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08 Feb

Die Polarität der Geschlechter

Die Mann-Frau-Beziehung zwischen alten Wunden und neuen Perspektiven

Autor: Alexandra Schwarz-Schilling
Kategorie: Mann/Frau
Ausgabe Nr: 50

Elemente aus der Psychologie, dem Coaching, schamanischer Energielehre und der Frauenforschung verbindet Schwarz-Schilling zu einem ganzheitlichen Entwurf der Mann-Frau-Beziehung. Weibliches und männliches Prinzip sind komplementär, die Geschlechter bilden eine Polarität. Doch gemeinsam kommen die Energien wirklich in Fluss und das menschliche Potential entfaltet sich.

 

 

 

Die vielen Krisen, die wir heute haben, sind eigentlich Ausdruck einer tiefen Beziehungskrise. Wir Menschen haben kein Vertrauen in unsere Beziehungen untereinander. Wir sind so auf das Individuum fixiert und kultivieren jetzt schon so lange die Illusion der Getrenntheit, dass die Wurzel des Problems – die Vertrauenskrise untereinander – kaum noch erkennbar ist. Auch in unseren heutigen Mann-Frau Beziehungen (auf die ich mich im Folgenden beziehe, wenn ich von Beziehungen spreche) zeigen sich nicht nur individuelle Themen. Sie sind der Ort, an dem sich unser kultureller und gesellschaftlicher Wandel am deutlichsten offenbart. Sie sind der Ort, an dem die alten Rollenbilder von Männern und Frauen am unmittelbarsten aufeinanderprallen und neue Rollenbilder ausprobiert und verhandelt werden.

Hier kommen Hoffnungen und Sehnsüchte sowie unsere Ängste und Enttäuschungen, die mit dem eigenen Lebensentwurf sowie mit dem eigenen Selbstbild verbunden sind, zum Vorschein. Die Angst, mit den eigenen Träumen und Ansprüchen an der Realität einer Beziehung zu scheitern, ist sehr real. Beziehungen sind einerseits ein intimes persönliches Geschehen, deshalb fällt es vielen schwer, offen darüber zu sprechen, anderseits ist inzwischen allgemein bekannt, dass es überhaupt keine Selbstverständlichkeit ist, dass Beziehungen »gut funktionieren«, was immer der oder die Einzelne darunter auch verstehen mag. Dennoch, die Mehrzahl der Menschen möchte nach wie vor eine »feste« Beziehung, obwohl die Zahl der Menschen, die keine »feste Beziehung « leben, kontinuierlich steigt.

 

Der Mann sucht die Frau, um die Verbundenheit mit der gesamten Schöpfung zu erfahren.

 

Viele Menschen in Beziehung sind hin und her gerissen zwischen Kompromissen, Alltagsbewältigung und Gefühlen der Liebe, Nähe und des Genusses. Werden die positiven Anteile weniger, breitet sich zunehmend eine innere Unruhe aus, die die meisten für persönliches Versagen halten. Diese wachsende Unzufriedenheit, die sich zum privaten Unglück steigern kann, können sie dann irgendwann nicht mehr vor der Welt verbergen und es kommt zur Trennung als letztem Ausweg. Die wenigsten Menschen stecken eine solche Trennung einfach weg. Meistens ist sie, neben zurück gewonnenen Freiheiten und der Erleichterung, dem ständigen Druck und Konflikt entkommen zu sein, mit Groll, Enttäuschung und Ärger verbunden und schafft Wunden, die lange schmerzen und die noch vorsichtiger machen. Die Trennungsphase dauert in der Regel länger als gedacht, ihre Verarbeitung noch mal so lange.

 

 

Auf der anderen Seite halten sich viele Menschen ohne feste Beziehung für »beziehungsunfähig « oder sie leiden unter Einsamkeit und verbringen viel Zeit mit der Suche nach dem oder der »Richtigen«, oft jahrelang und ohne dauerhaften Erfolg. Was wir uns dabei nicht klarmachen: Wir haben es mit den Konsequenzen einer enormen Umwälzung zu tun. Ein Teil des Problems ist, dass wir diese Konsequenzen als unser privates Problem betrachten, für das wir alleine ganz persönlich verantwortlich sind. Die globalen und sozialen Wandlungsprozesse verlangen jedoch nach völlig neuen Bildern und Konzepten von Mann und Frau und ihren Rollen. Dies betrifft alle Lebensbereiche: die Partnerschaften, die Arbeitswelt, die Formen des Zusammenlebens, familiäre Strukturen, Konsumentenverhalten. Das Thema Mann-Frau-Beziehung ist also äußerst komplex und beinhaltet mehrere Ebenen. Untersuchen wir zunächst die Grundlagen. Was macht Mann-Sein bzw. Frau- Sein eigentlich aus? Was ist das jeweils Spezifische und woher kommt eigentlich die Anziehung? Beginnen wir deshalb mit dem Modell über die Polarität der Geschlechter.

