Tattva Viveka Magazin
 

Buchbesprechungen September 2022

Buchbesprechungen September 2022

Kohls: Mehr Lebensfreude durch Achtsamkeit und Resilienz

Prof. Dr. Dr. Niko Kohls

Mehr Lebensfreude durch Achtsamkeit und Resilienz
Gelassener und stärker durch die richtige Balance

Südwest Verlag, München 2022
gebunden, 398 Seiten, 22,00 €

Es dürfte klar sein, dass wir uns in schwierigen Zeiten befinden. Vieles ist im Umbruch. Lange gut funktionierende Modelle für das persönliche und gesellschaftliche Leben stehen auf dem Prüfstand. Menschen haben Gefühle der Unsicherheit, Entfremdung und Einsamkeit (vgl. S. 11). Wir brauchen neue Lösungen für die auftretenden Probleme.

Resilienz ist hier ein Begriff, den der Medizinpsychologe Prof. Dr. Dr. Niko Kohls medizinisch, neurophysiologisch und philosophisch untersucht. Resilienz bedeutet für ihn nicht, dass man unverwundbar ist, sondern dass man in der Lage ist, auf »Stressoren dynamisch, flexibel und dennoch reflektiert zu reagieren und dabei die internen und externen Ressourcen so schonend, sparsam und kreativ wie möglich einzusetzen« (S. 25). Man kann mit Störungen flexibel und tolerant umgehen, und sie für die weitere Entwicklung nutzen. Kohls spricht hier von Anomalien anstatt von Problemen, was dem Sachverhalt die wertende Komponente nimmt. Es sind einfach Zustände, die etwas anders sind als man es gewöhnt ist. Resilienz ist dabei nicht nur auf die eigene Individualität beschränkt, sondern auch auf die Gesellschaft und den ganzen Planeten bezogen. Resilienz beinhaltet somit auch den ressourcenschonenden Umgang mit Problemen. Das weist in Richtung Umweltschutz und soziale Verantwortung. Kohls erklärt fundiert wissenschaftlich, aber verständlich, die physiologischen Vorgänge, die im Falle von Stress auftreten, und erklärt wie Lernen funktioniert. Besonders beachtenswert ist das vierte und letzte Kapitel zur Spiritualität.

Kohls beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Achtsamkeit und Meditation und hat dazu viele Forschungen angestellt. Sein Doktorvater ist der auch als Tattva Viveka-Autor bekannte Prof. Dr. Dr. Harald Wallach, der sich als einer der ersten akademischen Wissenschaftler für den Begriff Spiritualität eingesetzt hat. Auch Kohls ist bekannt, dass das Wort Spiritualität im wissenschaftlichen Kontext und in der allgemeinen Gesellschaft eher negativ besetzt ist. Er ist sich jedoch auch darüber bewusst, dass das, was mit dem Wort gemeint ist, eine unerlässliche Komponente in der Resilienz ist. Er spricht von der Demarkationslinie, die jetzt beim Begriff Spiritualität liegt. Vor circa 15-20 Jahren lag diese Demarkationslinie beim Begriff Achtsamkeit. Damals wurde dieses Wort und die damit verbundene Praxis vehement bestritten oder zumindest milde belächelt sowie im wissenschaftlichen Kontext ignoriert. Jahrelange neurophysiologische Forschungen zeigen aber die positive Wirkung von Achtsamkeitstraining und Meditation, so dass diese Praktiken mittlerweile durchgängig anerkannt sind und auch ihren Weg in die Gesellschaft und in die Wirtschaft gefunden haben. Den gleichen Weg müssen wir nun mit der Spiritualität gehen. Sie ist unverzichtbar und muss in der Wissenschaft und in der gesellschaftlichen Debatte einbezogen werden.

