Die Käuflichkeit der Künstler

Die Käuflichkeit der Künstler

„Die große Masse der Geistigen – und vor allem der schöngeistigen – ist in trostloser Lage. Schuld ist an dieser Lage aber nicht Charakter, Stolz und Unzulänglichkeit. Die Journalisten, Romanciers und Literaten sind meist zu jedem Kompromiss bereit. Nur wissen sie es nicht. Und eben das ist der Grund ihrer Misserfolge. Denn weil sie es nicht wissen oder wissen wollen, dass sie käuflich sind, darum verstehen sie nicht, von ihren Meinungen, Erfahrungen, Verhaltensweisen jene Teile, für die der Markt Interesse hat, zu lösen. Sie suchen vielmehr ihre Ehre darin, an jeder Stelle ganz sie selbst zu sein. Weil sie sich sozusagen nur im Stück verkaufen wollen werden sie so unverkäuflich wie ein Kalb es wäre, welches der Schlachter einer Hausfrau nur als ungeteiltes Ganzes würde überlassen wollen.“ (Walter Benjamin, gesammelte Schriften Bd. 6, Fragmente vermischten Inhalts, Seite 207f)

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