Themen in Tattva Viveka 1
April 1994, 46 Seiten, Einzelheft € 6,50- vergriffen, nur noch als Fotokopie erhältlich
Timothy Campling - Westliche und östliche Tonqualität.
Die Herausforderung einer anderen Kultur begegnen - Am Beispiel vedischer Musik
Der Musiker Campling vergleicht in diesem Artikel die westliche mit der indischen Musik, die anders aufgebaut ist. Zum Beispiel gibt es in der indischen Musik nicht nur zwei sondern über hundert Tonleitern. Auch die Taktzyklen und die tonalen und rythmischen Strukturen verhalten sich anders. Dabei ist die indischen Musik in ein spirituelles Konzept der Schöpfung eingebettet, das die schöpferische Kraft von Klang in den Mittelpunkt stellt.
William Scott - Die schöpferische Kraft von Klangschwingungen.
Die Entstehung der Welt aus Klang
In der spirituellen Welt ist die Energie der Seele durch die Konzentration auf die allanziehende Form Gottes vereint. In der materiellen Welt hingegen verschafft sich die bedingte Seele Genuß durch Sinnesbefriedigung. In diesem verfälschten Seinszustand wird die Energie der Seele künstlich durch die Indentifikation mit dem falschen Ego fokussiert, das die Lebensenergie der Seele in die materielle Welt projiziert.
Marcus Schmieke - Intelligenz.
Wahrnehmung und Selbstbewusstsein
Das spirituelle Subjekt macht Erfahrungen und hat für sich selbst Bedeutsamkeit, während die materiellen Objekte keine Erfahrungen machen und keine Bedeutsamkeit für sich selbst haben. Dieser Vorgang, die Aufmerksamkeit auf die eigenen Existenz zu lenken, kann nur durch den Gebrauch der Intelligenz geschehen.
Marcus Schmieke - Die Natur lesen.
Quantentheorie und Wirklichkeit
Der Philosoph Walter Benjamin prägte den Ausspruch "Was nie geschrieben wurde, lesen." Moderne Textforscher vermuten darin kryptische Aussagen, die zwischen den Zeilen zu finden seien. Dies war jedoch nicht Benjamins Intention. Er las in den Gesten der Menschen, in den Sternen oder den Stahlkonstruktion der Passagen. In ähnlicher Weise enthüllt sich die Bedeutung der Natur dem, der sie zu lesen versteht.
Marcus Schmieke - Bewußtsein und Herr Müller.
Gehirn und Bewusstsein
In diesem Artikel werden einige Ideen aus dem Bereich der Computerwissenschaften und der künstlichen Intelligenz in Betracht gezogen werden, um Licht auf den Begriff des Bewusstseins zu werfen.
Marcus Schmieke - Das RaumMassenZeit-Kontinuum.
Die Schnittstelle von Geist und Materie
Eine neue Theorie zur Materie von einem indischen Kernphysiker beschreibt nicht nur Raum und Zeit als relative Eigenschaften der Materie, sondern auch die Masse. Dies führt zu der Implikation, dass auch die Lichtgeschwindigkeit keine Konstante ist.
Ronald Engert - Die Dialektik der Religion.
"Der Kommentar zur Wirklichkeit ist die Theologie" (Walter Benjamin)
Die Dialektik der Religion bildet sich aus den beiden widersprüchlichen Grundströmungen Karma und Jnana, die in der Synthese als Bhakti aufgehen. Karma ist Religion um fruchtbringender Ergebnisse willen, mithin eigennütziger Absichten. Jnana ist das Streben nach Freiheit von allem Karma, also die Antithese. Bhakti verbindet diese beiden Thesen im "Nicht-Handeln im Handeln".
Sacinandana Swami - Was ist Wirklichkeit?
Zur Unterscheidung von Traum und Realität
"Wung Li träumte einst, ein Schmetterling zu sein. Oder ist Wung Li ein Schmetterling, der träumte, Wung Li zu sein?"
Marcus Schmieke - Kritik der unreinen Vernunft.
nach Bhaktivinoda Thakuras "Tattva Viveka"
Bhaktivinoda Thakur lebte im 19. Jh. In Indien. Sein Buch "Tattva Viveka" ist der Namensgeber dieser Zeitschrift. Der Artikel stellt die wichtigsten Erkenntnisse dieses Werkes vor, das sich mit der reinen transzendentalen Erkenntnis der Seele beschäftigt.
Bhaktivinoda Thakura - Die charakteristische Antwort der Seele. (Tattva Sutra)
Die charakteristische Antwort der Seele läßt sich in fünfzig Sätzen ausdrücken, die eine vollständige Repräsentation des charakteristischen Wissens darstellen.
Axel Fussi - Vedische Überlieferung und das Bewußtsein der Moderne. Zeitverständnis und Ontologie der Veden und der Moderne
Das Zeitverständnis der Moderne gründet sich auf die Vorstellung einer linearen Zeit, die auf ein Ende zustrebt. Diese Konstruktion nahm ihren Ursprung in der alttestamentarischen Vertreibung des jüdischen Volkes. Dass dieses Zeitkonzept nicht ohne weiteres als objektive Realität verstanden werden kann, zeigt das zyklische Zeitverständnis der vorisraelitischen, insbesondere der vedischen Kulturen.
Armin Risi - Über das vedische Geschichtsverständnis.
Neuartige historische Dimensionen
Das vedische Geschichtsverständnis gründet sich nicht auf die archäologischen Funde von Knochen und Tongefäßen, sondern auf überlieferte Schriften. Diese Schriften geben selbst genaueste Angaben über ihre Entstehungszeit sowei die Kultur, aus der sie hervorgegangen sind. Das auch von westlichen Historikern bestätigte Datum der Schlacht von Kuruksetra, 3102 v. Chr., bildet den Ausgangspunkt der schriftlichen Fixierung des vedischen Wissens. Somit liegt die Epoche der altindischen vedischen Hochkultur weit vor der der westlichen Zivilsation.