Philosophie

Ursprung und Untergang der Philosophía von Prof. Dr. Peter Hubral

  Mythos und Logos   In diesem komplexen Aufsatz verfolgt Hubral die Spur der philosophía, der »ersten Philosophie«. Diese betrachtet er als die ursprüngliche, mit einer spirituellen Praxis verbundene Erforschung der wirklichen Dinge. Im Wuwei-Prinzip des Daoismus findet er diese Quelle hinter dem Erschaffenen und Gewordenen und weist deren Kenntnis bei den Philosophen des alten Griechenland, des arabischen Raums und im Abendland nach. Sokrates, Suhrawardi, Paracelsus und andere werden ihm zu Gewährsleuten der spirituellen Dimension. Aus der ersten Philosophie, dem Logos, entstand die zweite, der Mythos. Diese zweite Philosophie ist eine nur mental und verbal verarbeitete, der der Anschluss an das Dao, das Pneuma, fehlt.  

von Ronald Engert und Gabriele Sigg

  Aufarbeitung unserer eigenen emotionalen Defizite  
Ohne die Aufarbeitung unserer eigenen emotionalen Defizite ist es nicht möglich, die Gesellschaft zu verändern. Ein Gespräch zwischen einer Soziologin und einem Philosophen.
  Gabriele Sigg: In unserer Gesellschaft lassen sich heute zwei Hauptströmungen beobachten. Die eine entspricht der traditionellen hierarchischen Struktur fester Regeln und kollektiver moralischer Vereinbarungen. Dagegen rebellierte die Aufklärung. Jeder Einzelne sollte sich aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit befreien. Freiheit ist heute ein anything goes, die zweite Strömung. Dabei sehen wir jetzt auch die negativen Auswirkungen dieser radikalen Ablösung: gesellschaftliche und psychische Desintegration. Der Soziologe Émile Durkheim nannte diese Orientierungslosigkeit Anomie. Es stellt sich die Frage, inwiefern Menschen vielleicht doch Strukturen brauchen.
Ken Wilber - Einstein der Bewusstseinsforschung? Teil 3

Fragen an den »integralen« Denkansatz Ken Wilbers aus philosophischer Sicht. Teil 3

Autor: Prof. Dr. Johannes Heinrichs Kategorie: Philosophie Ausgabe Nr: 64   Im 1. Teil des Aufsatzes beleuchtete Prof. Heinrichs einige spirituelle Grundannahmen Wilbers zur Personalität und Transpersonalität des Menschen, zu Körper-Geist-Seele und zur transpersonale Psychologie und stellte im 2. Teil sein reflexions-systemtheoretisch fundiertes Modell zur Gestaltung der Gesellschaft vor. Im folgenden Teil geht es um die grundsätzliche Unterscheidung von Wissenschaft und Spiritualität. Hier kritisiert Heinrichs bei Wilber eine unhaltbare Ausweitung des Wissenschaftsbegriffs. Wissenschaft und Spiritualität sind für Heinrichs allerdings kein Gegensatz, sondern je eigenständige Säulen des Wirklichkeitszugangs.

Die Untersuchung eines rätselhaften Phänomens

Autor: Prof. Roland Böckle Kategorie: Philosophie Ausgabe Nr: 64 Was ist eigentlich Zeit? Zeit beschäftigt die Menschen, seit es Kultur gibt, und immer noch ist unklar, was Zeit eigentlich ist. Der Autor gibt ein Panorama der Aussagen und Erkenntnisse zur Zeit aus der gesamten Menschheitsgeschichte und zeigt, dass Zeit objektiv nicht fassbar ist. Vielmehr ist sie ein menschliches Empfinden, ein Konstrukt und eine Relation zwischen erfahrbaren Ereignissen.Zeit beschäftigt die Menschen, seit es Kultur gibt, und immer noch ist unklar, was Zeit eigentlich ist. Der Autor gibt ein Panorama der Aussagen und Erkenntnisse zur Zeit aus der gesamten Menschheitsgeschichte und zeigt, dass Zeit objektiv nicht fassbar ist. Vielmehr ist sie ein menschliches Empfinden, ein Konstrukt und eine Relation zwischen erfahrbaren Ereignissen.
 

Ken Wilber - Einstein der Bewusstseinsforschung? Teil 2Fragen an den »integralen« Denkansatz Ken Wilbers aus philosophischer Sicht

Teil 2

    Autor: Prof. Dr. Johannes Heinrichs Kategorie: Philosophie Ausgabe Nr: 63   Im ersten Teil des Aufsatzes beleuchtete Prof. Heinrichs einige spirituelle Grundannahmen Wilbers zur Personalität und Transpersonalität des Menschen, zu Körper-Geist-Seele sowie zur transpersonalen Psychologie und zeigte auf, wo Wilbers Schwachstellen liegen. Im folgenden Teil geht es um ein reflexions-systemtheoretisch fundiertes Modell zur Gestaltung der Gesellschaft, das auch für die kulturelle Emanzipation der Frau Vorteile bringen würde. Heinrichs grenzt es gegen Wilbers Quadrantenmodell ab, das er für systematisch unzureichend hält.

Fragen an den »integralen« Denkansatz Ken Wilbers aus philosophischer Sicht, Teil 1

Autor: Prof. Dr. Johannes Heinrichs Kategorie: Philosophie Ausgabe Nr: 62     Ken Wilber gilt in der alternativ-spirituellen Szene als der große Philosoph und geistige Integrator, der in einem umfassenden Panorama von der Leerheit des Buddhismus bis zum postmodernen Strukturalismus das Gesamtbild der menschlichen Bewusstseinsentwicklung abzubilden beansprucht. Johannes Heinrichs wiederum ist ein fundierter, ausgebildeter Philosoph, dessen Forscherleben der sauberen philosophischen Aufarbeitung der menschlichen Sinnbezüge, auch der spirituellen, gewidmet ist. Heinrichs legt den Finger in die Wunden und zeigt, dass Wilbers philosophische Arbeitsweise auf tönernen Füßen steht. Dabei wird der Blick auf ein viel tiefer gehendes Gesamtbild frei.