Die Rückkehr der Tempelpriesterinnen

Die Rückkehr der Tempelpriesterinnen

Eine Vision vom heiligen Leben

Autor: Katrin Laux
Kategorie: Mann/Frau
Ausgabe Nr: Sonderheft Sexualität

Wie mag die Heiligung von Sexualität in vergangenen Zeiten ausgesehen haben? Und was führte dazu, dass diese Heiligkeit verloren gegangen zu sein scheint? In einer fiktiven, futuristischen Erzählung nimmt Katrin Laux den Leser in sehr bildhafter Sprache mit auf eine Entdeckungsreise des Lebens der Tempelpriesterinnen, die diese Kunst der heiligen Sexualität lehrten.

Eine Vision vom heiligen Leben

Der Journalist ist ein junger Mann von gerade mal 25 Jahren, er heißt Erik und er ist mir sympathisch. Ich frage ihn, ob wir das Interview im japanischen Bassin machen können, weil es mir hier leichter fällt, in die Vergangenheit zurückzureisen. Unser Tempel hat Bereiche und Räume mit ganz unterschiedlichen Qualitäten und Funktionen, aber darauf kann ich später eingehen. Erst einmal entkleiden wir uns, steigen ins warme Wasser. Ich habe Getränke und Früchte bereitgestellt, wir räkeln uns in der Abendsonne. Wir schweigen, und ich bewundere seine Fähigkeit, mir die Zeit zu lassen, die ich brauche. Ich bin bereit, ihm alles zu erzählen, heute an diesem 1. August 2030. Vom Bau dieses Tempels vor drei Jahren, von der Budapester Konferenz 2026, von den großen Unruhen davor, der tiefen Dunkelheit und dem Sinn darin. Später werde ich feststellen, dass wir uns hier nicht zufällig getroffen haben, und Dankbarkeit wird mich überwältigen. Momentan ist es eher eine Ahnung. »Wir beginnen in der Gegenwart, einverstanden?«, höre ich seine Antwort auf die nicht gestellte Frage.

Sexualität war für uns damals so selbstverständlich, dass es kein Wort dafür gab.

Lesen Sie im vollständigen Artikel, was die fiktive Sprecherin mit dem »Großen Erinnern« meint.

»Wie kam es dazu, dass dieser Sinnes-Tempel gebaut wurde?«

Der Archetypus der Tempelpriesterin begleitet mich schon viele Jahre. Informationen darüber habe ich begierig aufgesogen. Mein ganzer Lebensweg hatte mehr oder weniger mit Sexualität zu tun.

Vor etwa 15 Jahren begann das Große Erinnern.

Zuerst als verschwommene Bildfetzen verschiedener Inkarnationen: als Tempelpriesterin, als Hure, als Folterer, als Indianerin … Diese Erinnerungen sind Teile eines riesigen, weltumspannenden Puzzles, das zu einem Ganzen werden will.

Sexualität im Tempel

»Kannst du etwas darüber erzählen, wie in diesem Tempel Sexualität gelebt und was unterrichtet wurde?« Wenn wir uns begegneten, nahmen wir Verbindung zueinander auf und wussten telepathisch, was der andere uns sagen wollte. So gab es damals keine Lüge in der Welt. Uns umhüllte ein Kokon von Energie, wie ein Ei. Der schützte uns, trug uns, und wir strahlten und hatten tiefes Glück im Herzen. Wenn dieser Kokon dünn wurde und Löcher bekam, durch Krankheit, Kämpfe oder karmische Verstrickungen, vereinigten wir uns mit einem Partner und luden den Kokon wieder auf, wir reparierten ihn. Später, als die Zeiten rauer geworden waren, die Priester männlich und sie der körperlichen Liebe entsagten, trugen sie diesen Kokon nur noch um den Kopf herum – als Heiligenschein.

Sexualität war für uns damals so selbstverständlich, dass es kein Wort dafür gab.

Wir waren umgeben und durchdrungen von ihr. Sie war die Urlust der polaren Kräfte, sich zu vereinen – ein Verweben, ein Tanzen immerzu.

Wir kannten keinen Trieb, aber wir kannten Ekstase.

Wir nutzten dafür auch die Zauberwesen der Natur, um in andere Bewusstseinsräume zu gelangen. Später wurden sie Suchtmitteln gleichgestellt, Drogen genannt und ebenso respektlos behandelt wie wir.
Es gab im Tempel Initiationen und es gab Unterricht. Die meisten Tempelpriesterinnen waren Frauen, aber es gab auch Männer unter uns, die sich besonders berufen fühlten und spezielle Aufgaben übernahmen. Sie waren die Verkörperung des Göttlichen in Zeremonien. Sie brachten anderen Männern bei, wie sie im Akt der Vereinigung einen Schutz machen konnten.

Die Rolle von Mann und Frau

»Wie war das Verhältnis zwischen Männern und Frauen und wie sollte es heute sein?« Auf diese Frage habe ich gewartet, aber ich muss etwas ausholen. Die Antwort wird so leicht missverstanden, gerade in dieser neuen Zeit.

Wir brauchen jetzt keine Rückkehr ins Matriarchat, wir brauchen neue Rollenmodelle für Frauen und Männer, die berücksichtigen, dass wir zwar gleichwertig sind, aber keinesfalls gleich. Gerade die Würdigung der Unterschiede bringt uns Kraft und Ausstrahlung zurück.

