Artikel zum Judentum

Das Judentum ist die älteste der drei abrahamitischen Religionen. Aus dem Judentum gingen das Christentum und schließlich der Islam hervor. Die heilige Schrift des Judentums ist die Bibel, und zwar das Alte Testament. Eine besondere Stellung haben die ersten fünf Bücher Moses, die von den Juden selbst den Namen Thora bekommen haben. Die jüdische Religion ist monotheistisch. Der Name Gottes ist sehr zentral, wird aber meistens nicht ausgesprochen. Üblicherweise sagt man »adonai«, was »der Herr« bedeutet. In der Thora geschrieben steht »JHWH«, ausgesprochen »Jahve«.

Wie jede Religion hat auch die jüdische einen mystischen Zweig: die Kabbala. Die jüdische Mystik hat eine lange Geschichte. Das wichtigste Buch ist der Sohar, das Buch des Glanzes. Das wichtigste mystische Wissen betrifft die Sprache, mit der Gott die Welt erschaffen hat.

Das Judentum wird vornehmlich in Israel praktiziert. Die heilige Stadt ist Jerusalem. Die Juden sind eine eigene ethnische Gruppe, die vor ca. 2600 Jahren erstmals aus ihrem angestammten Gebiet vertrieben wurde. Ein weiteres Mal geschah dies im ersten Jahrhundert nach Christus durch die Römer. Seitdem sind die Juden in vielen Ländern verstreut und es gab bis zum Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg auch viele Juden in Deutschland.

Das personale Selbst

In der jüdischen Mystik der Kabbala gibt es eine hermetische Entsprechung zwischen Gott und der Welt, die durch ein personales Selbst vermittelt wird.

Mouches volantes in den Religionen – Teil 2

Das Sehen von Leuchtstrukturen findet sich auch in der mystischen Tradition der Kabbala. Das zeigt sich unter anderem im göttlichen Licht der zehn Sefirot.

Die spirituelle Bedeutung von Mouches Volantes

Das Motiv Mouches volantes, Leuchtfäden, findet sich oft im Judentum. In der Bibel und der jüdischen Mystik ähneln visionäre Erfahrungen dem Leuchtphänomen.

Liebe in der jüdischen Philosophie

In der jüdischen Philosophiegeschichte nimmt der Dialog mit dem Du eine wichtige Stellung ein, und so auch die Liebe. Der Raum, wo Begegnung stattfindet.

Die Weisheit der Kabbala

Die Kabbala möchte auf wissenschaftliche Art und Weise die spirituelle Welt enthüllen. Sie geht auf mehrere tausend Jahre alte Offenbarungen und Quellen zurück.Welche spirituellen Erkenntnisse und Gesetze kennt sie? Was können die Lehren der Kabbala über den derzeitigen Zustand von Welt und Gesellschaft aussagen? In welchem Zusammenhang stehen Seele und Körper?

Verschlüsselte Form

Die Forschungen Stan Tenens zeigen, dass in den hebräischen Buchstaben ein Code verschlüsselt ist, der detailliertes Wissen über die Struktur der Materie mit dem spirituellen Bewusstsein verbindet. Im Originaltext der Genesis ist demnach die grundlegende Struktur der Schöpfung dargestellt, die auf Selbstreferenz basiert.

Verschlüsselte Form.

Seit 1968 erforscht der Physiker und Kabbalist Stan Tenen die hebräischen Buchstabensequenzen der Genesis und hat darin ein informationstheoretisches Muster gefunden, dass hochrelevante Informationen über die Entstehung der Materie aus dem Geist und den Zusammenhang zwischen diesen Realitätsebenen enthält. Dies ist nicht nur von wissenschaftlichem und spirituellem Interesse, sondern zeigt, dass auch die alten Völker hohes Wissen hatten und in den Überlieferungen mehr als veraltete Geschichten zu finden sind.

Sind wir unsterblich?

