Zyklische Persönlichkeitsentwicklung im Spiegel der Natur

Zyklische Persönlichkeitsentwicklung im Spiegel der Natur

Der Weg zu einer tiefenökologischen und verbundenen Gesellschaft und Kultur

Autor: Mia Brummer
Kategorie: Ökologie
Ausgabe Nr: 85

Wie oben so unten, wie im Kleinen so im Großen. Nach dieser Gesetzmäßigkeit verläuft auch die Evolution des Bewusstseins. Diese spiegelt sich sowohl in der Entwicklung der Menschheit als auch im Kleinen, im Laufe des Lebens eines jeden Individuums. Gemeinsam mit der Autorin wandeln wir durch die verschiedenen Bewusstseinsstufen und fühlen uns an unsere eigene Persönlichkeitsentwicklung erinnert, bis sie schließlich einen Ausblick auf die Zukunft gewährt, auf eine höhere Bewusstseinsstufe, die gegenwärtig dabei ist, sich zu entfalten.

Kann die Natur die individuelle und gesellschaftliche Entwicklung des Bewusstseins unterstützen? Diese Frage beantwortet die Autorin mit einem eindringlichen Ja. Sie führt uns durch die verschiedenen Bewusstseinsstufen, die die Menschheit bereits durchlief, und gibt einen Ausblick darauf, was die Zukunft für uns bringen könnte, wenn wir uns wieder mit dem Zyklus des Lebens verbinden und erkennen, dass die Natur alle Weisheit für ein erfülltes Leben innehat.

Der tiefe Wunsch, uns selbst und die Welt, in der wir leben, zu verstehen, ist eines unserer Grundbedürfnisse. Wir wollen erfahren, wer wir sind, warum wir etwas tun und was uns antreibt, damit wir immer weiter in die Antworten auf unsere Fragen nach dem Sinn des Lebens hineinleben können.

Doch welche Evaluationswerkzeuge sollen wir anlegen? Kann uns ein Blick auf das kulturelle und individuelle Verständnis von zyklischen Entwicklungsprozessen helfen, die Herausforderungen zu meistern, mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind?

Seit Augustinus, dem numidischen Kirchenlehrer, der sich bereits im vierten Jahrhundert nach Christus mit den unterschiedlichen Bewusstseinsstufen beschäftigte, befasste sich eine Vielzahl von Forschern mit diesem Thema und entwickelte unterschiedliche Theorien.

In der modernen christlichen Lehre sorgten der Franziskanerpater Richard Rohr und der lutherische Pfarrer Andreas Ebert für die weltweite Verbreitung einer altchristlichen Menschenlehre: Sie bereiteten in den 1980er-Jahren das Wissen über das Enneagramm in ihren Büchern schmackhaft auf und erreichten mit diesen etwa 500.000 Menschen. Carl Gustav Jung entwickelte die Archetypen, und heutzutage arbeiten Psychologen mit dem Myers-Briggs-Typenindikator oder dem DISG-Schema, um die menschlichen Persönlichkeitstypen zu erfassen.

Clare W. Graves, US-amerikanischer Professor für Psychologie, begründete die Theorie der zyklisch auftauchenden Existenzebenen.

Er entdeckte, dass jede Kultur bestimmte Werte entwickelt. Verändern sich die Werte, so verändert sich in gleicher Weise die Leitkultur in Familien, Gruppen, Stämmen, Gesellschaften und auch Unternehmen.

Welche Entwicklungsstufen durchliefen bereits das Individuum und die Gesellschaft? Antworten hierfür finden Sie im vollständigen Artikel. ? Unten können Sie bestellen!

Wie Entwicklungsstufen entstehen

Was für die Entwicklung von Stämmen, Völkern, Kulturen und Gesellschaften gilt, das gilt auch für die Entwicklung jedes einzelnen Menschen. Ein Kind schafft heute in ein paar Jahren, was in der Menschheitsgeschichte Jahrtausende dauerte.