Die Rückkehr zum spirituellen Urgrund unseres Seins lässt uns erleben, dass wir beides in uns haben. Hat unsere Seele einen weiblichen Körper gewählt, ist der männliche Pol unsere spirituelle Seite, bei den Männern entsprechend andersherum. So sind wir verbunden und ganz. Wenn wir uns nur aufs Materielle beschränken, sind wir halb. Kommt ein Mensch ohne spezifische Geschlechtsmerkmale auf die Welt oder fühlt er sich im falschen Körper, hat seine Seele die Wahl getroffen, besondere Erfahrungen zu machen. Dem gilt es, Respekt zu zollen, nur sollte sich nicht eine ganze Gesellschaft davon beirren lassen.

Ja, wir Frauen hatten damals sehr viel Macht. Wir sorgten für das emotionale und spirituelle Gleichgewicht der Gemeinschaft. Ich versuche, zu erinnern, was Artemisa mir beschrieb. Das Sonnenlicht, das Feuer, der aktive Pol, die göttliche Präsenz vereinigt sich mit der Erde, dem empfangenden Pol, aus dem wiederum alles hervorgeht, was Form und Gestalt hat; alle Materie – die Mater. Das Weibliche ist die Ausformung, die Vielfalt an Gestalt, letztlich reine Energie. Eine zarte Blume besteht aus demselben Urgrund wie rauer Fels.

Die Frau in der alten Kultur ruht in ihrer Kraft. Sie ist eine Königin.

Sie braucht für die körperliche Liebe eine Struktur, um grenzenlos zu sein. Sie will sich verschenken, wie ein Baum voller Äpfel. Sie möchte nicht darum bitten müssen, dass jemand ihre Äpfel pflückt, sie möchte sie nicht faulen lassen, denn das macht sie hilflos, wütend und emotional.

Wie können sowohl Männer als auch Frauen zu ihrer ursprünglichen Kraft zurückfinden und sich authentisch begegnen? Lesen Sie dies und vieles mehr im vollständigen Artikel. Unten können Sie das Pdf bestellen.

»Was ist dann passiert, dass ihr aufhörtet, Tempelpriesterinnen zu sein?« Weil die Mächte der Finsternis uns kontrollieren mussten, um ihre Macht, ihren Reichtum zu vergrößern, hielten Lüge und Verrat Einzug, und es wurde immer schwerer, unsere Tradition zu bewahren. Wenn Menschen in Liebe vereint sind, haben die Wesen der Finsternis keine Chance. Also mussten sie die spirituelle Verbindung kappen und die sexuelle Nahrung wegnehmen, wollten sie die Menschen beherrschen. Sie mussten Angst auf die Erde pflanzen. Wie machten sie das? Sie säten zum Beispiel Zwietracht zwischen Mann und Frau, sie griffen in die Geburt ein und sie vernichteten das Wissen.

Die Rückkehr der Tempelpriesterinnen

Sie sagten als Erstes, die Frau sei dem Manne Untertan, obwohl sie bis dahin die Hüterin und Bewahrerin der Erde war. Sie hielten den Mann davon ab, die Frau zu beschützen, und verwickelten ihn in Kriege. Die Frau konnte ihn die Liebe nicht mehr lehren, weil sie selbst bedürftig war. Jetzt war die Urverletzung der Frau gegenüber dem Mann, dass sie ihren Schoß verschloss. Sie achtete seine Autorität nicht, sie liebte nicht die Kraft seines Schwanzes. Sie verhinderte, dass der Mann seine Bestimmung erfüllte, die reifen Äpfel zu pflücken. Die Frauen waren keine Königinnen mehr, sie waren zu Bettlerinnen geworden.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über die Berufung der Tempelpriesterinnen und welche Aufgaben sie im Laufe der Jahrhunderte erfüllten.
Lesen Sie die vollständige Fassung im Tattva Viveka Sonderheft Sexualität oder downloaden Sie diesen Artikel einzeln als ePaper für 2,00 € (Pdf, 8 Seiten).

Die Rückkehr der Tempelpriesterinnen (PDF)

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Katrin Laux
Die Rückkehr der Tempelpriesterinnen
Eine Vision vom heiligen Leben

Wie mag die Heiligung von Sexualität in vergangenen Zeiten ausgesehen haben? Und was führte dazu, dass diese Heiligkeit verloren gegangen zu sein scheint? In einer fiktiven, futuristischen Erzählung nimmt Katrin Laux den Leser in sehr bildhafter Sprache mit auf eine Entdeckungsreise des Lebens der Tempelpriesterinnen, die diese Kunst der heiligen Sexualität lehrten.
 

 

Artikelnummer: TVS02_11e Schlagwörter: ,

 
 

Über die Autorin

Unsere Autorin Karin Laux

Katrin Laux gründete das AnuKan-Zentrum, in dem Menschen ermutigt werden, Wissen um Sexualität und Spiritualität durch den Weg der Erfahrung für ein selbstbestimmtes, freudvolles Leben zu nutzen. Sie ist u. a. Heilpraktikerin (Psy) und Sexualberaterin, seit über 20 Jahren Masseurin für Sinnliche (Heil-)Massagen und absolvierte eine dreijährige schamanische Ausbildung »Der Weg des offenen Herzens« (Schweiz).

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