 

 

Oft finden wir Missverständnisse und Unkenntnis über die Dynamik der Unterschiede zwischen dem männlichen und dem weiblichen Prinzip Leider muss man auch sagen, die Umdeutung und Entwertung des weiblichen Prinzips seit nun fast 5000 Jahren sind ein entscheidender Ursprung für die heutige Beziehungskrise. Das Modell über die Polarität der Geschlechter verdeutlicht die unterschiedliche Auswirkung der jeweiligen Prinzipien bei Mann und Frau. Zusätzlich macht es sichtbar, wie die gegenseitige Anziehung zu Stande kommt und vor allem, welches Potential in der Mann-Frau Beziehung steckt.

 

Die Polarität der Geschlechter

In dieses Modell fließen unterschiedliche Quellen ein. Das Magnetstabmodell mit Plus und Minus stammt von Diana Richardson, die in ihrem Buch »Zeit für Weiblichkeit« wunderbar diesen Energiefluss in der Sexualität beschrieben hat. Die beiden Energiepole sind komplementär. Zusätzlich ist hier das Wissen aus der Tradition nordamerikanischer Ureinwohner/ innen über die unterschiedliche Form der Energieaufnahme von Männern und Frauen integriert. Das Ganze ist in den Zusammenhang von Yin und Yang gestellt. Der jeweilige Plus-Pol verkörpert das männliche Prinzip, dass wir Yang- Prinzip nennen, der jeweilige Minus-Pol verkörpert das weibliche Prinzip, das wir als Yin-Prinzip bezeichnen.

Beginnen wir mit der Energieaufnahme. Indigene Völker haben oft uraltes Wissen bewahrt: Frauen beziehen einen Großteil ihrer Energie von unten aus der Erde, denn von da kommt die Yin-Energie. Sie strömt die Beine hinauf, sie spiralisiert und potenziert sich das erste Mal in den Eierstöcken, wird dann nach oben in die Brüste gebracht, dort spiralt und potenziert sie sich ein weiteres Mal und wird dann an die Welt zurückgegeben beziehungsweise in die Welt gebracht. Dies kann in materieller Form durch die Abgabe von Milch über die Brust geschehen, aber auch über ein Liebesgefühl. Es kann über die Augen geschehen, über die Haut, über Worte oder einfach energetisch. Entscheidend ist, dass die Energien ins Fließen kommen. Frauen sind erfüllt und fühlen sich lebendig, wenn ihre Liebe fließen kann. Liebe ist transformierte Energie. Fülle und Überfluss folgen, wenn die Liebe fließen darf und nicht irgendwo im Körper blockiert wird.

 

Die Frau braucht den Mann, um ihre Energien ins Fließen zu bringen, damit das Leben und die Fülle der Schöpfung sich entfalten können.

 

Männer beziehen den Großteil ihrer Yang-Energie von oben aus dem Himmel (deswegen sind alle heute bekannten männlich dominierten Religionen ebenso wie die meisten gängigen spirituellen Konzepte nach oben ausgerichtet). Sie läuft von oben nach unten gerade durch, spiralt und potenziert sich zum ersten Mal in den Hoden und wird dann häufig über den Penis wieder an die Welt abgegeben, materialisiert in Form von Sperma. Männer wollen ihre Energie, ihre Bewegung, ihre Kraft und ihre Ausdauer spüren und geben. Mit ihrer wachen Präsenz bringen sie die Energien der Frau ins Fließen. Männer wollen ihre Stärke und ihre Bewegungsenergie verschenken.

