Vielleicht ist Gott ja doch eine Frau….

Vielleicht ist Gott ja doch eine Frau….

von Cynthia Osammor und Monica Riedel

 

Mutter Amma

Für viele ist Mata Amritanandamayi, oft liebevoll „Mutter Amma“ genannt, die Inkarnation der göttlichen Mutter. Sie wird als Avatar bezeichnet, als Mahatma („große Seele“) verehrt, hat ein umfangreiches karitatives Hilfswerk aufgebaut und umarmt alle Menschen, die zu ihr kommen, wie eine Mutter ihre Kinder. 30 Millionen Umarmungen sind es inzwischen. 100% Göttlichkeit und das Ganze auf weiblich im 21. Jahrhundert –  der Versuch einer Annäherung.

 

 

Es ist eine menschliche Sehnsucht, Gott als Vater oder Mutter – oder beides – zu erfahren. In vielen spirituellen und religiösen Traditionen ist dieses Bild zu finden.

Es ist eine Herausforderung, in unseren Breitengraden von Gott zu sprechen; das Wort ist gnadenlos vorbelastet, und man muss eigentlich Umschreibungen finden wie „das höchste Bewusstsein“ oder was Transpersonales wie „das Universum“. Trotzdem – und man sehe es mir nach – verwende ich dieses Wort hier ebenso wie „Vater“ und „Mutter“ anstatt „männlicher und weiblicher Elternteil“.

Im Idealfall steht das Prinzip „Eltern“ für die reine, bedingungslose Liebe. Der Vater, die Mutter, sie lieben beide ihre Kinder und wollen das Beste für sie. Und was ist das Beste für uns? Die Gottesverwirklichung! Zu erkennen, wer wir in Wahrheit sind, nachdem wir alle Täuschungen hinter uns gelassen haben.

Und dann: danach leben!

 

Mutter Amma

Amma umarmt alle, die zu ihr kommen
wie eine Mutter

 

Nicht leicht ist es, in dieser Welt der Sinnes-Täuschungen zu entsagen. Vor allem, wo wir immer mehr dem Materiellen zusprechen und immer weniger loslassen können. Eingehen in das Gottesbewusstsein – wie soll das denn gehen, während ich meine Miete bezahlen, die Kinder von der Schule abholen, mich mit meinem Chef herumschlagen und die nächste Urlaubsreise buchen muss?

Auch das Bild von „Vater“ und „Mutter“ hat sich in den letzten Jahrzehnten radikal verändert. Genauso wie sich unsere Definition der Geschlechter verändert hat. Wann ist ein Mann ein Mann, fragte sich Herbert Grönemeyer – und da hatten wir die Frauenbewegung à la Emma schon größtenteils hinter uns. Im Westen gab es in puncto Gleichberechtigung seit den 70ern viel Neues, die Frauen befreiten sich, sie stürmten an die Unis und machten sich daran, Männerdomänen aufzuschließen. Frauen gingen in die Wirtschaft, die Wissenschaft, die Medien, in die Politik und wurden überall präsent und: wir haben de facto eine BundeskanzlerIN.

 

Mutter Amma

Mata Amritanandamayi,
auch liebevoll „Mutter Amma“ genannt

 

 Was also, wenn Gott auch eine Frau wäre?

Oder gar, wenn Gott eine alleinerziehende Mutter wäre? Würden wir dann endlich von einem SIE-folgreich anstatt des erfolgreich sprechen?

Amma sagt, wir sind alle ihre Kinder. Sie umarmt uns, tröstet uns, lindert liebevoll unsere seelischen Nöte und gibt uns das Gefühl, zu Hause zu sein – so eine Mama hätten viele gern gehabt. In ihrer umfassenden Schau als höchstverwirklichtes Wesen, sieht sie uns in unserer Gesamtheit, wie nicht einmal wir selbst uns sehen. Sie sieht Perfektion und Schönheit in uns, sie sieht sich selbst, wenn sie uns anschaut. – Wer von uns Frauen sieht Gott und nicht die Falten, wenn wir in den Spiegel schauen?

Die Frau als liebevolle Mutter – das Bild ist natürlich völlig „uncool“ für die meisten. Wir Frauen wollen alles Mögliche sein: erfolgreich, sexy, multifunktional – aber bitte nicht das Mutti-Image! Das war in der vorletzten Generation.

Und dennoch liegen viele Frauen in den Armen von Mutter Amma, oft fließen auch die Tränen und die Herzen öffnen sich. Weil uns Amma erinnert, an die Liebe, die wir in uns haben, die wir ganz und gar sind, wir haben es nur völlig vergessen.

Amma hielt vor 10 Jahren eine Rede vor den Vereinten Nationen in Genf – darin ging es um „das Erwachen der universellen Mütterlichkeit“ – in Frauen wie in Männern, für den Frieden in der Welt. Damals wurde ihr der „Ghandi-King-Award“ überreicht, durch Jane Goodall, die Friedensbotschafterin der Vereinten Nationen. Goodall: „Amma ist Gottes Liebe in menschlicher Gestalt.“

 

Mutter Amma

Mutter Amma umarmt jeden, der zu ihr kommt,
egal ob Mann oder Frau, jung oder alt

 

Amma selbst hat in ihrer indischen Heimat Geschlechter-Tabus gebrochen: die Umarmung als solche war ein absolutes No-Go in Indien. Frauen unterliegen dort viel strengeren Traditionen als hier. Amma umarmt Männer und Frauen gleichermaßen – und das auch noch kastenübergreifend! Sie setzt Priesterinnen in Tempeln ein – zuvor eine absolute Männerdomäne. Sie gibt Witwen kleine Renten, und Mädchen eine ordentliche Schulausbildung und inzwischen werden sogar E-Learning Kurse vermittelt, die Müttern das Klempnern per Computer beibringen.

„In Ammas Augen sind Männer und Frauen gleichwertig“, sagt sie. „Zur Zeit schlafen die meisten Frauen, sie müssen erwachen und aufstehen. Das Erwachen der ruhenden Kraft der Frauen zählt zu den dringendsten Notwendigkeiten unserer Zeit.“

 

Mutter Amma

Mutter Amma hat bis heute bereits rund 30 Mio. Menschen umarmt

 

Die Berliner Organisatoren sind überaus dankbar, am 5. Oktober 2012 Ammas Europatournee einzuleiten. Es gibt genug Gründe, um diesen Tag besonders zu feiern. Es ist der Internationale Tag des Lehrers der UNESCO, an dem besonders die Bildung im Mittelpunkt steht; weltweit werden Lehrer für ihr Engagement geehrt. Außerdem besucht Amma Deutschland zum 25. Mal!

Jeder ist herzlich eingeladen, an diesem besonderen Event teilzunehmen. Wir freuen uns auf euch.

Und wer gerne im Vorfeld helfen möchte, besuche uns auf www.amma.de.

 

PS: Auch für die Amma-Veranstaltungen in München (13.-15. Oktober 2012) und Mannheim (09.-11. November 2012) werden freiwillige Helfer gesucht! (www.amma.de) .