Tian Tao Yoga

Tian Tao Yoga

Tian Tao

Die anstrengungslose Bewegung

Autor: Ronald Engert
Kategorie: Taoismus
Ausgabe Nr: 61

 

 

Tian Tao ist ein Yoga-Weg der Anstrengungslosigkeit. Die besten Resultate werden erzielt, wenn man mit einer gewissen ›faulen‹ Haltung an das Üben herangeht. ›Fühlen und nicht Machen‹ ist das Credo der Tian Tao Praxis. Es bedarf keiner äußeren Perfektion, um die Wirkung dieser heiligen Bewegungen zu erfahren.

 

Vom 27. bis 28. September 2014 nahm ich an einem Einführungsseminar zu Tian Tao Yoga teil. Die Seminarankündigung versprach ein »Yoga für Faule«, eine Praxis der anstrengungslosen, spontanen Bewegungen. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas so anstrengend sein kann. Aber es liegt ein tieferer Sinn darin. Die spontanen Bewegungen, die nicht mit Druck, Kraft oder einer mechanischen Technik ausgeführt werden, ja die sogar absichtslos sind und rein aus der natürlichen fließenden Natur des Körpers hervorgehen, haben wir uns durch unsere Betonung der mentalen Ebene und des Egos gründlich abtrainiert. Deshalb kann es anstrengend erscheinen, sich auf die ungewohnten Bewegungsabläufe einzulassen.

Tian Tao

Tian Tao Yoga kommt aus einer chinesischen Meisterlinie und wird u.a. auch in den Shaolin-Klöstern praktiziert. Ho Lo, ein lebender Großmeister, beschloss in den 1990er Jahren, diese Praxis erstmals an Westler weiterzugeben. In China hatte sich der dort heimische Taoismus mit dem Buddhismus vermischt, und auch Einflüsse des Yoga sind dort zu finden. Deshalb wird Tian Tao als »zen-buddhistisches Yoga« klassifiziert, hat jedoch mit dem aus Indien bekannten Hatha-Yoga keine Ähnlichkeit. Tian Tao ist verwandt mit Tai Chi und Qi Gong, betont aber diese anstrengungslose Bewegung, die aus dem Unterbauch, dem Kraftzentrum des Körpers, hervorgeht. Die Bewegung der äußeren Extremitäten und der Atmung werden durch diese Bewegungen im Unterbauch ausgelöst und nicht willentlich gesteuert. Der Praktizierende konzentriert sich auf sein Perineum (der Bereich zwischen Genitalien und Anus) oder, je nach Übung, auf den sogenannten »Kessel«, das zentrale Energiezentrum, das sich 4 cm unter dem Bauchnabel im Inneren des Körpers befindet. Die Praxis wird in Deutschland von Julia Kant gelehrt. Sie schreibt:
»Was ich an Tian Tao besonders schätze, ist der Umstand, dass es sich um einen Weg direkter Erfahrung handelt. Ohne konzeptionelle Vorgaben können Menschen auf tiefe Weise mit sich und dem Göttlichen in Kontakt kommen. In der Vorstellung Vieler sind spirituelle Praktiken mit großer Disziplin und Entsagung verbunden. Auf Tian Tao trifft das allerdings überhaupt nicht zu; hier stehen Anstrengungslosigkeit, Genuss und Leichtigkeit im Vordergrund. Es gibt keine Notwendigkeit, mit Strenge gegen sich und seine Natur zu arbeiten, wie das bei manchen anderen Praktiken geschieht. Ganz im Gegenteil: Die besten Resultate werden sogar dann erzielt, wenn man mit einer gewissen ›laissez faire‹-Haltung an das Üben herangeht, wenn man sich erlaubt, faul zu sein. ›Fühlen und nicht Machen‹ ist das Credo der Tian Tao Praxis. Es bedarf keiner äußeren Perfektion, um die Wirkung dieser heiligen Bewegungen zu erfahren.« […]

www.tiantao-yoga.de

 

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Artikel zum Thema in früheren Ausgaben:

TV 09: Frank Julian Gelli – Schauberger, Schlangenbewegung und metaphysische Erkenntnis

TV 38: Emilie Conrad – Die fließende Intelligenz des Körpers. Continuum Movement

TV 40: Dominik Irtenkauf – Der Geist tanzt. Eurythmie

TV 46: Themenheft »Yoga und Atem«

TV 61: Julia Kant – I Ging und genetischer Code

 


 

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