ALUNA – Ein Film über die Kogi-Indianer

ALUNA – Ein Film über die Kogi-Indianer

Aboprämie: Aluna. der Film

Alan Ereira: Aluna
Jedes Leben hat seine Bestimmung
Dokumentarfilm, 89 min, engl./dt., DVD,
Neue Weltsicht, Schamberg 2017, 19,90 €

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Mit seinem einflussreichen Fernsehfilm From The Heart of the World: The Elder Brothers’ Warning lenkte Alan Ereira vor über 20 Jahren die weltweite Aufmerksamkeit auf das kolumbianische Volk der Kogi, einer weit entfernten und alten Zivilisation in Südamerika. Mit Entschlossenheit arbeitet das Volk der Kogi daran, uns auf das umweltzerstörende Verhalten der Menschheit aufmerksam zu machen. Diese wahrhaftig „verlorene Zivilisation“ betrachtet sich selbst als Beschützer der Erde. Während dieses Volk einst einen regen Handel mit den Maya und den Azteken pflegte, musste es sich im Zuge der spanischen Eroberung in das isolierte Gebirgsmassiv der Sierra Nevada de Santa Marta zurückziehen.

Nach jahrzehntelanger Verborgenheit rückte das Volk der Kogi 1990 durch Ereiras Film wieder in den Fokus. Mit einem Appell an das Umweltverhalten der Menschen sendete Ereira eine für die damalige Zeit einzigartige Warnung in die Welt hinaus: Wir, als jüngere Geschwister der Kogi, die sich ihrerseits als Beschützer der Erde verantwortlich fühlen, seien dabei, das Ökosystem durch die Ausbeute der natürlichen Ressourcen zu zerstören. Trotz dieser Warnung hat das Volk der Kogi weiter mit ansehen müssen, wie seine Heimat durch das Bauen von Autobahnen und Kraftwerken immer mehr zerstört wird. Die Folgen davon sind das Schmelzen der Gletscher, verheerende Stürme, Erdrutsche, Überflutungen, Dürren und eine unaufhörliche Abholzung.

Mit dem Gefühl, dass ihre Nachricht zwei Jahrzehnte lang auf taube Ohren stieß, ist nun die nächste Generation der Kogi am Zug und sendet weitere Warnungen an die Welt hinaus, um auf die Zukunft der Erde aufmerksam zu machen. Dieser ambitionierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge wurde über drei Jahre hinweg erstellt. Das Filmprojekt selbst entstand auf Initiative der Kogi und enthält selbst gedrehtes Filmmaterial, sodass eine authentische Darstellung dieses indigenen Volkes vorliegt.

Die Kogi-Indianer

Die Kogi

Die Kogi sind die letzte lebende Zivilisation aus der Welt der Inka und Azteken und ihre Städte bleiben bislang unberührt von der Welt. Der Berg, auf dem die Kogi leben, ist eine isolierte dreieckige Pyramide, die mehr als 5485 Meter über das Meer hinausragt, und ist damit der höchste Küstenberg der Welt. Er befindet auf einer separaten tektonischen Platte und seine einzigartige Struktur ist genau genommen eine Miniversion unseres Planeten und repräsentiert alle Klimazonen, die auf der Erde vorkommen. Der Berg ist ein Mikrokosmos, ein Spiegel unseres Planeten, auf der jede ökologische Zone repräsentiert ist und auf dem beinahe alle Pflanzen und Tiere ein Zuhause finden können.

Um in die Heimat der Kogi zu gelangen muss man eine Dschungelregion durchqueren, die von Grabräubern und Kokainherstellern als ›Hölle‹ bezeichnet wird. Versteckt von den neugierigen Blicken der Welt werden die Kogi von anderen einheimischen Völkern vom Amazonas bis hin zum Hudson River verehrt. Die heutigen guatemaltekischen Maya werden so zum Beispiel von Männern angeführt, welche als Kinder zu den Kogi geschickt wurden um von diesen trainiert zu werden. Die Seminolen aus Florida schicken ihnen Opfergaben etc.

Die spirituellen Anführer der Kogi werden die ersten 18 Jahre im Dunkeln großgezogen damit sie ›Aluna‹ kommunizieren können, was die Quelle des Lebens und der Intelligenz ist und ihnen dabei hilf,t durch Gedankenprozesse die Realität zu formen und zu festigen. Danach werden sie Mamas (Erleuchtende) wobei manche von ihnen an besonders abgelegenen Plätzen, sogenannten ›hot spots‹ arbeiten. Die Kogi glauben, dass an diesen speziellen Punkten die Energie in die Welt eindringt. Sie erhalten sich ihre Isolation und Heimlichkeit, damit sie diese Arbeit weiterhin ungestört fortsetzen können.

