Tattva Viveka 99

Tattva Viveka 99

Tattva Viveka Nr. 99

Inhalt der Ausgabe

Schwerpunkt: Gott im 21.Jahrhundert
Erschienen: Juni 2024

Tilmann Haberer – Spiritueller Leerstand • Prof. Dr. Thomas Metzinger – Der Elefant und die Blinden • Julia Hayden – Vom Chaos zur Liebe • Dr. Cynthia Bourgeault – »Gott ist eine Person!« • Ronald Engert – Die Erfahrung Gottes • Pir Zia Inayat Khan – Das ewige Sein • Bharati Corinna Glanert – Wer oder was ist Gott im 21. Jahrhundert? • Matthias Weiss – Geistiges Heilen mit den Händen • Floco Tausin – Mouches volantes in den Religionen: Der Buddhismus (Teil 2) • u.v.m.

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Die Artikel der Ausgabe:

Der Elefant und die Blinden – Teil 1

Wie kann echte Erkenntnis gewonnen werden? Spirituelle Philosophie ist Erkenntnis im höheren Sinne jenseits von Empirie und Rationalität.

Vom Chaos zur Liebe

Als Menschen versuchen wir unsere Erfahrungen in einen größeren Sinnzusammenhang einzuordnen, so entsteht aus Chaos Liebe.

»Gott ist eine Person!«

Die Mystikerin interpretiert die Personalität Gottes aus integraler christlicher Perspektive als komplexeste Form des Bewusstseins.

Die Erfahrung Gottes

Ein Gottesbegriff des 21. Jh. baut auf der eigenen subjektiven Erfahrung auf und erweitert das Verständnis weit über den alten Mann mit Bart hinaus.

Das ewige Sein

Der Sufimystiker Hazrat Inayat Khan stellt vor, wie eine erfahrungsbasierte Spiritualität einen an das Göttliche und Absolute heranführt. Mit Übungen, die das Beschriebene, erlebbar machen.

Wer oder was ist Gott im 21. Jahrhundert?

Die Wissenschaft kann Gott nicht beweisen, dennoch folgt die Welt göttlichen Gesetzen. Mit zunehmendem Bewusstsein lässt sich auch die Existenz Gottes wahrnehmen.

Geistiges Heilen mit den Händen

Ein Theologe und Heiler berichtet über seine Praxis des Handauflegens, über das Loslassen und Leerwerden des Heilens und über die Rückverbindung an den Urzustand.

Spiritueller Leerstand

Ein Theologe und Heiler berichtet über seine Praxis des Handauflegens, über das Loslassen und Leerwerden des Heilens und über die Rückverbindung an den Urzustand.

Mouches volantes in den Religionen: Der Buddhismus (Teil 2)

Die Lichtpunkte (mouches volantes) werden in die spirituellen Lehren des Buddhismus, insbesondere die Dzogchen-Schule, eingeordnet.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

»Gott ist tot«, hatte Nietzsche verkündet. Der Satz geht allerdings weiter: »und wir (das Christentum) haben ihn getötet«[1]. Es war wohl nicht Nietzsches Absicht, eine metaphysische Aussage über die Existenz Gottes zu machen. Vielmehr waren diese Worte gegen eine bestimmte Art von Religion gerichtet: »Was sind denn diese Kirchen noch, wenn sie nicht die Grüfte und Grabmäler Gottes sind?«. Das sind die letzten Worte in dem Text.

 

Es ist offensichtlich, wir brauchen eine neue Religion oder besser eine neue Form der Spiritualität. Die Idee der Spiritualität an sich ist schon ein alternativer Entwurf zur traditionellen Religion. Spiritualität ist nicht an eine bestimmte Glaubensrichtung, Zeit oder geographische Region gebunden. Sie fußt nicht zwingend auf autoritativen Schriften oder Priesterschaften, denn sie orientiert sich an der eigenen persönlichen Erfahrung. Spiritualität transzendiert und integriert Kulturen, Glaubenssysteme, Ideologien. Insofern ist sie, im Unterschied zur Religion, mit der Wissenschaft kompatibel, wie der anerkannte Philosoph Prof. Dr. Thomas Metzinger überzeugend dargelegt hat.[2]

Viele Menschen aus dem heutigen ganzheitlichen, spirituellen Spektrum haben kein Problem damit, verschiedene Religionen miteinander zu verbinden oder Elemente aus verschiedenen Traditionen zu entnehmen und daraus etwas Neues zu gestalten. Wir können am selben Abend ein indianisches Schwitzhüttenritual machen und indische Mantras chanten, in christlichen Klöstern werden buddhistische Meditation angeboten, praktisch jeden Tag fühlt sich ein/e Erleuchtete/r berufen, eine neue Lehre zu verkünden. Die publizistischen Möglichkeiten im Internet unterstützen diese Dynamik.

 

Die Menschheit wird zu einem globalen Dorf und es bilden sich Bewusstseinsstämme, die unabhängig von der Geographie neue weltweite Gemeinschaften entstehen lassen. Neue Herausforderungen bieten neue Möglichkeiten, im Guten wie im Schlechten. Oberflächliche Beliebigkeit, Konsumhaltung und spiritueller Narzissmus bedienen den Neoliberalismus. Gleichwohl können wir hinter diese Stufe der Individualisierung wohl nicht mehr zurück.

 

Das Gute daran ist, dass wir uns nun auf unsere persönliche Erfahrung stützen und die Verantwortung für uns übernehmen. Keine noch so vollkommene Lehre kann uns das abnehmen. Es sind immer noch wir Menschen selbst, die wahrnehmen und tun. Auch unsere Erfahrung von Göttin-Gott liegt somit in unserer eigenen Verantwortung und Freiheit.

Chefredakteur Ronald Engert

Viel Freude beim Lesen wünscht

Chefredakteur

[1] »Gott ist todt! Gott bleibt todt! Und wir haben ihn getödtet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?« — Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft, Der tolle Mensch, Drittes Buch, 125.

[2] Siehe den Beitrag in dieser Ausgabe und ausführlicher in Tattva Viveka 69: Th. Metzinger – Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit.

Coverdesign: © KI-generiert mit Adobe Creative Cloud, von Stefanie Aue

Wir danken der Lotus Vita für ihre Jubiläums-Sponsorschaft.

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