Tiefenökologie

Tiefenökologie

Heilende Gefühle und die Kraft der Verbundenheit

Was können wir tun, um unser Verhältnis zur Erde zu heilen? Die Tiefenökologie weist auf einen Weg, der über unsere Gefühle geht. Wobei es nicht darum geht, nur »Schönes« zu fühlen, sondern darum, in die Tiefe zu gehen. Dort erwarten uns auf der einen Seite der Schmerz und die Verzweiflung um den Zustand der Welt und auf der anderen die Verbundenheit mit allen Lebewesen. Diese immer sprudelnde Quelle der Lebendigkeit schenkt uns die Kraft und die Liebe, unser Ändern wahrhaftig zu leben.

Warum sind wir uns im Grunde alle darüber einig, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen, und scheinen doch auf dem besten Weg zu sein, daran zu scheitern?

Es ist nur natürlich, dass unsere gegenwärtige Situation und unsere dunklen Zukunftsaussichten Angst auslösen.

Aber weil wir uns vor Schmerzen fürchten und Verzweiflung ein von der Gesellschaft tabuisiertes Gefühl ist, werden diese Empfindungen im Allgemeinen nicht ausgedrückt.

Es reicht weder, die gegenwärtige Krise allein auf der Informations- und Sachebene zu diskutieren, noch genügt es, die Öffentlichkeit durch Vermittlung von immer schrecklicheren Sachinformationen wachzurütteln. Denn diese Art von Informationen verstärkt nur allzu oft den Widerstand und vertieft die Gefühle von Hilflosigkeit und Apathie. Vielmehr müssen wir einander helfen, diese Furcht erweckenden Informationen auch auf der Gefühlsebene zu verarbeiten. Hier setzt die tiefenökologische Bildungsarbeit an.

Tiefenökologie

Wir können für unser Vorhaben, die Tiefenökologie zu beschreiben, das Bild eines Baumes aufgreifen: Er ist uralt, und seine Wurzeln finden ihren Halt im Weisheitsschatz unzähliger Kulturen, die vor uns da waren. Über die Wurzeln hat er Kontakt mit der Quelle, die alle fühlenden Wesen nutzen. Der Baum ist einzigartig, und auch der Tiefenökologie liegt es fern, etwas zu monopolisieren. Wozu auch, es ist so viel da! Die Krone mit dem Blätterdach verbindet ihn mit dem Universum. Durch die Krone sind auch wir mit den Sternen und mit der immer scheinenden Sonne verwandt. Verankert in der Stabilität der Wurzeln und verbunden mit der Freiheit und visionären Kraft der Krone finden wir letztendlich die Kraft, die kein Sturm umwerfen kann. Der allen Stürmen trotzende Stamm symbolisiert unser Potenzial, das sich im Alltag in drei Aspekten darstellt, die wir im Folgenden näher beschreiben wollen: Deep Questioning, Deep Experience und Deep Commitment.

Welche Übungen die Tiefenökologie benutzt, um die Menschen zu ermutigen, sich für unsere Mitwelt einzusetzen, finden Sie im vollständigen Artikel. 😉 Unten können Sie bestellen!

Die Methoden der Tiefenökologie

Der Tiefenökologie ist es wichtig, tiefgehende Fragen zu stellen, z. B. nach dem Wesen der Finanzmärkte, nach unseren Bedürfnissen, nach der Tragfähigkeit natürlicher Systeme, nach der Zukunftsfreundlichkeit von Technologien, nach der Natur und der Seele.

Die Tiefenökologie ist auch ein Sammelbecken für richtungsweisende und zukunftsfreundliche Philosophien.

Tiefenökologische Bildungsarbeit zielt darauf ab, Räume zu schaffen, innerhalb derer Menschen Erfahrungen machen, die tiefer gehen als die rein intellektuelle Auseinandersetzung. Insbesondere die emotionale Dimension des Menschen bietet uns ein großes Potenzial tiefgehender Erfahrung.

Um diese Erfahrungsdimension zu vermitteln, wurden und werden vielfältige Methoden der Natur- und Selbsterfahrung, des sozialen und globalen Lernens sowie der spirituellen Praxis gesammelt. Diese stammen aus den verschiedenen für eine ganzheitliche Bildung relevanten Bereichen. Integriert werden u. a. Erkenntnisse aus Systemtheorie, Gehirnforschung, Psychologie, Solidarökonomie, Ökofeminismus und Ökologie sowie der Weisheitsschatz vieler Traditionen, wie der abendländischen Philosophie, der christlichen Schöpfungstheologie, des Buddhismus oder des Schamanismus.