 

Der Energiekreislauf

 

Der Energiekreislauf

Männer sind nicht in gleicher Weise geerdet wie Frauen. Sie müssen sich bewusst mit der Erde verbinden. Männer, die nicht mit der Erde oder, anders ausgedrückt, mit dem Umfeld verbunden sind, laufen Gefahr, abzuheben. Sie verlieren die Bodenhaftung. Es gibt unzählige Beispiele unverbundener Männer und ihrer Taten. Verbundene Männer treffen Entscheidungen, die dem Umfeld zu Gute kommen. Bei den amerikanischen Ureinwohnern heißt das konkret, dass eine Entscheidung daraufhin überprüft werden sollte, ob sie für die nächsten sieben Generationen von Nutzen sein wird. Nur dann wird sie umgesetzt! Sicherlich kann das für unsere heutige Zeit so nicht übernommen werden, dennoch gibt diese kurze Formel einen Hinweis darauf, was gemeint ist. Entscheidungen werden immer für die Gemeinschaft mit getroffen. Das Ganze wird im Blick behalten, es geht nicht um individuelle Macht oder Status oder kurzfristige Ergebnisse, das ist mit Verbundenheit gemeint.

Alte indigene Völker haben Rituale, in denen es darum geht, die Verbundenheit mit der Erde immer wieder neu herzustellen. Die Schwitzhüttentradition der nordamerikanischen Ureinwohner ist ein Beispiel für ein solches Ritual. Ursprünglich war dieses Ritual nur für Männer, weil Frauen durch ihren Zyklus natürlicherweise diese Verbindung haben und sich einmal im Monat erneuern. Dazu gehen sie in die Mondhütte, um gemeinsam mit den anderen Frauen zu visionieren. Heute ist die Schwitzhütte bei Frauen genauso beliebt und aufgrund unserer kulturellen Abtrennung von der Erde auch für Frauen außerordentlich hilfreich, um sich an ihre zyklische Natur zu erinnern und ihre Verbundenheit mit der Erde wiederzubeleben.

 

 

Ursprünglich sind Frauen natürlicherweise über ihren Zyklus mit allen Rhythmen der Erde und des Mondes verbunden. Männer müssen diese Verbundenheit erst herstellen, sie ist ihnen nicht natürlicherweise gegeben. Eine weitere Möglichkeit für Männer, diese Verbundenheit herzustellen, ist die sexuelle Vereinigung mit einer Frau. Für den Mann ist es möglich, darüber nicht nur den eigenen Anteil am Schöpfungsakt zu spüren, sondern auch Verbundenheit mit der gesamten Schöpfung zu erfahren. Auch deswegen sucht der Mann die Frau. Durch die Geschichte aller Jahrtausende und der Menschwerdung hindurch sucht der Mann die Frau. Die Sexualität hatte ursprünglich auch eine rituelle Bedeutung. Sie diente der Rückverbindung des Mannes mit dem Ursprung. Der Ursprung jedes menschlichen Lebens ist im Schoß der Frau. Das ist das Geschenk, das die Frau in ihrem Schoß für den Mann hat. Religion kommt von (lateinisch) »religare « und bedeutet »rückbinden«. Entscheidend ist das Wissen über diese Möglichkeit. Frauen tragen in ihrem Schoß das Geschenk der Rückverbindung mit der gesamten Schöpfung! Die Frau braucht den Mann, um ihre Energien ins Fließen zu bringen, damit das Leben und die Fülle der Schöpfung sich entfalten können. Alle alten Religionen haben gemeinsam, dass ihre tiefsten Wurzeln jeweils zur sexuellen Vereinigung des Männlichen und des Weiblichen führen. Hierin liegt das eigentliche Mysterium der Schöpfung. Dieses Wissen ging in den letzten Jahrtausenden sozusagen »in den Untergrund«. Bei uns wurde es völlig ausgerottet und auch heute muss man in vie- len Kulturen und Religionen die enormen Entstellungen, Verdrehungen und Konzepte erst durchschauen lernen, um die Ursprünge wieder zu finden.

 

Alle alten Religionen haben gemeinsam, dass ihre tiefsten Wurzeln jeweils zur sexuellen Vereinigung des Männlichen und des Weiblichen führen. Hierin liegt das eigentliche Mysterium der Schöpfung.

 