Kohls spricht hier von Bewusstseinskultivierung (vgl. S.289) und führt die Kategorie der Komplementarität ein. Komplementarität besagt, dass die allseits bekannten Polaritäten und Widersprüche des Lebens eine normale Grundbedingung sind. Man sollte nicht einseitig wertend damit umgehen, sondern dieses Wechselspiel als Grundbedingung akzeptieren. Nur dann versteht man das gesamte Bild. Er verwendet auch den Begriff der Dialektik, der hier durchaus zutreffend ist.

Bei allen vorangehenden Methoden und Strategien zur Bewältigung von Problemen beziehungsweise Anomalien, die er aufführt, bleibt für ihn doch am Ende die Frage, ob wir »eine andere, möglicherweise transzendente Dimension von Spiritualität berücksichtigen« müssen, »denn Sinnhaftigkeit und Verbundenheit können vor allem als ein Resultat von spirituellen Erfahrungen und Überzeugungen angesehen werden« (S. 328f.). Kohls definiert Spiritualität als »erfahrungsbasierte Kenntnis einer Dimension«, in der sich »ein universales, sinnvoll-schöpferisch tätiges Prinzip offenbart« (S. 334). Er unterscheidet Spiritualität von Religiosität, weil Spiritualität kein traditionelles religiöses System voraussetzt. Spiritualität beinhaltet Transzendenz und Transpersonalität. Komplementär zu denken bedeutet in diesem Falle, mentale Phänomene ebenso anzuerkennen wie neuronale Prozesse. In einem größeren Rahmen ist es die Komplementarität von Wissenschaft und Mystik (vgl. S. 360). Dazu wäre nun viel zu sagen. Aus Platzgründen sei hier auf das Buch selbst verwiesen.
Kohls unternahm zu diesem Themenkomplex viele wissenschaftliche Studien und gründete Initiativen in der Bildung und in der Hochschule, wo er in Coburg unter anderem den Bachelor-Studiengang Integrative Gesundheitsförderung unterrichtet. Seine gute medizinische und psychologische Ausbildung ermöglicht es Kohls, differenziert zu unterscheiden, wodurch das Buch zu einem wahren Fundus des Wissens wird. Sein aktiver und bewusster Einsatz für die Spiritualität, Meditation und Bewusstseinskultivierung ist wegweisend und sicherlich an der vordersten Front der kulturellen Debatte. Es ist die wichtigste und resilienteste Antwort auf die großformatigen Anomalien, auf die wir zusteuern.

Ronald Engert

Laotse: Tao Te King

Laotse

Tao Te King

Angkor Verlag, Frankfurt 2019
Taschenbuch, 84 Seiten, 4,90 €

Als ich 1982 meine erste Ausgabe des Tao Te King in der Übersetzung von Reinhold Knick kaufte (Verlag Darmstädter Blätter, Darmstadt 1978), ließ mich das Lesen ratlos zurück. Ich verstand nicht, was mir dieses Buch sagen wollte (und so ist es heute noch). Es sollte 40 Jahre dauern, bis ich dieses Buch das nächste Mal in die Hand nahm, diesmal in einer anderen Ausgabe, die mir, ich weiß nicht, woher, zugeflattert war.

Wer sich mit den alten heiligen Schriften der Menschheit beschäftigt, steht vor dem Problem der Übersetzung. So ist das Alte Testament ursprünglich in Hebräisch geschrieben, die Bhagavad-gita in Sanskrit, und das Tao Te king in Chinesisch. Das Verständnis dieser Schriften – sofern wir sie nicht im Original lesen können – steht und fällt mit der Übersetzung. So heilig und so berühmt diese Schriften sind, so viele Übersetzungen gibt es. Bei der Bibel ist es ein regelrechtes Politikum gewesen und führte zur Spaltung des Christentums, als Luther die Bibel ins Deutsche übersetzte.