Haben Menschen ihre Lage erkannt und ihre emotionale Reaktion auf den Zustand der Welt erforscht, erwächst zumeist der Wunsch nach engagiertem Handeln – nicht aufgrund moralischer Ermahnung, sondern aus einem »inneren Wissen um Verbundenheit«.

Möchten Sie wissen, wie engagiertes Handeln im Sinne der Tiefenökologie aussehen kann? Das können Sie im vollständigen Artikel lesen. (Bestellmöglichkeit am Ende des Beitrags!

Verzweiflungsarbeit: Raum für die Verarbeitung belastender Gefühle

 Wer »Nachhaltigkeit« für sich und andere zum Thema macht, rückt damit auch die gegenwärtige globale Bedrohung in den Fokus der Aufmerksamkeit und mit ihr die damit unweigerlich aktivierten Emotionen wie Angst, Bedrücktsein, Verzweiflung und Hilflosigkeit. Der metatheoretische Ansatz orientiert sich an einer speziellen Form psychologischer Friedensarbeit, die in den USA als »despair and empowerment work« (verkürzt auch als »despair work«), Arbeit mit Verzweiflung und Ermutigung, bekannt ist. Sie ist die Antwort auf die Bedrohungen, denen unsere Erde und die auf ihr wohnenden Lebewesen ausgesetzt sind (vgl. Macy 1986).

Die gegenwärtige, unseren ganzen Planeten betreffende Krise ist unserem Fühlen und Denken näher gerückt. Sie umfasst sowohl die immer noch reale Bedrohung durch einen atomaren Krieg als auch die fortschreitende Zerstörung unserer Lebenssysteme, die Verbreitung menschlichen Elends in einem noch nie da gewesenen Ausmaß und die Tatsache, dass es zum ersten Mal in der Geschichte fraglich ist, ob die Menschheit insgesamt überleben wird.

Die gegenwärtige Krise erfordert eine bewusste seelische und geistige Auseinandersetzung mit ihr, und zwar auf eine Weise, die Kraft gibt und Visionen einer positiven Veränderung möglich macht.

In dieser Fassung sind Auszüge aus dem Artikel wiedergegeben. Den vollständigen Artikel gibt es im Pdf, das unten bestellt werden kann.

Heilende Gefühle und die Kraft der Verbundenheit

Der Aufgang zu vielen antiken Tempeln wird von furchterregenden Figuren bewacht. Nur wenn wir uns ihnen – ausgerüstet mit unseren Ressourcen – stellen, wenn wir durch unser Grauen und Grämen hindurchschreiten, finden wir den Eintritt in die Wahrheit, die auf uns wartet. Dort finden wir die wechselseitige Verbundenheit mit allem Leben, unsere »tiefe Ökologie« mit allem, was sie uns verheißt. Dies neue Bewusstsein kommt zu uns wie eine Gnade. Stephen Levine, ein Meditationslehrer, sagt, Gnade sei »ein Gefühl innerer Verbundenheit, die Erfahrung unserer eigentlichen Natur.«

»Es heißt, dass wir aufwachen sollen, aufstehen, uns auf den Weg machen. Auf uns soll gezählt werden können!
Wir werden gegenwärtig an unseren Platz auf dieser Erde erinnert. Wir haben unsere Pflichten zu erfüllen – uns selbst gegenüber, unseren Familien, unseren Nationen, der Natur und dem Schöpfer. Denn wir werden wahrgenommen in der geistigen Welt.«

- Joanne Shenandoah

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über die tiefenökologische Arbeit und wie sie das Bewusstsein für die Verbundenheit allen Lebens fördert.

Lesen Sie die vollständige Fassung in Tattva Viveka 84 oder downloaden Sie diesen Artikel einzeln als ePaper für 2,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 7 Seiten).

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Andreas Schelakovsky und Sabine Rohart TV84 (PDF)

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Zu den Autor*innen

Mag. Andreas Schelakovsky

Mag. Andreas Schelakovsky, Ökologe mit Schwerpunkten in der Umweltpsychologie und -bildung. Pionier (seit 1989!) der tiefenökologischen Bildungsarbeit in Österreich. Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, vor allem in der Ausbildung von MultiplikatorInnen tätig. Derzeit von einer Gehirnerkrankung (Parkinson) ziemlich gebremst, aber er ist nicht aufzuhalten.

Mag. Sabine Rohart, ausgebildete Handelswissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Umwelt und Wirtschaft sowie Sprachen. Im internationalen Handel tätig. Leitet in ihrer Freizeit Frauenkreise und unterstützt bei der Abhaltung von Tiefenökologie-Workshops. Seit 2019 im Organisationsteam des Greenskills-Lehrgangs für zukunftsweisendes Leben und nachhaltiges Bauen.

Mag. Sabine Rohart

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