Der Kabbalist und Mathematiker Stan Tenen betrachtet die biblische Überlieferung der Erschaffung „nach dem Bilde Gottes“ als bildhafte Darstellung eines realen Zusammenhangs, demzufolge alles Existierende einen gemeinsamen Grund hat, aus dem es erschaffen wurde. Ein Streifzug durch die Welt der Elektronen bis zu Ain Sof, dem göttlichen Ursprung von allem, und der darin enthaltenen Unsterblichkeit.

Die biblische Schöpfungsgeschichte

Der Bauplan der Schöpfung in der Thora Autor: Prof. Dr. Eli LaschKategorie: Spirituelle Kulturen / Judentum / KabbalaAusgabe Nr.: 19 Der jüdische Professor für Religionsgeschichte und Geistheiler Eli Lasch beschreibt in diesem Aufsatz die tieferen Bedeutungsebenen der Thora. Dieses über 2000 Jahre alte Werk gibt erstaulich genaue Informationen über naturwissenschaftliche Zusammenhänge, und nicht zuletzt die Entdeckung des Bibelcodes – verschlüsselte Informationen in den Buchstabensequenzen des hebräischen Urtextes – gibt Anlass, in dem Werk mehr als nur ein historisches oder mythologisches Werk zu sehen. Lasch vertritt die These, dass die Thora göttlichen Ursprungs ist und einen Bauplan der Schöpfung enthält. Tattva…

Judaica – Beiträge zum Verstehen des Judentums

Die jüdische Kultur ist überaus vielfältig, und viele große Schriftsteller, Musiker, Künstler, Wissenschaftler und andere wichtige Personen des öffentlichen Lebens waren Juden, z. B. Albert Einstein, Walther Rathenau, Sigmund Freud oder Steven Spielberg. Es gibt jüdische Literatur, jüdische Bräuche wie z. B. Chanukka, das Feiern des Lichterfests, und früher gab es in Deutschland und ganz Europa auch jüdische Gettos. In New York wird heute noch ein ganzer Stadtteil von orthodoxen Juden bewohnt.

Aufgrund der Verfolgung des Judentums in Deutschland gibt es heute viele jüdische Gedenkstätten und eine jüdische Kultur der Erinnerung, die man als Judaica bezeichnet. Jüdinnen und Juden, die jüdisches Leben praktizieren, leben nur noch ca. 94.000 in Deutschland. Dennoch steht ihre Religion und Kultur oft im Fokus, teils wegen ihrer wichtigen Beiträge zur Kultur, teils wegen des Antisemitismus, beispielsweise des Angriffs auf die Synagoge in Halle. Bereits im Mittelalter gab es in ganz Europa viel Feindseligkeit gegen den jüdischen Glauben, und das zog sich durch bis zum Dritten Reich, wo es in der Verfolgung und versuchten Ausrottung der Juden gipfelte.

Ein Artikel über die Erkenntnisse der jüdischen Philosophen Hannah Arendt, Martin Buber und Emmanuel Levinas findest du hier: Liebe in der jüdischen Philosophie. Die Entdeckung des Du

Unser Chefredakteur Ronald Engert arbeitete kürzlich außerdem einige paradigmatische Unterschiede zwischen dem Judentum und dem Christentum heraus: Das personale Selbst. Vielfalt und Individualität in der jüdischen Mystik

Artikel zum Judentum

Wie heißt das Buch vom Judentum?

Die Literatur zum Judentum ist sehr umfangreich. Die Thora wurde bereits erwähnt. Sie ist das heiligste Buch und existierte schon vor der Schöpfung der Welt. In der jüdischen Mystik ist jedes Wort der Thora ein Name Gottes und die Thora als Ganzes ist ebenfalls ein Name Gottes. Sie gilt somit als ewiges Wissen.