Übersetzungen sind nur so gut wie der Übersetzer, und die Frage ist, inwieweit der Übersetzer den spirituellen Sinn des Buches verstanden hat. Oft sind Übersetzungen einfach nur poetische Wortspiele, die den wirklich tiefen Sinn und die essenzielle Wahrheit dieser unglaublich dichten und hochkarätigen Texte nicht erfassen kann. Wie heißt es doch: Nur ein Buddha kann einen Buddha erkennen. So ist es auch mit den Texten.
Umso erfreulicher ist es, dass diese neue Übersetzung des Tao Te king von Tarô Yamada und Guido Keller verständlich ist und einen inhaltlich nachvollziehbaren Sinn ergibt.

Passenderweise war es morgens in aller Frühe, zur glücksverheißenen Stunde um fünf Uhr, als ich das Büchlein eher aus Verlegenheit in die Hand nahm und zu lesen begann, und plötzlich sprachen die Worte zu mir. Auf einmal leuchtete mir hier Weisheit entgegen, in einer Klarheit, die mir zum ersten Mal den Wert dieses Buches offenbarte: Das ist Weltniveau.

Inhaltlich geht es um das wu wei, das Nicht-Handeln. Der Weise greift nicht in die Entwicklung der Dinge ein, sondern beobachtet und handelt absichtslos, wie das Tao es ergibt. Das Buch ist eigentlich eine Unterweisung
an einen Herrscher zur Frage, wie er den Staat führen soll. Sogar Kriegsführung wird darin angesprochen. Aber im Grunde geht es um die ewige Wahrheit und Gedanken zur persönlichen Lebensweise. Es ist ein kleines Buch der Weisheit, das man sich zur Meditation oder Kontemplation immer wieder vornehmen kann, um einzelne Sentenzen zu lesen, die auch für sich genommen einen Sinn ergeben. Hier eine kleine Auswahl, um das Original sprechen zu lassen: Ein Weiser handelt, ohne etwas zu tun, und lehrt, ohne etwas zu sagen. Dinge entstehen, und er lässt sie kommen, Dinge vergehen, und er lässt sie dahinziehen. Er hat, doch besitzt nicht. Er handelt, doch erwartet nicht. Wenn seine Arbeit getan ist, vergisst er sie: darum besteht sie fort. (2) Durch Nicht-Eingreifen können die Dinge ihren Platz einnehmen. (3) Willst du obsiegen, gib nach. Willst du aufrecht werden, lass dich beugen. Willst du erfüllt sein, werde leer. Willst du erneuert werden, lass dich erschöpfen. Willst du etwas haben, gib alles auf. (22) Wer sich selbst zur Schau stellt, wird nicht erleuchten. (24) Die Welt ist ein heiliges Gefäß des Tao, das man nicht kontrollieren kann. Wer das versucht, der verletzt die Welt, und wer sie festhalten will, dem wird sie entgleiten. (29) Andere zu verstehen ist Wissen, sich selbst zu durchschauen ist Erwachen. (33)

Das Tao tut nichts, und doch bleibt nichts ungetan. (37) Ein Mensch höherer Tugend ist ohne Handeln und ohne Motiv. Ein Mensch niederer Tugend handelt mit einer Absicht. (38) Die Weisheit der Unkenntnis ist eine Ehre, die Unkenntnis der Weisheit eine Krankheit. (71)

Ronald Engert

Erhard Doubrawa (Hg.): Verbunden trotz Abstand

Erhard Doubrawa (Hg.)

Verbunden trotz Abstand
Von Gipfelerlebnissen und mystischen Erfahrungen.

