Was ist eine Nahtoderfahrung?

Was ist eine Nahtoderfahrung?

Gibt es das?

Was erlebten Menschen an der Schwelle zum Tod?

Nahtoderfahrung bedeutet, während des Sterbens den Körper zu verlassen und trotzdem mit vollem Bewusstsein wahrzunehmen, was im Raum passiert. Oft sehen diese Menschen sich selbst und andere Menschen im Raum von oben, oder sie sehen einen Tunnel aus Licht, während medizinische Geräte den Hirntod anzeigen. Nachdem diese Menschen reanimiert wurden, können Sie von dieser Erfahrung berichten.

  • Erfahre, wie ein Nahtoderlebnis abläuft
  • Gibt es Nahtoderfahrungen wirklich?
  • Es kann auch Angst machen
  • Was sagt die Wissenschaft?
  • Es geht um deine Seele

Wer stirbt, ist nicht tot: ein ZDF-Bericht

Die Nahtoderfahrung von Eben Alexander

Eben Alexander, ein Neurochirurg, lag sieben Tage mit Hirnhautentzündung im Koma. Sein Bewusstsein war völlig ausgeschaltet, die Ärzte rangen um sein Leben. Die Gehirnströme der Großhirnrinde waren auf Null. Sieben Tage stand er kurz vor dem Tod, doch dann erwachte er wieder und konnte sich an sehr seltsame und erstaunliche Erlebnisse erinnern. Er erlebte eine Reise außerhalb seines Körpers, begegnete verschiedenen Wesen und traf sogar ein göttliches Wesen.

Der Neurochirurg Eben Alexander schrieb ein Buch über seine Nahtoderfahrung: »Blick in die Ewigkeit«

 

Die Hirnhautentzündung, auch Meningitis genannt, ist ein bakterieller Befall der Gehirnoberfläche und führt zu einem vollständigen Ausfall des Neokortex. Für 97 % der Patienten endet die Krankheit tödlich. Die restlichen Patienten erleiden sehr oft eine geistige oder körperliche Behinderung. Der außergewöhnliche Glücksfall bei Eben Alexander bestand zum einen darin, dass er gesund aus dem Koma erwachte. Die andere erstaunliche Tatsache ist jedoch, dass er selbst ein Neurochirurg ist. Dies half ihm, die medizinische Situation im Krankenhaus fachkundig einzuschätzen.  Außerdem war er durch seine medizinische Ausbildung geprägt und kein besonders spiritueller Mensch. Das Nahtoderlebnis machte aus ihm einen spirituellen Menschen. Er hat über seine Erfahrungen ein Buch geschrieben, das sowohl in der New York Times als auch im Spiegel (2013) wochenlang auf der Bestenliste stand. Die Beschreibung seiner Erfahrung ist nicht durch esoterische Glaubenssätze überlagert, sondern sehr nüchtern geschrieben. Gleichwohl ist sie ein inspiriertes Zeugnis einer außerkörperlichen Erfahrung. Seitdem werden Nahtoderfahrungen auf breiterer Ebene diskutiert.

Gibt es Nahtoderfahrungen wirklich?

Nahtoderfahrungen stellen für den Erlebenden ein nachhaltig lebensveränderndes Ereignis dar, welches alles, was wir zu wissen scheinen, in Frage stellt. Besonders das im Westen verbreitete materialistische Weltbild, das eine unsterbliche Seele und ein Leben nach dem Tod ein den meisten Fällen kategorisch ausschließt, scheint für die Menschen, die eine Nahtoderfahrung durchlebten, nicht mehr schlüssig und vollständig sein. Viele Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, glaubten davor weder an eine spirituelle Welt noch an Gott, doch diese Erfahrung änderte grundlegend ihr Selbst- und Weltbild.

• Vertraut man Studien, durchlebten ungefähr vier Prozent der Bevölkerung eine Nahtodeserfahrung, was in Deutschland ungefähr drei Millionen Menschen wären.

• Die Zahl der Menschen, die dies erleben, wird mit der Zeit ansteigen, da sich die Methoden der Reanimierung kontinuierlich verbessern.

• Eine Nahtoderfahrung kann während einer lebensgefährlichen Situation auftreten, unter anderem bei einem Unfall, Herzstillstand oder während des Komas.

• Das Interessante an den Nahtoderfahrungen ist, dass nicht jeder, der für klinisch tot erklärt wird, eine außerkörperliche Erfahrung macht und dass sich nicht jeder an dieses Erlebnis erinnert.

• Die meisten Menschen erinnern sich nach der Wiederbelebung nicht an den Zustand zwischen Leben und Tod, einige haben bruchstückhafte Erinnerungen zum Beispiel eines hellen Lichtes, und die Wenigsten haben konkrete Erinnerungen wie der Aufenthalt in einer spirituellen Welt, die sie mitteilen können.

Unser Autor Jörg Fuhrmann hatte Nahtoderfahrungen:

Aspekte der Nahtoderfahrungen

Die Beschreibungen der Erfahrenden sind vielfältig, doch vier Erlebnisse scheinen besonders viele Betroffene gemacht zu haben und zwar das Lebenspanorama, dass das Leben wie in einem Film an einem vorbeizieht, die Tunnelerfahrung, in der Mensch von einem hellen Licht angezogen werden, der Austritt aus dem irdischen Körper und das Schweben über den vermeintlich toten Körper und der Umgebung, aus der Vogelperspektive, und das Wiedersehen von geliebten Menschen, die verstorben sind.

