Liebesspiel zwischen Ego und Higher Self

Liebesspiel zwischen Ego und Higher Self

Westliche Denkansätze für integrale Menschen

Ego und Higher Self werden in den verschiedenen Traditionen oftmals einseitig betont. Die AutorInnen stellen eine gelungene Integration beider Aspekte auf der Basis der westlichen Philosophie vor. Aus dieser Betrachtung entwickeln sie eine lebendige Metapher für die Balance zwischen beiden Polen: das Liebesspiel.

Die Begriffe »Ego« und »Higher Self« sind philosophische Zuspitzungen, die es so abstrakt in uns nicht gibt. Doch oft sind solche Abstraktionen sinnvoll, da sie uns ermöglichen, die unendliche Komplexität der Wirklichkeit so zu verdichten, dass dabei nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch neue Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten entstehen.

Beide Begriffe drücken aus, dass unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen in sehr komplexe und energetisch und intentional sehr verschiedene Ebenen des Seins eingebunden sind: einerseits in die schon recht gut erforschten Bedingungen und Wechselwirkungen der physikalischen und biologischen Wirklichkeit und andererseits in die bisher viel weniger erforschten universelleren Energie- und Wirkungsfelder, für die wir in unserer modernen Sprache und Wissenschaft bisher nicht einmal allgemein verständliche und akzeptierte Bezeichnungen haben. Doch einigen wir uns für diesen Text einfach auf »Ego« für unsere biologisch verwurzelten und oft kulturell überhöhten Gefühle, Gedanken und Taten wie Neid, Machtsucht, Eifersucht, Missgunst, Todesangst, die Baruch Spinoza in seiner »Ethik« insgesamt als »passions«, d. h. als leidende Zustände erfasste. Und unterscheiden wir davon mit dem Begriff »Higher Self« jene Gefühle, Gedanken und Taten wie Liebe und Vertrauen, Leichtigkeit und Freiheit, Freude und Mitfreude, Bewusstheit und Schönheit, die Baruch Spinoza als »actions« erfasste.

Welchen Raum das Ego oder Higher Self in westlicher und östlicher Kultur einnehmen, finden Sie im vollständigen Artikel. 😉 Unten können Sie bestellen!

Die Balance finden

Wir heutigen Menschen haben unsere Potenziale eines integralen oder wirklichen Lebens erst teilweise entfaltet. Wir tendieren dazu, entweder unser »Ego« oder unser »Höheres Selbst« zu bevorzugen und die andere Seite zu vernachlässigen oder gar zu unterdrücken. Ohne eine bewusste Anerkennung und intensive Liebe der jeweils anderen Seite kann jedoch keine von beiden ihre Schönheit, Weisheit und Handlungskraft vollkommen entfalten. So bleiben wir zu ich-los oder zu ich-haft, erblühen nicht zu der uns möglichen Ich-Freiheit und können uns zu wenig von inneren Ängsten oder überholten kulturellen Normen lösen. Infolgedessen leben und wirken wir – oft trotz besseren Wissens – zu wenig für das eigene Glück und für die Zukunft dieser Welt.

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Das Höhlengleichnis

Da andere Texte dieses Heftes vorwiegend östliche Ansätze zur Integration beider darstellen, hier im Folgenden einige aus der westlichen Kulturgeschichte:

Bereits Sokrates, der Urvater einer kritischen und reflexiven Selbsterkenntnis, unterschied die zu engen Sorgen und Gedanken des menschlichen Marktplatzes oder Alltags von jenen Geistesinhalten, die uns mit einer größeren, unendlichen Weisheit verbinden. Diese Stimme der universellen Weisheit in uns nannte er unser »Daimonium«. Seine im täglichen Gespräch mit Freunden oder Fremden immer wieder neu thematisierte Aufforderung menschlicher Selbsterkenntnis zielte auf die Integration beider Seiten.