Beiträge von Abraham A. Maslow und David Steindl-Rast
GiK-Verlag, Kassel, 2021
Paperback, 95 Seiten, Print 9,80 €, eBook 6,99 €

In diesem kleinen Büchlein geht es um Gipfelerlebnisse und mystische Erfahrungen. Der Herausgeber, Erhard Doubrawa, ist der Gründer des Gestalt-Instituts und Wegbereiter der Gestalttherapie in Deutschland. Er führt hier zwei klassische Texte zusammen, die sich mit dem Thema »Gipfelerlebnisse« befassen: von den Autoren Abraham A. Maslow und David Steindl-Rast. Maslow ist ein bekannter Psychologe aus der Verhaltenspsychologie. Er vergleicht die besonderen Erfahrungen von MystikerInnen mit solchen, die wir als normale Menschen im Alltag immer wieder erleben, zum Beispiel in der Begegnung mit Menschen, mit der Natur oder in der Musik. Es sind Erfahrungen, die nicht an die übliche Form von Religion gebunden sind. Sie sind nicht übernatürlich. Deshalb gab er ihnen den Namen »Gipfelerlebnisse«. Dabei macht er eine interessante Aussage: »Es gibt erhebliche Überschneidungen zwischen den Eigenschaften des Gipfelerlebnisses und den Eigenschaften der psychischen Gesundheit […]« (S. 19). Wie er auch sagt, gibt es durchaus einen Zusammenhang zwischen Gipfelerlebnissen und mystischen Erfahrungen, auch wenn sie nicht identisch sind: »Meine Vermutung lautet, dass ein zwar gradueller, aber kein prinzipieller Unterschied besteht« (S. 42). Damit ließe sich also sagen, dass der Zustand der Erleuchtung gleichbedeutend mit dem Zustand von Gesundheit ist. Der gesunde Mensch ist der erleuchtete Mensch.

David Steindl-Rast, ein christlicher Mönch und Mystiker. Er spricht wiederum den Punkt an, dass die mystische Erfahrung des Einswerdens im Grunde das tiefe Bedürfnis nach Zugehörigkeit erfüllt (vgl. S. 58). Diese Gipfelerlebnisse oder außergewöhnlichen Erfahrungen von »unitive conciousness« (S. 41) sind wohl nicht einfach nur nette Spielereien von Menschen, die sonst nichts zu tun haben, sondern sie sind essenzielle Bedingungen für ein gesundes und erfülltes Leben, geben sie doch Gesundheit und Zugehörigkeit. Es ist deshalb sehr wichtig, sich mit diesen Zuständen erweiterten Bewusstseins intensiv zu beschäftigen. Dann würde auch Religion wieder zu dem werden, was sie eigentlich ist. Steindl-Rast ist es ein Anliegen, Religion aus der Ideologie und dem Dogmatismus zu befreien, um wieder zur echten religiösen Erfahrung zu kommen: »Wie können wir einen Durchbruch erzielen und unsere Religion wieder religiös machen? Indem wir fortwährend Doktrinen, Moral und Rituale zu unserer religiösen Erfahrung in Beziehung setzen.« (S. 65)

Der Psychologe Maslow führt diesen besonderen Erfahrungen einer klinischen Beobachtung zu und integriert sie damit auch in den Bereich der Wissenschaft. Steindl-Rast greift dies auf und stellt zur Diskussion, wie Religion und Wissenschaft zueinanderstehen: »Das ist natürlich die grundlegendste Frage« (S. 45). Bei seinen Beobachtungen kommt Maslow zu dem Fazit, »die günstigste Geistesverfassung, um sie [die Gipfelerlebnisse, R. E.] zu empfangen, ist fast eine Art Passivität, ein Vertrauen oder eine Kapitulation, eine taoistische Haltung des Gewährenlassens ohne Störung oder Eingriff. Man muss in der Lage sein, Stolz, Wille, Macht, Steuerung, Kontrolle aufzugeben. Man muss in der Lage sein, zu entspannen und es passieren zu lassen.« (S. 26f.)

Doubrawa erläutert und flankiert die beiden Texte in seinem Vor- und Nachwort und den Anhängen. Damit wird das Buch zu einem kompakten und konsistenten Beitrag zur Heilung und Bewusstseinsentwicklung des Menschen.