Wir durchlaufen nach unserer Geburt die Evolutionsgeschichte des Bewusstseins der Menschheit, und zwar in der exakten Reihenfolge.

Die Inka-Tradition hat für das Verständnis von Entwicklungsphasen ein klares und nachvollziehbares Konzept. Don Melchor, einer der letzten großen Andenmystiker der Q`eros, die als Nachfahren der Inkas gelten, gab diese Struktur im 20. Jahrhundert an seine Nachfahren weiter. Der Anthropologe Juan Núñez del Prado griff dieses Wissen auf und vermittelt es uns heute in seinen weltweiten Vorlesungen. Dieses System habe ich als Grundlage meiner Weiterentwicklung genutzt, um eine Verbindung zwischen vertikaler und horizontaler Entwicklung herzustellen, damit wir ein komplexeres Bild unserer Entwicklung entstehen lassen können.

Stufe 0: die Schwelle vom Osten in den Süden
Instinkt und Überleben – INDIVIDUUM

Zu Beginn der Entwicklung, bevor man die erste Bewusstseinsstufe erklimmt, sich also seiner selbst bewusst wird, kommt man erst einmal auf dem Boden, der Erdoberfläche, an, als hilfloses Neugeborenes, dessen oberste Priorität darin besteht, zu überleben. Der Säugling kann nicht zwischen sich und der Welt und auch nicht zwischen sich und der Mutter unterscheiden. Er kann noch nicht »Ich« denken. Er lebt in vollkommener Selbstbezogenheit. Da ist plötzlich das Reich der Schwerkraft, ein Körper muss bewohnt werden, Nahrung selbstständig aufgenommen und Luft geatmet werden. Ohne weitere Vorbereitung ist man nun ein eigenständiger Mensch, von der Mutter getrennt. Aus dem All-Eins herauskatapultiert, muss man sich in der Welt der Gegensätze zurechtfinden. Da gibt es Tag und Nacht, schlafen und wachen, satt und hungrig, allein und verbunden, und ein Ich getrennt von allem, was bisher als Einheit erlebt wurde.

Stufe 3: der Norden – Ordnung und Struktur – KULTUR UND GESELLSCHAFT

Mit dieser Stufe landen wir in der Gegenwart und im Bewusstsein zahlreicher Menschen auf diesem Planeten. Etwa 50 % der Weltbevölkerung leben auf dieser Bewusstseinsstufe, die während der Industrierevolution begann und bis heute andauert.

Der Fokus verschiebt sich von Egozentrik zu Ethnozentrik.

Die dritte Bewusstseinsebene setzt Grenzen, definiert Regeln und Gesetze, schafft Ordnung, beschreibt Werte und Tugenden.

Auf dieser Stufe urteilt man über richtig und falsch und verhängt Sanktionen. So entstehen moralische Ideen, Traditionen und Gesellschaften. Die Welt der dritten Stufe ist gut organisiert in Kategorien, DIN-Normen, Rangabzeichen, Zeitplänen und Hierarchien. Es gibt genaue Regeln und Vorschriften und klare Konsequenzen, wenn diese ignoriert werden. Das Wertesystem ist schwarz und weiß, Nuancen erscheinen eher verdächtig. Die großen monotheistischen Weltreligionen integrieren das Individuum in das große absolute Ganze. Religion wird zu Machtzwecken benutzt. Es gibt ein erlösendes Leben, das das moralisch Gute mit dem ewigen Leben belohnt.

Die nunmehr unbeseelte Natur wird als Rohstoff definiert. Sie ist nicht mehr die lebendige Urmutter, sondern reine Materie, die rücksichtslos ausgebeutet werden kann.

Sie wird verschmutzt und zerstört.

Lesen Sie im vollständigen Artikel, wie der Mensch sich selbst und die Gesellschaft verändern kann, um die ökologischen Herausforderungen zu meistern. (Bestellmöglichkeit am Ende des Beitrags!)