Die Mischna ist die erste Niederschrift der mündlichen Thora und bildet die Basis des Talmud. Für die Regelung des irdischen Lebens wurde der Talmud geschrieben. Er enthält alle Gesetze des jüdischen Lebens und gibt Ratschläge und Weisungen für Rechtsfragen, Moral und zwischenmenschliche Konflikte. Ein weiteres Schriftenkonvolut ist der Midrasch. Darin geht es um die Auslegung der heiligen Schrift.

Die Halacha ist das ursprüngliche Gesetzbuch der Überlieferung mit den 613 Geboten, die später im Talmud weiter ausgelegt wurden. Die Haggada ist der nichtgesetzliche Zweig der rabbinischen Literatur.

In der jüdischen Mystik gibt es neben dem erwähnten Sohar und dem Sepher Jezira noch viele weitere Schriften, z. B. von Isaak dem Blinden, Moses Cordovero und Abraham Abulafia.

Eine besondere Forschung beschäftigt sich mit den sog. »Glaskörpertrübungen«, nicht gerade orthodox, aber spirituell aufschlussreich: Mouches volantes. Perspektiven aus dem Judentum – Bibel, Merkaba, Kabbala.

Was ist die Kabbala?

Die Kabbala ist kein bestimmtes Buch, sondern die gesamte mystische Tradition des Judentums, zu der es zahlreiche Schriften gibt. Der wichtigste Forscher zur Kabbala war Gershom Scholem, der unglaublich tiefes Wissen zu dieser Tradition veröffentlicht hat. Nach seinen Forschungen entstand die Kabbala im 12. und 13. Jahrhundert in Spanien. Es gibt aber auch ältere Quellen, die bis ins zweite Jahrhundert nach Christus zurückgehen. Insbesondere das Sepher Jezira, das Buch der Schöpfung, wäre hier zu nennen. Darin wird beschrieben, wie Gott der Materie Siegel aufprägte. Gott gab also der Materie eine Prägung und eine Form. Dies ist, was wir heute als Schöpfung wahrnehmen. Diese Siegel sind die ursprünglichen göttlichen Buchstaben und Laute, mit denen Gott die Schöpfung vornahm. Sprache hat deshalb eine mystische Schöpferkraft. Letztlich sind alle Geschöpfe aus dieser Sprache hervorgegangen.

Die Namen Gottes selbst sind dabei die höchsten und stärksten Kräfte und die Anrufung bzw. auch Meditation über die Namen Gottes geben uns Menschen Erleuchtung.

Hier findest du ein Interview mit Rabbi Dr. Rav Michael Laitman zum Thema: Die Weisheit der Kabbala

Artikel zum Judentum

Der Unterschied zwischen Judentum und Christentum

Der größte Unterschied liegt in der Person von Jesus. Jesus wird im Judentum nicht als Sohn Gottes anerkannt, und das führte im Laufe der Geschichte zu vielen Konflikten. Die Juden gehen davon aus, dass ihre Religion die ursprüngliche und erste Religion ist, die dementsprechend auch die höchste Gültigkeit hat. Christen wiederum sehen in ihrem Glauben die Weiterentwicklung und Vollendung der jüdischen Religion, da Jesus als Sohn Gottes und Messias auf die Erde gekommen ist, um uns zu erlösen. Für die Juden ist dieser Messias noch nicht gekommen.

Gleichwohl gibt es viele Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel die zehn Gebote und die Heilige Schrift. Es gibt allerdings auch eine Änderung bei den zehn Geboten. Im Christentum beginnen die Gebote mit dem zweiten Gebot des Judentums: Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. Und Gebot Nummer 10 wird im Christentum auf zwei aufgeteilt.

Sündenfall und Erlösung

Der Mensch aß vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse und wurde damit des Urteils mächtig, verlor aber den Einklang mit Gott und musste deshalb das Paradies verlassen. Vorher war der Mensch in der ungeteilten Einheit mit Gott ganz im Hier und Jetzt, ohne zu urteilen oder zu bewerten. Er sah die Dinge in der Liebe. Es fehlte ihm aber ein Ich. Mit dem Sündenfall vollzog sich die Herausbildung des Subjekts, das uns einerseits zum Wissen und zu einem selbstbestimmten Leben ermächtigt, uns andererseits aber auch in die Isolation treibt. Die Erlösung besteht in einem gereiften und vom Egoismus gereinigten Urteilsvermögen, das objektiv und gerecht unterscheiden kann, was gut und böse ist. Damit kann die Verbindung mit Gott bewusst und auf Augenhöhe wieder aufgenommen werden.