Ronald Engert

Preethaji & Krishnaji: Die vier heiligen Geheimnisse für Liebe und Erfüllung

Preethaji & Krishnaji

Die vier heiligen Geheimnisse für Liebe und Erfüllung
Ein Wegweiser

Allegria, 2021
Paperback, 272 Seiten, 20,00 €

Im Mittelpunkt der Philosophie von Preethaji und Krishnaji steht »Oneness«, das »Einssein« des einzelnen Individuums mit der Welt. In dem Bewusstseinszustand des Einsseins, so das indische Ehepaar, fühlt sich das Leben freudvoll und mühelos an. Ihr Anliegen ist es, dem Leser zu helfen, sich das Potenzial des menschlichen Bewusstseins zu erschließen und diese Quelle der Weisheit zu nutzen, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen.

Die Autoren, die unter anderem spirituelle Mentoren berühmter Persönlichkeiten wie Arianna Huffington (ehemals Huffington Post), des Musikers Usher und des Mentalcoachs Anthony Robbins sind, teilen in »vier heiligen Geheimnissen« den Weg zum Einssein. Diese Geheimnisse bestehen aus den vier Schritten »Eine spirituelle Vision entwickeln (das innere Kind heilen)«, »Die innere Wahrheit erkennen (die innere Spaltung auflösen)«, »Universelle Intelligenz erreichen (in einer seelenvollen Partnerschaft leben)« und »Spirituell handeln (bewusst Reichtum schaffen)«. Auf jedes dieser Geheimnisse folgt eine Lebensreise. Jede Lebensreise soll dabei helfen, Hindernisse aufzulösen, die eigenen Träume zu verwirklichen und erweiterte Bewusstseinszustände zu erleben.

Preethaji und Krishnaji unterscheiden das Bewusstsein in zwei Seinszustände: den Zustand des Leidens und den Zustand, den die Autoren einen »schönen Zustand« nennen. Sie sagen, wir haben die Wahl, in welchem der beiden Zustände wir leben wollen; wir haben die Wahl zwischen Chaos und Harmonie. Die Ursache für alles menschliche Leiden, für alles Unglücklichsein, so Krishnaji, ist die obsessive Beschäftigung mit dem eigenen Ich. Nur indem wir den »Bann der Selbstbesessenheit« brechen, können wir uns von Stress (Leiden) und Unglücklichsein befreien. Dafür ist es wichtig, die Sichtweise auf das eigene Leben und unsere Umgebung tiefgründig und radikal zu transformieren. Wir müssen uns von der Vorstellung befreien, wir wären voneinander getrennt. Statt dieser Trennung und Isolation können wir auf diese Weise Verbundenheit mit allem Leben und der Welt erleben. Ein Leben in der Mittelmäßigkeit wird so in ein erfülltes Leben voller Wohlstand und Liebe transformiert.

Der Tenor des Buches stimmt optimistisch, denn die Autoren gehen davon aus, dass jeder einzelne dazu bestimmt ist, »ein schönes Leben in einem schönen Seinszustand« zu führen. Ebenso einfach und klar wie seine Botschaft, ist auch der Text des Buches gehalten. Das Buch ist leicht und verständlich zu lesen und durch seine klare Gliederung in die vier heiligen Geheimnisse sehr übersichtlich. Das Ziel des Buches ist es, den Leser bei seiner tiefgründigen Transformation zu unterstützen. Somit ist es eher ein Arbeitsbuch zum Lesen, Sackenlassen, Fragen und Überlegungen notieren und bei Bedarf zum erneuten Lesen. Wer sich auf das Auflösen von Leid und Stress und eine Veränderung in der eigenen Perspektive einlassen kann und möchte, um zu einem Zustand des Einsseins jenseits der Egozentrierung zu finden, ist mit diesem Buch gut beraten. Persönliche Erfahrungen der Autoren und ihrer Schüler runden das Buch ab.