Konkreteres Zeugnis dafür verdanken wir dem wichtigsten und wirksamsten Schüler von Sokrates: Platon. Am deutlichsten wird es vielleicht in seinem Buch »Symposion oder Über die Liebe«. Dort erzählt Sokrates, warum alles Schöne im Leib und in der Seele erst aus der Verbindung von unserer beschränkt-menschlichen mit unseren »göttlichen« Seiten entsteht. Auch Platons berühmtes Höhlengleichnis ist letztlich nichts anderes als eine alltagsbezogene Symbolisierung von Ego und Higher Self: Menschen denken, fühlen und handeln für gewöhnlich in einer sehr begrenzten Art und Weise – als ob sie in einer kleinen, vor allem auf sich selbst und ihre nächsten Verwandten bezogenen mental-emotionalen Höhle sitzen. Sie sehen nur sich selbst und die Schatten ihrer eigenen Gedanken und Emotionen. Nur selten trauen sie sich oder werden dazu veranlasst, diese mentale Höhle zu verlassen. Doch tun sie das, können sie auf einmal die unendlich größere, schönere, vielfältigere und lichtere Wirklichkeit der Sonne und des Kosmos wahrnehmen und dabei auch sich selbst in einem viel größeren Zusammenhang und Sinn erkennen – ohne sich darin zu verlieren, sondern letztlich dazu, um ihr Leben freier, bewusster und schöner gestalten zu können.

In dieser Fassung sind Auszüge aus dem Artikel wiedergegeben. Den vollständigen Artikel gibt es im Pdf, das unten bestellt werden kann.

Westliche Denkansätze für integrale Menschen

Da uns beiden Autoren dieses Textes die meisten bisherigen Ansätze zum Zusammenspiel von Ego und Higher Self entweder zu einseitig oder zu leblos blieben, suchten wir nach schöneren Möglichkeiten ihrer Integration. So entdeckten wir die Metapher des Liebesspiels. Letztlich ist das nicht neu, sondern nur eine modernere Variante dessen, was bereits Platon erkannte und als tiefster Sinn des »Eros« erfasste: Alles Schöne in und um uns gelingt uns meist dann, wenn sich unser Ego-Menschliches mit unseren göttlichen Dimensionen spielend – d. h. nicht einander auflösend, sondern kreativ die Unterschiede genießend – verbindet. »Dabei ist diese Liebe nicht auf das Schöne als solches gerichtet, sondern auf die Erzeugung und Geburt im Schönen. Daraus erwächst alles Gute und Gerechte für uns Menschen und den Kosmos.«

Wenn ein Höheres Selbst erwacht, hat es manchmal die Tendenz, sich nur als Ein und Alles zu sehen und zu vergessen, dass auch das Ego ein einzigartiger Ausdruck des Universums mit einzigartigem Potenzial ist. Und unser Ego tendiert nicht selten dazu, seine Sorgen, Ängste, Ärgernisse oder Eifersüchte zu verabsolutieren und unser Höheres Selbst zu verdrängen.

Beide Seiten unseres Mensch-Seins – unser Ego und unser Höheres Selbst – können sich jedoch wundervoll ergänzen, da sie jeweils unterschiedliche Facetten, Energien und Möglichkeiten unseres Ich-Seins sehen und verstehen. Das gelingt am besten, wenn wir uns diese beiden Seiten unseres Ichs als Liebespartner vorstellen. Als zwei Seiten, die sich zwar manchmal verleugnen, voreinander weglaufen oder gegenseitig auf den Mond schießen wollen, die aber auch viel voneinander lernen und miteinander viel intensiver die Schönheiten und Wunder des Lebens und dessen Entwicklungsabenteuer des Bewusst-Seins und der Freude genießen können.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Facetten des Liebesspiels zwischen Ego und Higher Self.

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Prof. Dr. Maik Hosang & Prof. Dr. Yve Stöbel-Richter TV86 (PDF)

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Zu den Autor*innen

Prof. Dr. Yve Stöbel-Richter, geb. 1968, studierte Soziologie, Psychologie und Theaterwissenschaften in Leipzig, Berlin und Grenoble. Sie promovierte und habilitierte zu den Themen Kinderwunsch und Familiengründung und ist Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Hochschule Zittau/Görlitz. Sie ist systemischer Coach und (Ko-)Autorin von Büchern wie »30 Jahre ostdeutsche Transformation«, »Kommunikation in der Medizin«, »Arbeitswelt und Gesundheit« und »Fertilität und Partnerschaft«.

Prof. Dr. Maik Hosang, geb. 1961, studierte Philosophie und Anthropologie in Berlin, Moskau und Indien. Er promovierte und habilitierte zu interdisziplinären Zusammenhängen von Anthropologie, Nachhaltigkeit und Zukunftsforschung. Seit 2013 vertritt er die Professur für Kulturphilosophie, sozialen und kulturellen Wandel an der Hochschule Zittau/Görlitz. Er ist (Ko-)Autor von folgenden Büchern »Der integrale Mensch«, »Die emotionale Matrix«, »Die Kunst des Liebens im Tun« und »Kreativität und Ko-Kreativität«.

Unser Autor Prof. Dr. Maik Hosang

Bildnachweis: © Adobe Photostock

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