Sieht man sich die bisherigen Zyklen von Individuum, Gesellschaft und Kultur an, so antworteten diese auf unsere Mangelbedürfnisse. In der nullten Stufe ging es um die Mangelbewältigung von Hunger und Schutzlosigkeit, in der ersten um die Bewältigung der Verlorenheit und in der zweiten um Ohnmacht. In der dritten Stufe versuchten wir, aus Angst vor Veränderung das Chaos zu bewältigen, und die vierte Stufe bewältigte Fremdbestimmung, Ungerechtigkeit und Ungleichheit.

Der folgende Zyklus wird auf einer höheren Ebene, der Seinsebene, alle vorhergehenden Entwicklungsprozesse durchlaufen. Es werden sich die Grundfragen des ersten Zyklus wiederholen, nun aber in fortgeschrittener Seins-Form, auf einer Ebene höher. Somit ist die kommende Entwicklungsstufe eine höhere Form der nullten Stufe. Während das physische Überleben des Individuums das Grundproblem auf der nullten Stufe darstellt, geht es jetzt um das physische Überleben der gesamten Menschheit. Es gibt fundamentale Bedrohungen: Überbevölkerung, Umweltzerstörung, Hochrüstung, Terrorismus, globale Finanzsysteme, Pandemien. Eine tiefenökologische Gesellschaft erkennt, dass globale Probleme wie die Klimakatastrophe, die Finanzkrise oder die weltweiten Pandemien nicht mehr von einzelnen Staaten, Regierungen oder lokalen Initiativen zu lösen sind. In ihr wächst das Bewusstsein, dass die Erde, und damit auch die Menschheit, ein einziges Ökosystem ist, in dem alles mit allem zusammenhängt. Dazu müssen wir bereit sein, einen inneren Wandel zu vollziehen: Wir müssen uns darüber bewusst werden, dass wir Bewahrer unserer Welt und damit auch unserer Lebensgrundlage sind. Auf diese Weise könnten wir eine »biosphärische Gleichheit« herstellen. Es geht darum, vier Faktoren zu vereinen, nämlich das Denken, das Fühlen, das Handeln und die Spiritualität, also die Verbindung mit allem und zu allem, was ist.

Wie komme ich nun dazu, diese Bewusstseinsebene aktiv anzusteuern? Tiefenökologie kann man nicht mit »Umdenken« erreichen.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über die Entwicklungsstufen des Individuums und der Gesellschaft und welche Chancen daraus für uns entstehen könnten.

Lesen Sie die vollständige Fassung in Tattva Viveka 85 oder downloaden Sie diesen Artikel einzeln als ePaper für 2,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 10 Seiten).

Zyklische Persönlichkeitsentwicklung im Spiegel der Natur

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Mia Brummer
Zyklische Persönlichkeitsentwicklung

Wie oben so unten, wie im Kleinen so im Großen. Nach dieser Gesetzmäßigkeit verläuft auch die Evolution des Bewusstseins. Diese spiegelt sich sowohl in der Entwicklung der Menschheit als auch im Kleinen, im Laufe des Lebens eines jeden Individuums. Gemeinsam mit der Autorin wandeln wir durch die verschiedenen Bewusstseinsstufen und fühlen uns an unsere eigene Persönlichkeitsentwicklung erinnert, bis sie schließlich einen Ausblick auf die Zukunft gewährt, auf eine höhere Bewusstseinsstufe, die gegenwärtig dabei ist, sich zu entfalten.
 


 

Kompletter Artikel im PDF-Format (10 Seiten)

 
 

Über die Autorin

Mia Brummer ist Expertin für intrapsychische Tiefenökologie und Visionssuche-Leiterin nach der school of lost borders. Seit mehr als 15 Jahren führt sie Menschen durch zyklische Persönlichkeitsentwicklungsprozesse in und mit der Natur. Ihr Wissen teilt sie als Autorin und in Vorträgen im In- und Ausland.

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