Preethaji und Krishnaji leben mit ihrer Tochter in Chennai, unweit des Oneness-Tempels, der ihnen von ihrem (Schwieger-)vater, dem indischen Philosophen Sri Bhagavan übergeben wurde.

Stefanie Aue

Ilan Stephani: Finde deine sexuelle Kraft

Ilan Stephani

Finde deine sexuelle Kraft
Die Elemente der Ekstase

Unum Verlag, 2022
Taschenbuch, 208 Seiten, 18,99 €

Ilan Stephanis Forschungsgebiet ist die Ekstase – in der Sexualität und außerhalb von dieser Doch allzu oft geht uns dieser ekstatische Urzustand auf dem Weg kulturell-gesellschaftlicher Anpassung verloren. Dennoch gibt es Möglichkeiten, wie erfüllter Sex und ein erfülltes Leben gelingen können. In ihrem neuen Buch »Finde deine sexuelle Kraft – Die Elemente der Ekstase« feiert Ilan Stephani die Vielfalt der Menschen und die Einzigartigkeit ihrer Sexualität, anstatt sie in richtig und falsch zu klassifizieren. Das Buch ist ein Plädoyer dafür, sich von den unrealistischen sexuellen Idealen, die beispielsweise in Hollywood-Movies porträtiert werden, loszueisen und die Scham und den Selbstzweifel zu überwinden, um die eigene individuelle Sexualität zu verkörpern. Dafür müssen wir uns von unseren angesammelten Glaubenssätzen bezüglich Sexualität (die Autorin nennt sie die »sexuelle Matrix«) befreien und unsere eigenen Vorlieben und Wünsche ausleben. Denn gesellschaftliche Anpassung hat ihren Preis: »Der Preis, den wir für ein Leben in der Matrix zahlen, ist jedoch katastrophal. Es kostet uns unsere Lebendigkeit, unsere Energie, unsere Lebenskraft und unsere Authentizität.« (S. 14)

Das Buch stellt unterschiedliche Ekstase-Typologien anhand der Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft vor. Mithilfe des Buches lernt der Leser, sein eigenes sexuelles Element zu finden, welche Qualitäten es hat und wie es in der »sexuellen Matrix« unterdrückt wird. Dazu gibt es Tipps, wie man als PartnerIn das geliebte Wesen glücklich machen kann. Dabei sind die Typologien nicht als ein starres Konstrukt zu verstehen, sondern als ein veränderbarer Rahmen. Jeder Mensch trägt alle vier Elemente in sich und kann auch zwischen den Elementen wechseln. Vor allem sollen die Elemente-Typologien den Zugang zur eigenen individuellen Ekstase vereinfachen.

Im zweiten Teil des Buches geht Stephani auf erfüllte Stunden allein und zu zweit ein und erklärt, wie gelebte Ekstase die Welt angesichts der globalen Krisen, denen wir heute gegenüberstehen, zu einem Besseren wenden kann. Denn der Autorin zufolge ist gelebte Ekstase gerade auch für unser kollektives Leben und die Probleme unserer Zeit extrem wichtig: »In einer kollektiven energetischen Depression werden wir nicht nur unfähig bleiben, eine relevante Größe an Veränderung zu erwirken, wir werden vor allem sicherstellen, dass die Veränderungen, die wir erwirken, keine Verbesserung darstellen.« (S. 198) Wenn wir unsere Selbstsabotage beenden und ein Leben in Ekstase zulassen, erhöht sich automatisch unsere Schwingungsfrequenz und trägt so zu kollektiven Lösungen bei.

Das Buch ist leicht lesbar und amüsant geschrieben. Ein guter Lesestoff für alle, die sich nach einem erfüllten Leben und individuellerer Sexualität ohne Selbstzweifel und gesellschaftlich auferlegter Scham sehnen. Das Buch beinhaltet eine Online-Erweiterung mit Elemente-Typen-Test sowie Audio und Videomaterial.

Stefanie Aue

Bildnachweis: © Adobe Photostock

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