Mann werden – verflixte Entwicklung

Mann werden – verflixte Entwicklung

Ein Mann nach vier Jahren am Rande des Nervenzusammenbruchs, Teil 2

Autor: Jörg M. Hirsch
Kategorie: Mann/Frau
Ausgabe Nr: 69

Die Aufarbeitung emotionaler Wunden und Verletzungen ist oft ein schmerzhafter Prozess. Der Autor beschreibt hier ehrlich und authentisch seine emotionale Verzweiflung bei seinem Prozess der Mannwerdung. Gleichzeitig zeigt er aber auch die Unfähigkeit der westlichen Kultur auf, den Menschen in diesem Prozess unterstützend zu begleiten und aufzufangen.

Woher kommt der Begriff »Schatten«?

Ein Schatten entsteht, wenn ein emotionales Ereignis vom Empfindenden nicht als sein eigenes Gefühl wahrgenommen und gelebt wird und – die Verantwortung für das Empfinden (!) ausgelagert wird. Es ist hier ganz deutlich die Rede von der Verantwortung für die Gefühle und nicht für das Ereignis an sich!
Die westliche spirituell-esoterische Szene aber macht es sich da einfach, treibt es dann auf die Spitze und das geht dann so: »Das ist alles deins!« und »Du hast das in Dein Leben gezogen und bist verantwortlich für Deine Gefühle; und das Beste ist – Du kannst sie Dir sogar aussuchen!« Sei doch nicht gleich wütend, wenn Dich jemand belügt und betrügt. Sei doch traurig, dass er Dich enttäuscht hat, habe Angst, dass er es wieder tut, freue Dich, dass Du etwas gelernt hast, oder schäme Dich, dass Du so blöd warst.

Nach Ken Wilber hat die östliche Spiritualität trotz Jahrtausenden von Erfahrung in der meditativen Praxis hier kein Bewusstsein über den Schatten entwickelt.

Meditation hilft nicht!

Jetzt sitzen wir da als spirituell verbildete Westeuropäer und versuchen uns zu heilen, für unsere Gefühle und den Tathergang im Nachhinein Verantwortung zu übernehmen. Wir machen Achtsamkeitsübungen, vielleicht Vipassana Meditation, nehmen unsere Trauer oder Angst als unser »inneres Kind« liebevoll an und entspannen uns in das Gefühl, verbinden uns sogar mit unserem inneren Kern. Am nächsten Tag ist das dumpfe Gefühl trotzdem wieder da, die Unruhe, die Bilder der Tat usw.

Man könnte es so beschreiben: Du beleuchtest den Schatten eines Gegenstandes an der Wand mit dem Licht Deines Bewusstseins. Der Schatten verschwindet. Die Quelle aber bleibt. Du machst die Taschenlampe aus, wendest Dein Bewusstsein ab und der Schatten ist sofort wieder da. Und stärker als zuvor! (Ken Wilber)

Konflikte löst man nicht auf dem Kirchturm in der Meditation, sondern am Besten auf dem Marktplatz davor im echten Leben.

Was mehr hilft als Meditation, können Sie im vollständigen Artikel lesen. (Bestellmöglichkeit am Ende des Beitrags!)

Resignation

Meine Bemühungen im Bereich der Männerarbeit und Mannwerdung habe ich aufgegeben. Du kannst keinem Mann trauen und den Frauen auch nicht, schon gar keiner in ihrer Sechser-Entwicklung.

Wir haben in unseren Beziehungen zu beiden Geschlechtern die Bindungskräfte verloren. Wenn eine Beziehung nicht funktioniert, suchen wir uns eine andere. Verbindlichkeit ist der Beliebigkeit gewichen. Für echte Konflikte in unseren Beziehungen, für unsere emotionalen Wunden haben wir keine wirklich funktionierende Heilung in unserer westlichen Zivilisation. Zumindest habe ich in der Literatur keine gefunden. Dies auch nicht praktisch bei den Versuchen mit »Therapeuten« (seien es konventionelle oder alternative), Schamanen oder Selbsterfahrungsgruppen, denen ich mich anvertraut habe.

 

Was Man(n) von dem ehrlichen Erfahrungsbericht noch lernen kann, können Sie im vollständigen Beitrag lesen. Denn können wir hier leider nicht kostenlos abdrucken. Aber für nur 2,00 € Unterstützungsbeitrag sind Sie dabei! 🙂

Der oben beschriebene Mann, ebenfalls sehr engagiertes Mitglied im MKP, der seine Praxis in Havixbeck bei Münster betreibt, hatte mich in seine Praxis eingeladen, um mir bei meinem Leiden zu helfen. Das habe ich dann auch zweimal getan. Nun, es hat nicht geholfen, aber als ganzheitlicher Therapeut hat er viel über mich, meinen Seelenzustand und meine Nöte erfahren. Er wusste also ziemlich genau, wie sehr ich diese Frau in Norderstedt liebte, welche Hoffnungen ich in diese Beziehung legte und wie sehr ich um diese Frau bemüht war und für eine gemeinsame Zukunft kämpfte. Denn in diesem Zustand eine Fernbeziehung zu führen ist alles andere als einfach.

Ein Mann nach vier Jahren am Rande des Nervenzusammenbruchs

Heute sind die beiden ein Paar. Und wenn das keine Ausbeutung der Verletzlichkeit eines Mannes geschäftlicher, therapeutischer und sexueller Art im Sinne der ethischen Richtlinien des MKP international sind, was müsste dann noch passieren?

Den Vorgang eines Energieausgleichs hätte ich mir daher auch bei dem Arzt gewünscht und vom MKP eingefordert. Ich bekam dann auch mit viel Aufwand eine Gelegenheit zur »Klärung«. Aber diese lief völlig anders ab, wie oben beschrieben. Der Arzt, der Täter, zeigte keinerlei Empathie, Reue oder Einsicht und es gab somit auch keinen Energieausgleich.

Zum Autor

Jörg M. Hirsch

geb. 1961 in Dortmund, Energiegeräteelektroniker, Kulturmanager, Handelsfachwirt (IHK), Theaterpädagoge, Proberaumbauer und Verwalter. Hausbesetzer, Musiker (Singer/Songwriter), Heilpraktiker Studium, fast Sannyasin, Gründungsmitglied der 1. Männergruppe in Gießen (Mitte der 80er), Aufbau eines freien Kulturzentrums in Gießen, Aufbau eines Theaterjugendclubs in Sondershausen, Autor zweier Theaterstücke, Lehrer für Arg. Tango, bis März 2015 »Lebenskünstler«. Für Kontakt, Kritik und Anregungen: Email an j.m.hirsch@herz-aus-gold.com

Jörg M. Hirsch

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

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Lesen Sie die beiden Teile des Artikels in Tattva Viveka 68 und 69 oder downloaden Sie die vollständige Fassung als ePaper für 3,00 € (Pdf, 12 Seiten).

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Jörg M. Hirsch TV68-69 (PDF)

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