Walflossen als Ventilatoren

Walflossen als Ventilatoren

Die Vorderkante der Buckelwal-Flossen ist nicht glatt, sondern mit Höckern und Einkerbungen besetzt. Wenn die Tiere die Flossen in einem bestimmten Winkel anstellen, erzeugen die Höcker mehr Auftrieb, als es eine glatte Kante tun würde.
Frank Fish von der West Chester University in Pennsylvania hat verschiedene Flossenmodelle im Windkanal untersucht. Tatsächlich erzeugten die Varianten mit gewellter Vorderkante – wie dieses in der Aufsicht gezeigte Kunststoffmodell – mehr Auftrieb und weniger Strömungswiderstand als ihre glatten Pendants. Um die Technik zu vermarkten, gründete Fish mit Partnern das in Toronto beheimatete Unternehmen »Whale Power«.

 

Whalepower: Spitze eines Rotorblatts

Whalepower: Spitze eines Rotorblatts

Das Foto zeigt ein fünf Meter langes Test-Rotorblatt für eine Windkraftanlage. Zwei Drittel der Vorderkante sind nach dem Vorbild der Buckelwal-Flossen mit Kerben versehen. Der Hersteller WhalePower schätzt, dass Windkraftanlagen mit gekerbten statt glatten Rotorblattkanten bis zu 20 Prozent mehr Strom erzeugen können.

Die kanadische Firma Envira-North Systems hat einen nach dem Walflossen-Prinzip designten fünfarmigen Deckenventilator auf den Markt gebracht. Er kann mit steiler angestellten Rotorblättern betrieben werden, so dass er mehr Luft bewegen kann, und ist trotzdem nur ein Fünftel mal so laut wie herkömmliche Geräte gleicher Größe.

 

Rotor: Deckenventilator nach Walflossenprinzip

Rotor: Deckenventilator nach Walflossenprinzip

Quelle: heise.de, Autorin: Veronika Szentpetery

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