Doch jetzt sieht es so aus also sei ihre Arbeit durch unsere zerstörerische Gier beinahe unmöglich geworden.

Die Kogi-Indianer

Das Weltbild der Kogi

Die Kogi denken, es sei ihre Aufgabe, die Welt zu hüten. Sie verehren eine Göttin, Aluna, die die Mutter der Erde ist. Die Schamanen, die Mamas, wollten mit dem Filmemacher Alan Ereira arbeiten, weil die Welt krank ist und stirbt. Deshalb entschieden sich nach jahrhundertelanger Zurückhaltung, uns zu warnen. Sie sagen, dass wir die Welt zerstören, weil wir uns nicht erinnern. Die Welt sei ein lebender Körper. Was wir Westler mit der Erde machen, ist, als ob man ihr einen Arm abschneidet. Der Mensch habe überhaupt nichts gelernt. Die Erde spüre das. Wir müssten das verstehen. Zu denken bedeute zu hören.

Der Film zeigt eine Besprechung der Kogis, und der Mama sagt zu den anderen: »Wir müssen alles erklären.« Sie wollen uns zeigen, wie die Natur unsichtbar verbunden ist. Orte sind durch einen schwarzen Faden der Gedanken verbunden. Unsere materielle Welt ist mit Aluna durch einen goldenen Faden verbunden. Esuamas sind Punkte in den Bergen, die direkt mit der Küste verbunden sind. SE, die Dunkelheit, ist die Mutter von allem.

Die Kogi leben in den Bergen, aber sie sehen den Zusammenhang ihrer Berge mit den Mangrovensümpfen an der Küste, die von der westlichen Zivilisation trockengelegt wurden, um Industrie anzusiedeln. In diesen Mangrovenwälder brachten die Kogi früher ihrer Mutter Opfer dar. Das geht jetzt nicht mehr. Durch die Trockenlegung der Sümpfe und 2006 einen Durchbruch durch einen ganzen Hügel, den Hukulwa, ändert sich das klimatische und biologische Gleichgewicht. Die Weißen argumentieren, das unterstütze die Bergbauindustrie und schaffe 5000 neue Arbeitsplätze. Aber die Kogi weisen darauf hin, der Wasserkreislauf ändere sich. Es gebe in den Bergen keinen Regen, keine Jahreszeiten mehr. Die Flüsse versiegten.

Das die Indianer wissen, wie man mit Mutter Erde umgeht, wird im Film gezeigt. Vor 20 Jahren wurde den Indianern in den Bergen Land zurückgegeben. Es war durch Rinderzucht entwaldet und ausgetrocknet. Jetzt gibt es dort wieder Wälder und Wasser.

Im Film wird ein Biologe interviewt. Die Verbindung von den Bergen oben zur Küste nach unten ist dem Biologen klar. Aber er versteht es nicht andersherum, wie das Unten mit dem Oben zusammenhängt. Er fragt: Was aber bringt die Dinge zurück? Der Schamane erwidert: Der Regen in den Bergen hat seinen Ursprung unten am Fluss, in den Lagunen. Sie versorgen die Seen oben. Der Hanoi Baum zum Beispiel ist ein wichtiger Baum für die Indianer. Es gibt Mutterbäume, die in einem kollektiven Geflecht die anderen Hanoi-Bäume nähren und erhalten. Einige dieser Mutterbäume sind bereits abgestorben. Wenn der letzte Mutterbaum stürbe, stürben die anderen Hanoi Bäume auch.

Die Kogi-Indianer

Unsere Lebensgrundlage ehren

 

Während Konzerne die Macht unter sich aufteilen und wir im Westen kaum noch in der Lage sind, die zugrundeliegende Logik zu hinterfragen – so selbstverständlich erscheint uns vieles aufgrund unserer Sozialisation im Kapitalismus –, haben die Kogi sich einen unbescholtenen Blick auf das Weltgeschehen bewahren können. Sie können auf wohl behütete Mythen und heilige Orte zurückgreifen, um ihr Herz zu nähren und bereit zu sein für eine Zeit, die reich an Herausforderungen zu werden verspricht.

Eine Denkweise, die permanent auf die Maximierung des eigenen Nutzens abzielt, ist ihnen völlig fremd. Nicht das Gezerre um das große Geld ist ihre Triebfeder, wenn sie ihre Zurückgezogenheit aufgeben, sondern das Bemühen, den kostbaren Schatz unserer Lebensgrundlage zu bewahren und ihm die Ehre entgegenzubringen, die einem Schatz dieser Unermesslichkeit gebührt.

Sie haben an uns eine weit reichende Botschaft, deren Kernprogramm lautet: Du musst nicht dein Leben ändern, aber du musst die Flüsse schützen.

 

Ronald Engert

Die Kogi-Indianer

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