Alles im Fluss

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So lässt sich der monatliche Zyklus mit Āyurveda harmonisieren

Die Menstruation ist im Leben einer Frau ein wesentliches und regelmäßig wiederkehrendes Ereignis. Wenn es dabei zu Beschwerden kommt, empfiehlt die konventionelle Medizin in vielen Fällen eine Hormontherapie. Dass es dazu eine Alternative gibt, zeigt Dr. Hedwig H. Gupta anhand des āyurvedischen Verständnisses des Monatszyklus, dessen Phasen und der Therapieempfehlungen bei Störungen.

Die Menstruation ist ein monatliches Ereignis, das jede Frau, solange sie davon betroffen ist, beschäftigt. Sie dient der Reinigung der Gebärmutter und sorgt dafür, dass vor einer möglichen Empfängnis die Schleimhaut immer frisch und leistungsfähig ist. Damit ist sie ein Zeichen der fruchtbaren Periode der Frau. Die Menstruation wird komplex gesteuert. Nur wenn das gesamte System harmonisch funktioniert, kommt es zu einem leichten und schmerzlosen Abbluten der alten Schleimhaut und einem gesunden Aufbau der neuen.

Viele Frauen haben mit Beschwerden während der Menstruation zu kämpfen.

Diese können darin liegen, dass die Periodenblutung schmerzhaft ist. Sie können aber auch durch Störungen der Frequenz (zu oft, zu selten oder unregelmäßig), Störungen der Menge (zu viel oder zu wenig) oder Störungen der Länge der Blutungszeit (zu kurz oder zu lang) hervorgerufen werden. Ist eine Menstruation nicht verlässlich, verliert eine Frau durch die Blutung viel Kraft und Substanz, dann kann sich die monatliche Wiederholung des Ereignisses zu einer Qual auswachsen, welche die Lebenskraft und -freude der betreffenden Frau deutlich reduziert.

Die konventionelle Medizin erklärt die monatliche Rhythmik als ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Hormonen. Dementsprechend basieren die therapeutischen Ansätze oft auf der Beeinflussung der hormonellen Balance. Einige Frauen vertragen diesen direkten Eingriff in das Endokrinium nicht gut und leiden an Nebenwirkungen. Diese wünschen sich einen anderen Ansatz für ein Verständnis der Vorgänge und für eine sanfte Therapie.

In diesem Artikel werden das āyurvedische Verständnis der Monatsrhythmik und deren Störungen vorgestellt und āyurvedische Therapieansätze und Selbsthilfemöglichkeiten diskutiert.

Wie kann Ayurveda die Frau dabei unterstützen, ihren Zyklus zu verstehen und zu harmonisieren? Antworten hierfür finden Sie im vollständigen Artikel. Unten können Sie bestellen!

Der Monatszyklus aus āyurvedischer Sicht

Doṣas sind nicht in jedem Individuum zu jedem Zeitpunkt gleich.

Da sich jede Aktivität und jede Veränderung im Leben auf die doṣas auswirken, sind diese kontinuierlich zyklischen Verläufen unterworfen.

Normalerweise führen diese physiologischen Schwingungen zu leichten Veränderungen der Befindlichkeit, aber nicht gleich zu deutlichen Belastungen. Oft unterstützen die Phasen der Verstärkung von dem einen oder anderen doṣa nicht nur die jeweilige Phase in ihrer Physiologie, sondern auch andere Prozesse. So fördert beispielsweise der Schlaf kapha. Die Nacht ist dementsprechend die Phase, in der Kraft gut aufgebaut werden kann. Wenn man geschwächt ist, kann man auch am Tage schlafen und damit die Kraft noch intensiver aufbauen. Übertreibt man es allerdings, entstehen kapha-artige Eigenschaften wie Schwere und Kälte im Übermaß, und dem Betroffenen wird schlecht und er wird träge, nicht kraftvoll.

Auch die monatliche Rhythmik der Frau wird dementsprechend von verschiedenen doṣas beeinflusst. Zu verschiedenen Zeitpunkten der Periode werden bestimmte doṣas vermehrt gereizt und dann wieder beruhigt.

Störungen der Menstruation aus āyurvedischer Sicht

Die Ausprägung der Periodenblutung kann Störungen des Gesamtsystems widerspiegeln. Bei Reizung des doṣas

  • vāta
    kommt es zur Störung der Taktung und Regelmäßigkeit, zu Schmerzsyndromen, zur »Trockenheit« des Blutes und der Schleimhäute. Die Blutung ist gering. Manchmal kommt auch kein Blut. Das Blut ist eher dunkel.
  • pitta
    löst sich rotes und heißes Blut, evtl. mit einem Gefühl von Brennen. Störungen der Temperatur sind typisch für eine pitta-Reizung.
  • kapha
    kommt es zu Schleimbildung und Ödemen. Die Zyklen sind langsam. Ein Schweregefühl begleitet die Periode.