Sichtbar und manifestiert sind dagegen die Schatten dieses Mysteriums, nämlich, dass die Sexualität etwas Schmutziges, möglichst Verruchtes und auf jedenfall irgendwie etwas Böses ist. Die weibliche Verführung wurde zur Sünde, zur Schande, die Frau sollte sich dafür schämen. In unserer Kultur haben wir das Heilige vom Erotischen getrennt und damit das Mysterium des Lebens entstellt. In den frühen Kulturen gab es dagegen Tempelpriesterinnen, deren Aufgabe es unter anderem war, die jungen Männer in das Mysterium der Sexualität einzuweihen. Wenn der Energiekreislauf zwischen Mann und Frau wirklich ins Fließen kommt, dann geht das mit einem ungemeinen Zugewinn an Lebensenergie einher. Dabei werden beide mit den Energien des jeweils anderen aufgeladen. Dadurch werden beide Prinzipien in beiden Partnern harmonisch ausgeglichen. Die Frau nimmt die Energie des Mannes auf, indem sie sich öffnet. Das bringt ihre eigenen Energien zum Fließen. Bei diesem Öffnen geht es nicht darum »die Beine breit zu machen«. Es geht um ein innerliches Öffnen, um die Bereitschaft, den Mann ganz und gar in sich aufzunehmen, die Bereitschaft, mit seiner Energie zu verschmelzen und sie dann zu transformieren. Dies kann die Frau nur selbstbestimmt und freiwillig tun. Es ist nicht erzwingbar. Sie kann es nur in einem entspannten Zustand. Sie muss dafür bereit sein, den Mann so wie er ist, vollständig an- und aufzunehmen. Dazu ist sie in der Regel nur bereit, wenn sie liebt und spürt, dass diese Liebe bei dem Mann, mit dem sie zusammen ist, Resonanz erzeugt, dass er ihre Liebe annehmen kann.

Wenn die Energien der Frau ins Fließen kommen, vereinigen sich ihre Energien mit denen des Mannes. Tatsächlich ist die Frau der Schlüssel für diese Erfahrung – in der Regel, ohne es zu wissen. Wenn sie sich entsprechend öffnet beziehungsweise hingibt, bringt sie die miteinander verschmolzenen Energien nach oben. Die Energien werden transformiert, potenziert und verströmen sich dann weit über den physischen Körper hinaus. Dieser Prozess findet im und durch den Körper der Frau statt – oder er findet gar nicht statt. Diese Erfahrung passiert selten einfach so. Sie soll hier auch eher das Potential andeuten, das in der sexuellen Erfahrung enthalten ist. […]

 

Den kompletten Artikel finden Sie in der Tattva Viveka 50

Dieser Artikel ist auch als PDF zum Download erhältlich:

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Bildnachweis: © Rita M., M. Maskus, Meredith Farmer

3 Kommentare
  • Cornaro
    Veröffentlicht um 13:39h, 02 September Antworten

    Sehr geehrte Frau Schwarz-Schilling
    Warum stellen Sie immer den Mann sprachlich an erste Stelle, z.B., „Mann-Frau-Beziehung“ anstatt „Frau-Mann-Beziehung“, „von Mann und Frau“, etc.? Konditionierung oder möchten Sie dabei das männliche Ego schonen? Wissende Frauen wollen doch endlich von diesen verkehrten patriachalischen Beziehungsmustern, die auf Entwertung und Entmächtigung der Frau basieren, weg kommen und das natürliche Geschlechterverhältnis wiederherstellen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Frau Cornaro

    • Andreas Walter
      Veröffentlicht um 01:10h, 15 Juli Antworten

      Blödsinn. Sie sind es doch selbst, Cornaro, der/die in dem Glaubenssatz, in dem Muster „feststeckt“, denn in der Einheit, im Gleichgewicht spielt es ja gar keine Rolle, ob der Begriff Mann oder Frau links oder rechts vom Bindestrich (!) steht. Also, aufwachen, von der Illusion, von der vermeintlichen „Realität“ der Unterdrückung. Sie ist nur eine Vorstellung, ein Gedanke, von dem Sie sich aber nur selbst befreien können. So zu denken wie Sie ist in etwa so albern wie zu behaupten, die Sonne ist böse, und der Mond ist gut. Jetzt verstanden?

  • Alexander Laabmayr
    Veröffentlicht um 11:34h, 20 März Antworten

    Holla chicos!

