eindrücke im Bewusstsein ist der Durst zu leben, den Buddha ›Tanha‹ nennt und auf den Christus anspielt, wenn er sagt: »Wer sein Leben retten will, wird es verlieren.« Diese Anhänglichkeit an das Leben oder die Angst vor dem Tode ist in allen, den Guten sowohl wie den Bösen. Nur die erleuchtete Seele ist ohne Unwissenheit, ohne Ego, Verhaftung, Abneigung und Todesfurcht. Alle Eindrücke sind ausgelöscht.
Selbst wenn Gott uns in diesem Augenblick spirituelle Erleuchtung anbieten würde, würden wir uns weigern, sie anzunehmen. Selbst wenn wir auf der Suche nach Gott sind, werden wir in dem Augenblick, da wir uns Seiner Vision nähern, in Panik geraten. Instinktiv klammern wir uns an unser oberflächliches Leben und Bewusstsein, wir haben Angst, es aufzugeben, obgleich dies bedeuten würde, in ein unendliches Bewusstsein einzugehen, verglichen mit dem unsere normalen Wahrnehmungen, wie die Gita sagt, »wie eine dunkle Nacht und ein Traum« sind.

Es gibt viele Wege um das Herz zu reinigen. Christus lehrt sie durch die ganze Bergpredigt hindurch. Der Grundgedanke bei allen Methoden ist: Hingabe an Gott. Je mehr wir an Gott denken und Zuflucht bei IHM suchen, desto stärker werden wir IHN lieben und desto reiner wird unser Herz.
Die Grundregel, Gott zum Mittelpunkt des Lebens zu machen, betonen alle Heiligen, die der Juden sowohl wie die der Christen und der Hindus. »Der Herr ist meine Stärke und mein Schutz«, sagt der Psalmist.

Ein Weg, das Denken zur Ruhe zu bringen und zu läutern, ist zu fühlen versuchen, dass wir schon rein und göttlich sind. Das ist keine Täuschung. Gott schuf uns nach Seinem eigenen Bilde. Reinheit und Göttlichkeit sind daher die Grundlage unseres Wesens. Wenn wir unser Leben lang darüber klagen, dass wir Sünder seien, machen wir uns schwach. Ramakrishna pflegte zu sagen, dass man durch die ständige Wiederholung »Ich bin ein Sünder« wirklich zum Sünder würde. Man müsste einen solchen Glauben haben, dass man sagen könnte: »Ich habe den heiligen Namen Gottes gesungen, wie kann da irgendeine Sünde in mir sein?« »Bekenne deine Sünden dem Herrn«, lehrte Ramakrishna, »und gelobe, sie nicht zu wiederholen. Reinige Körper, Denken und Sprache, indem du Seinen Namen singst. Je mehr du dich auf das Licht zubewegst, desto weiter wirst du dich von der Dunkelheit entfernen.«

 

Selig, die Frieden stiften,
denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

 

Nur wenn wir durch die vereinigende Gotteserkenntnis erleuchtet worden sind, werden wir wahrhaft zu Seinen Kindern und Friedensbringern. Natürlich sind wir immer Seine Kinder, auch in unserer Unwissenheit. Aber in diesem Zustand ist unser Ego unreif, es ist selbstbejahend und vergisst Gott. […]

 

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Artikel zum Thema in früheren Ausgaben:

TV 20: Jesus von Nazareth – Rede vom Berge. Die Bergrpedigt (Mt, 5-7)

TV 30-31: Bruder Paulus – Zwiesprache mit Gott. Ein Mönch im 21. Jahrhundert

TV 31: Gabriele Quinque – Der Aufstieg des Ich. Die sieben Ich-bin-Worte Christi

TV 49: Dr. Gunter Friedrich – Der andere in mir. Wegmarken einer Suche

TV 55: Dr. med. Manfred Doepp – Bergpredigt und Medizin. Heilung durch die göttlichen Gesetze

TV 55: Dr. Gunter Friedrich – Weltrevolution der Seele. Ein Erfahrungsweg

TV 63: Krishna Candra Prabhu – Zulassungsbedingungen für Religion.
Eine Aufforderung zur Reflexion anhand 16 innerer Grundhaltungen

 

Bildnachweis: © Carl Heinrich Bloch

 

 

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