Diese Zeichen der Periodenstörungen gehen oft auch mit anderen Symptomen der Störung der doṣas einher. So tritt eine schmerzhafte Periodenstörung selten allein auf.

Aus āyurvedischer Sicht ist es nicht erstaunlich, wenn diese Störung durch den doṣa vāta zusammen mit Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrgeräuschen, Schlafstörungen und/oder Verdauungsstörungen auftritt.

Oft werden die Beschwerden aus dem nicht-gynäkologischen Bereich noch schlimmer, wenn die Periode noch nicht anläuft – vāta den Anfang der Periode nicht richtig taktet – oder wenn die Periode gerade läuft und damit der Betroffenen die Kraft entrinnt. Ist die Periode hingegen überstanden, werden typischerweise auch die anderen Beschwerden gemildert, weil in der Phase natürlicherweise kapha stärker wird und sich vāta beruhigt. Umgekehrt werden die Schmerzen in der Periode durch Stress, Rhythmusverschiebungen und Nachtwachen verstärkt. Eine Rhythmisierung des Tagesablaufs, warmes Essen und genügend Schlaf können die Beschwerden der Dysmenorrhoe umgekehrt vermindern.

Im Āyurveda werden in den klassischen Werken Erkrankungen beschrieben, die Menstruationsstörungen im Zentrum haben. Diese werden im Folgenden vorgestellt:

Allgemeine Erkrankungen des weiblichen Geschlechtstrakts (yonivyāpad)

Yonivyāpad ist der zentrale Begriff für alle Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Er umschreibt 20 Formen von Erkrankungen, bei denen Periodenstörungen auch immer eine Rolle spielen. Infolge der Periodenstörung kann die Fruchtbarkeit vielfach beeinträchtigt werden. Die Ursachen von yonivyāpad liegen im Leben, in der Ernährung, im Unterdrücken von natürlichen Bedürfnissen oder in »fehlerhaftem« Umgang mit Sex, können aber auch göttlichen Ursprungs sein.

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Therapeutisch wird erst versucht, die Ursachen zu verhindern und den Stoffwechsel (agni) zu stärken. Dabei muss man vorsichtig sein, um weder pitta noch das Blut zu erhitzen. Das funktioniert optimal, wenn jede Mahlzeit ausschließlich bei Hunger gegessen und mit Ghī zubereitet wird. Eine leicht verdauliche, agni anregende, aber kühlende Nahrung ist ideal. Kühlende und die Blutung stoppende Kräuter wie Süßholz und Aloe Vera können dazu eingesetzt werden.

Sind die Beschwerden therapieresistent oder kehren immer wieder, dann wird im Āyurveda eine Ausleitungstherapie, der klassische pañcakarma, empfohlen. Die Vorstellung ist die, dass die gereizten doṣas immer wieder die Neigung haben, sich in dem betroffenen Gewebe, in diesem Fall dem weiblichen Geschlechtssystem, festzusetzen. Bei der Ausleitungstherapie werden die doṣas erst durch Einnahme von fettenden Substanzen aus dem Gewebe gelöst und dann herausmassiert. Je nachdem, welcher doṣa bei der Periodenstörung im Vordergrund liegt, werden dann in vorgeschriebener Reihenfolge die dafür notwendigen Schritte der Ausleitung durchgeführt. Immer wichtig sind dabei die Einläufe, die in einer Serie von aufbauenden öligen Einläufen mit Ganzkörpermassagen und ausleitenden Kräutereinläufen vonstattengehen. Nach der Ausleitungstherapie ist ein achtsamer Aufbau von gesunden doṣas sehr wichtig, um die Wirkung zu vertiefen und zu konsolidieren.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

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Über die Autorin

Unsere Autorin Dr. med. Hedwig H. Gupta

Dr. med. Hedwig H. Gupta ist Fachärztin für Orthopädie mit Schwerpunkt Rheumatologie. Sie ist Gründerin und Leiterin der vidya sāgar Akademie für Āyurveda und Yogatherapie. Ebenso ist sie Mitgründerin der Deutschen Ärztegesellschaft für Āyurveda-Medizin sowie der Deutschen Gesellschaft für Yogatherapie und derzeit zweite Vorsitzende beider Gesellschaften.

www.vidya-sagar.de

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