Eine neue Kultur der Liebe – Frauen-Männer-Kongress

Eine neue Kultur der Liebe – Frauen-Männer-Kongress

Bericht vom Frauen-Männer-Kongress

 

Bericht vom Frauen-Männer-Kongress

Autor: Ronald Engert
Kategorie: Mann/Frau
Ausgabe Nr: 61

 

Die Männerzeit und der Frauen-Männer-Kongress gehören zusammen und bauen aufeinander auf. Nach der intensiven Beschäftigung mit der eigenen Männlichkeit bzw. Weiblichkeit im geschützten Raum trafen Frauen und Männer zusammen, um im direkten Austausch die Geschlechterbeziehungen auf eine neue Ebene zu bringen.

 

Direkt im Anschluss an die Männerzeit fand vom 4.-7. September 2014 im Hof Oberlethe bei Oldenburg der Frauen-Männer-Kongress statt. Es war schon ein eigenartiges Gefühl, auf die Frauen zu treffen – nach vier Tagen unter Männern, wo wir eine intensive Männerarbeit betrieben hatten, uns unserer Männlichkeit angenommen und unsere inneren Prozesse als Mensch und als Mann angeschaut hatten.

Die vollständige Veranstaltungsreihe bestand in getrennten Männer- und Frauenzeiten und anschließend einer gemeinsamen, dreitägigen Zusammenkunft. Auf diesem gemeinsamen Kongress ging es um eine neue Liebeskultur und die Versöhnung von Mann und Frau.

Die Frage der Geschlechterrollen und der Identitäten als Mann bzw. Frau ist eine elementare Frage, die sowohl die individuelle Psyche als auch die kollektive, gesellschaftliche Realität beeinflusst. Von daher fand ich den Ansatz sehr spannend, mich zuerst auf meine eigene Männlichkeit zu besinnen und im Kreis der Männer meine persönliche Reifung als Mann voranzubringen, um dann auf die Frauen zu treffen, die ihrerseits im Kreis der Frauen ihre Weiblichkeit gestärkt hatten.

 

Frauen-Männer-Kongress

Gruppenarbeit in Paaren auf dem Kongress

 

Das eingangs erwähnte eigenartige Gefühl war eigentlich eine freudige Erregung, die aber eine eigene, mir bis dahin eher unbekannte Färbung hatte. Ich fühlte mich nach den vier Tagen unter Männern stark in meiner Männlichkeit und sehr gut bei mir angekommen. Ich hatte viel für meine Selbstliebe und mein Selbstbewusstsein tun können und auch jetzt noch, einen Monat nach der Männerzeit, empfinde ich mich als stabiler und mehr in Frieden mit mir selbst. Ich hatte meine männliche Seite biografisch bedingt nur schwach ausgeprägt und stand damit eher auf dem Kriegsfuß. Es scheint aber, dass eine solche problematische Beziehung zur eigenen Männlichkeit auch die Beziehung zur Weiblichkeit der Frauen problematisch macht. Das war nun anders. Ich konnte die Frauen mit ganz anderen Augen sehen. Sie erschienen mir zart und weich, fast wie schwebende Geschöpfe. Ich war positiver, mutiger, entspannter, erregter. Und was zu der Freudigkeit der Erregung durchaus positiv beitrug, war, dass die Frauen ihrerseits sowohl an einer positiven Beziehung zu ihrer Weiblichkeit als auch damit einhergehend an einer positiven Beziehung zum Mann gearbeitet hatten. Für mich war auf diesem Frauen-Männer-Kongress eine der wichtigsten gefühlten Erfahrungen, mich bei den Frauen willkommen zu fühlen. Das war wirklich eine wunderschöne und so erleichternde Erfahrung. Es war klar und offensichtlich, dass diese Frauen sich auf uns Männer freuten.

 

Frauen-Männer-Kongress

Der heiße Stuhl. Frauen und Männer befragen sie gegenseitig.

 

Das Format des Kongresses bestand, schon wie beim Männerkongress, viel aus Körperarbeit, emotionalen Begegnungen und anderen praktischen Übungen, die in Kleingruppen oder zu zweit ausgeführt wurden. Aber hier nahm auch die Begegnung im Plenum einen großen Raum ein und es gab bestimmte Begegnungsformen, wo es um die Kommunikation und die Aussöhnung zwischen Frauen und Männern ging. Ein schönes Format war zum Beispiel der »Heiße Stuhl«. Dabei sammelten sich die Männer auf der einen und die Frauen auf der anderen Seite des Saales. Man saß sich gegenüber und in der Mitte war eine freie Fläche, auf der zwei Stühle standen. Abwechselnd konnte dann ein Mann oder eine Frau vortreten, sich auf den Stuhl setzen, den Blick, mit den eigenen Geschlechtsgenossen im Rücken, zum anderen Geschlecht gewandt, und eine Frage an das andere Geschlecht stellen. Dabei ging es um Fragen zum Geschlechterverhältnis oder zum Beispiel, wie das andere Geschlecht etwas erlebt oder damit umgeht. Dann konnte aus der Gegenseite jemand hervortreten, sich auf den Stuhl setzen und antworten. Das war ein wunderschöner Austausch, wo viele Missverständnisse oder Unbekanntes aufgeklärt werden konnten. Es zeigte sich mal wieder, wie wichtig Kommunikation ist. Es lässt sich doch das eine oder andere damit klären. […]

 

Lesen Sie den kompletten Artikel in der TATTVA VIVEKA 61 >>
 
Speziell für Männer: Die Männer-Seite >>

(Auf der Männer-Seite kannst du zwei Artikel zum Thema Mann-Sein kostenlos herunterladen.)
 

Dieser Artikel ist auch als PDF erhältlich:

Ronald Engert TV61 (PDF)

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Mannsbilder - Auf dem Weg zu einer neuen Männlichkeit
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Artikel zum Thema in früheren Ausgaben:

TV 50: Alexandra Schwarz-Schilling – Die Polarität der Geschlechter.
Die Mann-Frau-Beziehung zwischen alten Wunden und neuen Perspektiven

TV 51: Alexandra Schwarz-Schilling – Frauen im Matriarchat.Zur Rekonstruktion der weiblichen Kraft

TV 52: Martin Ucik – Integrale Beziehungen.
Sozialpsychologische und biologische Selektionsprozesse in der Geschlechterbeziehung

TV 52: Ronald Engert – Ins and Outs. Differenz weiblicher und männlicher Erkenntnis

TV 58: Gabriele Sigg – Die dunkle Seite der Liebe.
Der weibliche Schatten als ein nachlässig diskutiertes Problem

TV 60: Themenheft »Mann-Sein«

 


 

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