Antisemitismus

Der Antisemitismus geht schon viele Jahrhunderte zurück. Juden wurden schon im Mittelalter verfolgt, vertrieben oder zwangschristianisiert. Sie wurden enteignet, eingesperrt oder umgebracht. Sie wurden nicht in die Zünfte aufgenommen. Deswegen blieben ihnen nur wenige Berufe zugänglich, u. a. der des Geldverleihers, aus dem später die Banker wurden. Der Antisemitismus ist die älteste Verschwörungstheorie. Die Elemente dieser Erzählungen sind heute noch im Umlauf. So hieß es schon vor Jahrhunderten, dass die Juden christliche Kinder rituell umbringen, um ihr Blut zu trinken. Heute finden wir das zum Beispiel bei der QAnon-Gruppe wieder, wo es die »Globalisten« sind, die angeblich Kinder töten, um aus ihnen ein Verjüngungsserum zu gewinnen.

Die jüdische Sprachmystik der Kabbala

Die göttliche Sprache verdankt ihre schöpferische Dynamik der unteilbaren Einheit von benennendem Wort und benanntem Ding, denn Gott schuf durch das Wort. Nur wenn der Mensch das göttliche Wort erkennt, wie es nach der Bibel im paradiesischen Urzustand war, kann er die Dinge unmittelbar erkennen und benennen. Sobald er aus der Unmittelbarkeit heraustritt, indem er sein Ego in den Vordergrund stellt, verliert er auch die Klarheit der Erkenntnis und des Handelns. Im göttlichen Wort ist der Gegensatz von Subjekt und Objekt aufgehoben, mithin die Gegenüberstellung, die die Erkenntnistheorie seit Descartes prägt und die auch zur Basis der empirischen Wissenschaften wurde.

Die Kabbala in Deutschland

Die frühesten Spuren der Kabbala in Deutschland finden sich unter anderem in der alten Reichsstadt Worms im 13. Jahrhundert sowie in Speyer, Mainz und Trier. In der jüdischen Gesellschaft dieser Jahre erlebte die jüdische Mystik eine Blüte. In späterer Zeit wurde auch Berlin ein Zentrum. Die meisten der Handschriften aus dieser Zeit lagern in Museen und Bibliotheken und wurden nie gedruckt. Diese Inhalte sind noch nicht erschlossen. Dennoch sind die Themen an sich überliefert, das Wissen der jüdischen Religion und Kultur wird noch lange leben. Wir werden auch in unserem Magazin weiterhin Nachrichten zu dem Thema publizieren. Wir stellen Fragen und bringen Artikel.

Holocaust

Die Zeit des Nationalsozialismus brachte eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte hervor: die Vernichtung der Juden im Dritten Reich. Deutsche waren erfüllt von Hass gegen Juden. Adolf Hitler setzte sich an die Spitze dieses Wahns und organisierte die Massenvernichtung jüdischer Menschen in den Konzentrationslagern, bei der auch Kinder und ganze Familien getötet wurden. Im Rückblick auf diese Jahre ist es unverständlich, wie so etwas geschehen konnte. Wie kann so etwas erklärt werden? Es gibt dafür keinen Vergleich. Warum passierte das ausgerechnet bei den Deutschen? Was war für die Deutschen der Jude? Und was müssen wir daraus lernen? Die Politik muss sich diesen Themen stellen und ein Zeichen setzen, damit so etwas nie wieder geschieht. Jedes Volk der Welt und alle Weltreligionen haben das uneingeschränkte Recht, zu existieren.

Text: Ronald Engert

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