Daneben berichten viele Menschen, dass sie in jener spirituellen Dimension frei von jeglicher Angst und Furcht waren. Viele fühlten sich von Liebe und Licht durchdrungen und erkannten den Sinn des Lebens in der göttlichen Ordnung. Diese Liebe lässt sich nicht mit der Liebe vergleichen, die wir hier auf Erden erleben, sondern geht über alles hinaus, was wir kennen. Sie umfasst alle Arten der Liebe in sich und noch viel mehr. Den Betroffenen fällt es oftmals schwer ihre Nahtoderfahrungen zu schildern, da ihnen für ihre unbeschreibliche außerweltliche Reise die Wörter fehlen.

Die Sicht auf sich selbst und auf den Kosmos wandeln sich nach einem derartigen Erlebnis. Die Integration dieser lichtvollen Bewusstseinserfahrungen in ihren Alltag laufen für die Betroffenen in vielen Fällen nicht unproblematisch ab.
Die Ärzte tun diese prägende Erlebnisse als Halluzinationen des Gehirns ab und beachten sie nicht weiter. Das Umfeld zeigt oftmals kein Verständnis dafür und stempelt die Betroffenen als Wichtigtuer ab, die sich mit ihrer sogenannten außerkörperlichen Erfahrung, profilieren möchten. Viele verfallen in Depressionen, trennen sich von ihrem Partner und/ oder kapseln sich von ihrem Umfeld ab.

Aus diesem Grund sind Netzwerke wie das »Netzwerk Nahtoderfahrung« für Betroffene besonders wichtig, da sie sich dort mit Menschen austauschen können, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und ihnen helfen mit diesen umzugehen.

Wissenschaft und Nahtoderfahrung

Die Forschung vermag die Nahtoderfahrung physiologisch nicht zu erklären. Die etablierte Wissenschaft erklärt dieses Grenzphänomen mit Halluzinationen, die das Gehirn selbst erzeugt. Diese These wurde bisher weder bewiesen noch widerlegt.

Mittlerweile beschäftigen sich progressive Wissenschaftler ernsthaft mit dem Phänomen der Nahtoderfahrung. Vor allen Dingen die Quantenphysik und die Gehirnforschung zeigen, dass der Geist und das Bewusstsein existieren. In der etablierten Wissenschaft ist es umstritten, ob das Bewusstsein eine eigenständige Existenz hat. Reduktionistische Forscher lehnen dies kategorisch ab und behaupten, das Bewusstsein könne nicht unabhängig vom Gehirn existieren. Wie erklärt sich aber, dass Eben Alexander bewusste Wahrnehmungen während der Zeit hatte, als sein Neokortex außer Funktion war? Wie erklärt es sich, dass Menschen, die während eines Nahtoderlebnisses eine außerkörperliche Erfahrung hatten, Dinge oder Begebenheiten im Raum beschrieben, die sie nach materiellem Gesetzen nicht haben können? Einige Forscher treten für ein neues post-materialistisches Weltbild ein, in dem Geist, Bewusstsein und Spiritualität vollwertig akzeptierte Bestandteile der Wirklichkeit sind. Sie sagen, dass Psi-Phänomene und Nahtoderfahrungen während eines Herzstillstand keine Anomalien sind. Von amerikanischen Medizinern, Neurologen und Psychologen stammt das „Manifest für eine post-materialistische Wissenschaft“. Es fasst alle neuen Ansätze, die offen für Spiritualität sind, als Thesen zusammen.

Unglaubliche Erfahrungen

Nach der Nahtoderfahrung erleben die Menschen oft eine innere Glückseligkeit und inneren Frieden, der sie noch wochen- und monatelang begleitet. Oftmals ändert sich die Sicht auf sich selbst und dem Kosmos. Die Integration dieses Ereignisses ist ein massiver Eingriff in das eigene Leben. Ein Mensch hat sie nicht ohne Grund, sondern nur im Zusammenhang mit einer Situation, in der er dem Tode nahe ist, sei es eine Krankheit, sei es ein Unfall. Es ist eine existenzielle Situation, in der ein Mensch sehr ehrlich ist und in der es um die elementarsten Dinge des Lebens geht. Umso erstaunlicher ist es, dass viele Menschen von einer glückseligen Erfahrung berichten. Modita war 25 Jahre alt, als sie für 16 Stunden tot war. Sie lag wegen einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus, die zu einer Infektion des Bauch-und Brustfells geführt hatte und schließlich das Herz erreichte. Sie hatte während dieser Nahtoderfahrung eine intensive und vielschichtige Gottesbegegnung, die sich später noch zweimal ereignete. Erst 30 Jahre später spricht sie darüber, es war für sie ein Heiligtum, dass sie behütete. Sie erfuhr pure Liebe, Weisheit und Kraft, wie sie sie noch nie erlebt hatte. Sie schreibt: »Ich war ich selbst, weiterhin individuell und doch eine Einheit mit der Quelle, mit Gott.«