Philosophie

Ken Wilber - Einstein der Bewusstseinsforschung? Teil 3

Fragen an den »integralen« Denkansatz Ken Wilbers aus philosophischer Sicht. Teil 4

Autor: Prof. Dr. Johannes Heinrichs Kategorie: Philosophie Ausgabe Nr: 65   Im letzten Teil dieser Abhandlung untersucht der Autor Ken Wilbers Vier-Quadranten-Modell und seiner Vorstellung von Holons. Das Quadranten-Modell ist für Heinrichs eine Systematik, die lediglich zwei Dualismen verschränkt, aber keine systematische reflexionstheoretische Unterscheidung erkennen lässt. Holons würden von Wilber unberechtigterweise umfangslogisch und dinglich verstanden. Wilbers Ansatz ist deshalb für den Philosophen Heinrichs nicht tragfähig.

Aufbruch zu einer Integration auf einer neuen Ebene

Autor: Prof. Dr. Fyodor N. Kozyrev Kategorie: Philosophie Ausgabe Nr: 65  

Universelle Spiritualität und die Krise der Wissenschaft

  Der Religionsphilosoph Kozyrev zeigt die Gemeinsamkeiten von christlichem Glauben und moderner Wissenschaft auf. Beide grenzen sich von heidnischen und gnostischen Vorstellungen über die materielle Wirklichkeit als beseelte oder göttliche ab. Naturwissenschaft, die heute Religion als falsch ablehnt, wäre ohne die christlichen Theoreme nicht entstanden. Für beide konstitutiv sind ein Dualismus zwischen Ich und Welt sowie zwischen Geist und Materie, aber auch die Ideen von der Einzigartigkeit der Schöpfung und der Menschwerdung Gottes. Angesichts der Krise der Wissenschaften und ihrer Defizite in Fragen menschlicher spiritueller Bedürfnisse ist eine neue Stufe der Integration notwendig. Das Neue Paradigma orientiert sich zu einer holistischeren Sicht der Natur als etwas Lebendigem hin.

Ursprung und Untergang der Philosophía von Prof. Dr. Peter Hubral

  Mythos und Logos   In diesem komplexen Aufsatz verfolgt Hubral die Spur der philosophía, der »ersten Philosophie«. Diese betrachtet er als die ursprüngliche, mit einer spirituellen Praxis verbundene Erforschung der wirklichen Dinge. Im Wuwei-Prinzip des Daoismus findet er diese Quelle hinter dem Erschaffenen und Gewordenen und weist deren Kenntnis bei den Philosophen des alten Griechenland, des arabischen Raums und im Abendland nach. Sokrates, Suhrawardi, Paracelsus und andere werden ihm zu Gewährsleuten der spirituellen Dimension. Aus der ersten Philosophie, dem Logos, entstand die zweite, der Mythos. Diese zweite Philosophie ist eine nur mental und verbal verarbeitete, der der Anschluss an das Dao, das Pneuma, fehlt.  

von Ronald Engert und Gabriele Sigg

  Aufarbeitung unserer eigenen emotionalen Defizite  
Ohne die Aufarbeitung unserer eigenen emotionalen Defizite ist es nicht möglich, die Gesellschaft zu verändern. Ein Gespräch zwischen einer Soziologin und einem Philosophen.
  Gabriele Sigg: In unserer Gesellschaft lassen sich heute zwei Hauptströmungen beobachten. Die eine entspricht der traditionellen hierarchischen Struktur fester Regeln und kollektiver moralischer Vereinbarungen. Dagegen rebellierte die Aufklärung. Jeder Einzelne sollte sich aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit befreien. Freiheit ist heute ein anything goes, die zweite Strömung. Dabei sehen wir jetzt auch die negativen Auswirkungen dieser radikalen Ablösung: gesellschaftliche und psychische Desintegration. Der Soziologe Émile Durkheim nannte diese Orientierungslosigkeit Anomie. Es stellt sich die Frage, inwiefern Menschen vielleicht doch Strukturen brauchen.
Ken Wilber - Einstein der Bewusstseinsforschung? Teil 3

Fragen an den »integralen« Denkansatz Ken Wilbers aus philosophischer Sicht. Teil 3

Autor: Prof. Dr. Johannes Heinrichs Kategorie: Philosophie Ausgabe Nr: 64   Im 1. Teil des Aufsatzes beleuchtete Prof. Heinrichs einige spirituelle Grundannahmen Wilbers zur Personalität und Transpersonalität des Menschen, zu Körper-Geist-Seele und zur transpersonale Psychologie und stellte im 2. Teil sein reflexions-systemtheoretisch fundiertes Modell zur Gestaltung der Gesellschaft vor. Im folgenden Teil geht es um die grundsätzliche Unterscheidung von Wissenschaft und Spiritualität. Hier kritisiert Heinrichs bei Wilber eine unhaltbare Ausweitung des Wissenschaftsbegriffs. Wissenschaft und Spiritualität sind für Heinrichs allerdings kein Gegensatz, sondern je eigenständige Säulen des Wirklichkeitszugangs.

Die Untersuchung eines rätselhaften Phänomens

Autor: Prof. Roland Böckle Kategorie: Philosophie Ausgabe Nr: 64 Was ist eigentlich Zeit? Zeit beschäftigt die Menschen, seit es Kultur gibt, und immer noch ist unklar, was Zeit eigentlich ist. Der Autor gibt ein Panorama der Aussagen und Erkenntnisse zur Zeit aus der gesamten Menschheitsgeschichte und zeigt, dass Zeit objektiv nicht fassbar ist. Vielmehr ist sie ein menschliches Empfinden, ein Konstrukt und eine Relation zwischen erfahrbaren Ereignissen.Zeit beschäftigt die Menschen, seit es Kultur gibt, und immer noch ist unklar, was Zeit eigentlich ist. Der Autor gibt ein Panorama der Aussagen und Erkenntnisse zur Zeit aus der gesamten Menschheitsgeschichte und zeigt, dass Zeit objektiv nicht fassbar ist. Vielmehr ist sie ein menschliches Empfinden, ein Konstrukt und eine Relation zwischen erfahrbaren Ereignissen.