Tantrische Liebe, was ist das?

Tantrische Liebe, was ist das?

Das Göttliche im Menschlichen annehmen, Teil 1

Autorin: Angela Mahr
Kategorie: Veden / Yoga
Ausgabe Nr.: 47

 

Was wir heute im Westen unter Tantra verstehen ist meistens eine Mischung aus den uralten östlichen Traditionen und westlichen Ansätzen der Psychologie und Körpertherapie, Energiearbeit und Selbsterfahrung. In Tantraseminaren erforschen wir unsere Sensitivität und Stärke, unsere Verletzlichkeit und unsere Liebesfähigkeit. Diese Erfahrungen eröffnen uns manchmal einschlägige Aha-Erlebnisse und ungeahnte Möglichkeiten.Wenn wir nach Hause zurückkommen und das Erlebte in unseren Alltag oder in unsere Beziehung integrieren wollen, dann stehen wir vor der wirklichen Herausforderung: Was kann Tantra für eine Liebesbeziehung bedeuten? Gibt es so etwas wie tantrische Liebe, und wenn ja: Was ist das?


Tantrische Liebe


Tantra hat, dem Ursprung nach, weder mit Sexualität noch mit Paarbeziehungen viel zu tun. Es ist eine Lebensphilosophie, eine spirituelle Ausrichtung, die sich über alle Lebensbereiche erstreckt. Sie beinhaltet Naturwissenschaften, dasWissen um Energie,Materie, die Relativität von beidem, sowie von Raum und Zeit. Sie beinhaltet Erkenntnisse, die der heutigen Soziologie und Psychologie zuzuordnen wären, sowie übergreifende Erkenntnis, die eigentlich alle Wissenschaften verbindet, in unserer Zeit aber verloren gegangen ist und heute teilweise im New Age und in der Esoterik zu finden ist. Vor allem ist Tantra dabei ein Erfahrungsweg, dem Leben zugewandt, erlernbar, begehbar und erfahrbar über unsere Sinne. Spiritualität und Verwirklichung existieren nicht außerhalb unseres täglichen Lebens, unserer Arbeit und unseren Beziehungen, sondern werden durch sie erfahren und gelebt.

 

Tantra Buddhismus

 

Tantra ist ein Überbegriff für alle tantrischen Strömungen geworden, inklusive denen des heutigenWestens. Ethnologisch betrachtet handelt es sich dabei um einen Synkretismus, eine vielschichtige Überlagerung verschiedener Traditionen, Linien und Bräuche. Tantra war nie eine Religion, vielmehr eine Geheimlehre, die nicht selten im deutlichen Gegensatz zur patriarchalischenWeltreligion eines Landes stand. Mit indischemTantra assoziieren wir zurecht auch die abenteuerlichen Statuen mancher Tempel, die in ekstatischer Verzückung hoch konzentriert Yoga praktizieren – zu zweit, wenn nicht zu mehrt. Es gab viele Wege. Die absolute Körperbeherrschung und ein verfeinertes Körperempfinden durch Yoga verbunden mit der Kanalisierung sexueller Energie ist einer davon. Körper und Geist bilden im tantrischen Körperkonzept eine Einheit. Die Sexualkraft als unsere stärkste Energie wurde auf dem »linkshändigen« Pfad folglich nicht nur gewürdigt, sondern achtsam und meditativ auf dem Weg der Bewusstseinserweiterung eingesetzt.

 

Tantra Yoga

 

Eine etwas andere Ausrichtung haben tibetische Linien des tantrischen Buddhismus. Gewöhnlich wird er heute zölibatär gelebt, doch weisen viele Quellen und Mythen darauf hin, dass auch tibetisches Tantra paarweise praktiziert worden ist. Über diesen Gegensatz wurde im Westen viel diskutiert – und er spiegelt sich in den beiden Lagern der westlichen Buddhisten und der Neotantriker wider – die kaum eine Schnittmenge zu haben scheinen. Erstaunlicherweise. Denn viel interessanter sind eigentlich die Gemeinsamkeiten: Tibetisches Tantra untersucht energetische Vorgänge im Körper während derMeditation, sowie die Prinzipien vonWeisheit (»vorhandeneMöglichkeiten«) undMethode (»das Kreieren der Erfahrung von Freude«), die zu finden seien in Frau undMann, und die jeder letztlich in sich selbst zu vereinen habe. Allem voran steht im tantrischen Buddhismus das Prinzip des Mitgefühls, eine besondere Qualität von Liebe. Es bezieht sich auf das Leben im Allgemeinen, nicht auf Paarbeziehungen – doch für die tantrische Liebe ist dasMitgefühl geradezu ein Geheimtipp: Entgegen der ziemlich verbreiteten Beziehungsroutine in unserem Kulturkreis geht es hierbei nämlich nicht mehr um gegenseitiges Brauchen und Beeindrucken, sondern um Nähe, Anteilnahme und Verständnis für den anderen.

[…]

 

Den kompletten Artikel finden Sie in der Tattva Viveka Ausgabe 47

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