Am Anfang war der Geist

Am Anfang war der Geist

Am Anfang war der Geist

Das ganzheitliche Weltbild der Quantenphysik

Autor: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Dürr
Kategorie: Bewusstsein
Ausgabe Nr: 53

 

 

Hans-Peter Dürr, Träger des Alternativen Nobelpreises wie auch des Großen Bundesverdienstkreuzes, entwirft hier das große Bild eines neuen Paradigmas, das die Wissenschaft, die Gesellschaft und das Individuum betrifft. Ihm zufolge müssen wir die spirituelle Dimension unserer Existenz wieder erkennen, um unsere Verantwortung für diese Welt wirklich tragen zu können. Dazu braucht es »ein Paradigma des Lebendigen«.

 

 Es gibt keine Materie!

Als Kernphysiker wollte ich herausfinden, was die Welt im Innersten zusammenhält. Ich habe mein ganzes Forscherleben damit verbracht, zu untersuchen, was tatsächlich hinter der Materie steckt. Das Endergebnis ist ganz einfach, wenn auch überraschend: Es gibt gar keine Materie! Ich habe somit fünfzig Jahre nach etwas gesucht, was es gar nicht gibt. »Der arme Kerl«, denken Sie jetzt vielleicht, »hat fünfzig Jahre seines Lebens an etwas drangegeben, was es gar nicht gibt.« Doch ich kann Ihnen versichern, dass es sich gelohnt hat, den weiten Weg zu gehen. Zu sehen, dass das, von dessen Wirklichkeit alle überzeugt sind, am Ende gar nicht existiert, ist eine erstaunliche, geradezu phantastische Erkenntnis. Was aber macht ein Naturwissenschaftler, wenn er plötzlich erkennt, dass es das, was als die Grundlage der Naturwissenschaft gilt – nämlich Materie, die wir alle greifen können – gar nicht gibt? Dass diese Wirklichkeit eine völlig andere ist, als wir bislang annahmen? Denn wenn wir die Materie immer weiter auseinander nehmen, bleibt am Ende nichts mehr übrig, was an Materie erinnert. Bildlich ausgedrückt bedeutet dies: Am Anfang gibt es gar keine Hardware, sondern nur Software. Eine Software, die man nicht begreifen kann, die nur eine Gestalt, aber keine Existenz im ursprünglichen Sinne des Wortes hat. In diese Richtung führen die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, die uns deutlich gezeigt haben, dass nicht die Materie das Fundament unserer Wirklichkeit ist. Materie besteht also nicht aus Materie. Am Ende finden wir etwas, das weit mehr dem Geistigen ähnelt. Mich führte dies zu der Einsicht, dass wir wieder die spirituelle Dimension unserer Existenz erkennen müssen, die wir verdrängt haben.

 

Einen allgemeinen Einführungstext zur Quantenphysik finden Sie hier.

 

Am Anfang war der Geist

 

Der entscheidende Punkt, an dem uns Physikern die Materie abhanden gekommen war, hat mit der Struktur des Atoms zu tun. Durch die Erforschung der Atome erhoffte sich die Naturwissenschaft, die Welt endgültig in den Griff zu bekommen. Dies konnte nur gelingen, wenn es gelänge, die Materie von der Form abzulösen. Doch wie sollte dies gehen? Die traditionelle Methode der Wissenschaft besteht darin, das Ganze auseinander zu nehmen und in Einzelteile zu zerlegen. Wissenschaftler glauben, dass sie so die Welt verstehen könnten. Wir nahmen also ein Beil und zerschlugen erst einmal den Tisch. Damit war seine ursprüngliche Form zwar kaputt, doch es entstanden neue Teile, die wiederum eine Form hatten. Daher schlugen wir mit dem Beil weiter auf diese Teile ein, in der Hoffnung, ihre Form zu beseitigen. Auf die Art und Weise wird man schließlich zum Atomphysiker. Beim Atom angekommen, meinten wir endlich am Ziel zu sein. Jetzt hatten wir das a-tomos gefunden: Das, was sich nicht mehr spalten lässt – reine Materie ohne Form. Doch dann kam der Experimentalphysiker Lord Rutherford daher und zeigte, dass auch dieses Atom noch eine Struktur hat. Wieder mussten wir das Beil nehmen und nachsehen, wie es im Inneren des Atoms ausschaut. Man fand eine Struktur, die einem Planetensystem glich mit einem schweren Kern, umkreist von leichteren Elektronen und zusammengehalten durch elektrische Kräfte. Es erschien naheliegend, dieses in Analogie zu unserem bekannten, durch die Gravitation zusammengehaltenen Planetensystem zu verstehen und mechanistisch zu erklären. Doch auch dies misslang, als wir erkennen mussten, dass es instabil ist und damit den bislang geltenden Naturgesetzen widerspricht. Es blieb also nur noch die Folgerung: Die bisherigen Naturgesetze entsprechen nicht der Wirklichkeit. Denn letzten Endes gibt es nur eine Art Schwingung. Es gibt streng genommen keine Elektronen, es gibt keinen Atomkern, sie sind eigentlich nur Schwingungsfiguren. An diesem Punkt hatten wir die Materie verloren.

 

Am Anfang war der Geist

 

Was wir am Ende allen Zerteilens vorfanden, waren keine unzerstörbaren Teilchen, die mit sich selbst identisch bleiben, sondern ein feuriges Brodeln, ein ständiges Entstehen und Vergehen, etwas, das mehr dem Geistigen ähnelt – ganzheitlich, offen, lebendig. Im Grunde, so müssen wir nun sagen, gibt es nur Geist. Die Materie ist gleichsam die Schlacke des Geistigen. In unserer begrenzten menschlichen Wahrnehmung nehmen wir diese Schlacke, da wir sie mit Händen greifen können, jedoch weit wichtiger als das geistig Lebendige. Tatsächlich aber gilt es zu erkennen: Es gibt letztlich gar nichts Seiendes, nichts, was aus sich heraus existiert. Es gibt nur Veränderung, Wandel, Prozesse. Vor diesem Hintergrund können wir sagen: In jedem Augenblick wird die Welt neu geschaffen. […]

 

Lesen Sie den kompletten Artikel in der TATTVA VIVEKA 53

 

Dieser Artikel ist auch als PDF erhältlich:

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Dürr TV53 (PDF)

Kompletter Artikel im PDF-Format (6 Seiten)
 
Preis: 2,00 EUR
(inkl. 19,00% MwSt.)
 
 

Artikel zum Thema in früheren Ausgaben:

TV 02: Wolfgang Wiedergut
Moderne Naturwissenschaft und die Elementlehre des Altertums

TV 18: Prof. Dr. Fritz-Albert Popp
Biophotonen. Licht, Kohärenz und Kommunikation

TV 21-23: Dr. Michael Harder – Die fünfte Dimension.
Definition des Unfassbaren

TV 22: Dr. Ulrich Warnke – Was ist Leben?
Diesseits und jenseits der Raum-Zeit-Netze

TV 26-27: Prof. Dipl. Chem. Waltraud Wagner – Der Phantomeffekt.
Spiegelung zwischen Geist und Materie

TV 52: Dipl.-Ing. Robert Gansler – Empraxis, das aus sich rollende Rad.
Energie, Schöpfung und Erhaltung des Lebens

 

Bildnachweis: © S.Thierauf/Fotolia, wallpapers, Fotolia