    Der Feminismus hat den Frauen in den letzen Jahrzehnten viele Errungenschaften gebracht.
    Kochende, putzende, wickelnde und sich fürsorglich um Säuglinge kümmernde Männer sind für die „Frau von Heute“ zum selbstverständlichen Männerbild geworden. Trotz dieser Fortschritte ist die Unzufriedenheit in den heutigen Beziehungen größer den je….
    Männliche Bedürfnisse, männliche Sexualität oder männliche Aggressionen, wurden durch den Feminismus öffentlich gerne als die „Spitze des Übels“, einer patriarchal strukturierten Gesellschaft verurteilt. Tatsächlich hat die „unerlöste Form“, männlicher Sexualität und Aggression in vielen Fällen sehr viel Leid angerichtet!
    Frauen haben sich jedoch durch dieses bereits verinnerlichte Denkmuster, aus dem System genommen. Sie haben durch diese Betrachtungsweise ihre Eigenverantwortung und damit auch ihre Macht abgegeben und sich zu Systemopfern degradiert. Weibliche Aggressionen bzw. der unerlöste weibliche Anteil an dieser Entwicklung, wurde in ein Schattenreich abgedrängt und Aufgrund seiner „gesellschaftlichen Akzeptanz“ in das kollektive Unterbewusstsein verschoben. Der Franziskaner Richard Rohr hat sich in den 90ern erstmals dieser Entwicklung in liebevoller Art & Weise in den Weg gestellt. 1998 hat er „männliche Gefühle und Bedürfnisse“ bei einer „Männer – Initiationswoche“ nähe Salzburg, in das männliche Bewusstsein gehoben und damit wieder etwas ins Lot gerückt. Ich kann mich noch erinnern, dass der Buchtitel „der wilde Mann“ bei einem Vortrag in Salzburg bei einigen TeilnehmerInnen bereits für Unmut sorgte. Abgesehen von der Unkenntnis des Inhaltes, sorgte der Titel damals bereits für Aufsehen. Offensichtlich sorgte er auch Jahre später immer wieder für Missverständnisse und wurde daher von Richard schließlich geändert, um weiteren Diskussionen den Nährboden zu entziehen. Heute heißt das Buch „Vom wilden zum weisen Mann“
    Richard brachte damals durch die in Europa erstmals durchgeführte Männer-Initiation, den Männern in Österreich ein neues Selbstverständnis, sowie emotionale Heilung. Eine neue spirituelle Männerbewegung entwickelte sich im gesellschaftlichen Untergrund und ermutigte Männer, ihre Verwundungen anzuschauen und über ihre Herzensenergie in eine „neue Männlichkeit“ zu kommen. http://www.mannsein.at
    Der Feminismus und seine bereits Gesellschaftstragenden Inhalte, von dem sich zudem auch die meisten Frauen in ihrem Selbstverständnis nicht mehr angesprochen fühlten, ließ nicht nur den Mann, sondern auch sehr viele Frauen verwundet und unbefriedigt zurück. Der Grund dafür, der Kampf für die Frauenrechte war eben „ein Kampf“ (der Geschlechter) und wurde naturgemäß dadurch auch sehr männlich geführt. Die Zeiten des Kämpfens scheinen nun langsam vorbei zu sein und das freut mich persönlich sehr… Die Illusion der „Getrennt-heit“ löst sich nun langsam auf in dieser neuen Zeitqualität. Der amerikanische Philosoph Ken Wilber nahm sich vor einigen Jahren in seinem Werk „Eros Kosmos Logos“ diesem Thema der Mann / Frau Beziehungen an. Seither scheint in dieser Thematik ein Paradigmenwechsel einzutreten. Tattva Viveka die Zeitschrift für Wissenschaft, Philosophie & spirituelle Kultur näherte sich in ihren letzten Ausgaben diesem wichtigen Thema von den verschiedensten Seiten. Ein erwachendes weibliches Bewusstsein und die Würdigung „beider Pole“ bringt nun vermutlich langsam die erwünschte Heilung. Der Paradigmenwechsel vom Kampf in die Liebe und von der Wunde zum Wunder ist nicht mehr aufzuhalten…. Alexandra Schwarz Schilling postuliert in ihrem Vortrag, (Beziehungen im neuen Zeitalter) dass Beziehungen keine Privatangelegenheit mehr sind. Die meisten Paare Fühlen sich alleingelassen und sind schlichtweg überfordert und diesem Thema nicht gewachsen. Diese Frage muss ihrer Meinung nach, für das Wohlergehen unserer gesamten Gesellschaft, tatsächlich in das kollektive Blickfeld enthoben werden.

    Dieses erwachende Bewusstsein und die Würdigung der beiden Pole, freut mich aus ganzem Herzen….
    Mir ist klar, dass in der Hektik unseres Alltags diese so wichtigen Inhalte, einfach auch noch einige Zeit benötigen werden um in unser aller Bewusstsein einsickern zu können, aber ich bin nun sehr Zuversichtlich, denn das Licht ist stets stärker als die Dunkelheit… 😉

    Toller Bericht, wunderbare Zeitschrift…
    Mucho gusto!
    Felicitaciones chicos!

    Viel Freude, Licht und Liebe aus dem sonnigen Teneriffa…

    El Ninijo Alexander

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