Die slawische Wiedergeburt

Zurück zu den heidnischen Wurzeln eines Volkes

Die slawische Wiedergeburt

Zurück zu den heidnischen Wurzeln eines Volkes

Autor: Alexandre Sladkevich
Kategorie: Heiden / Kelten / Germanen
Ausgabe Nr: 69

Jede Kultur hat ihre eigene spirituelle Tradition und Verbindung zur Natur. Hier präsentiert sich das Volk der Slawen mit seinen Vorstellungen über die Geheimnisse des Lebens und das Wachstum der Seele.

Slawen fühlen sich den Heiden zugehörig

Slawen nennt man gewöhnlich eine Gruppe von Völkern, die slawischen Sprachen sprechen. Zu ihnen gehören auch die Russen. In Russland verstehen sich aber immer mehr Menschen nicht mehr als Russen, sondern als Slawen, nicht als Christen, sondern als Heiden. Sie feiern Feste tiefster Vergangenheit und kleiden sich, wie man es nur von Figuren aus alten Märchenfilmen oder von Gemälden kennt. Sie tragen Amulette, deren Bedeutung kaum jemand kennt, und beten Götter an, deren Namen man aus den Kapiteln der Geschichtsbücher kennt, in denen von den Anfängen Russlands, der Rus, die Rede ist.

Es gibt weder heilige Schriften noch Schablonen, wie man sich an Gott wendet, man sagt das, was einem auf dem Herzen liegt.

Jelena (45) und Eduard (45) Losinskij aus Korsakow sind Vegetarier. Eduard fastet gelegentlich, wobei er auch mehrere Tage nichts trinkt. »Das fällt mir nicht schwer«, sagt er. In ihrer Küche hängt ein Blatt mit dem altkyrillischen Alphabet, auf dem jeder Buchstabe seinen traditionellen Namen trägt. Jelena erzählt: »Die Slawen hatten ein Alphabet, das eine universelle Botschaft in sich barg. Aber die Christen haben es durch ihr ABC ersetzt, so ging die Botschaft verloren und viele Wörter wurden durch bedeutungslose ersetzt. Vorher hatten jeder Buchstabe und jede Silbe eine wichtige sakrale Bedeutung, sie besaßen Bildhaftigkeit. Dann wurde der gregorianische Kalender eingeführt und seitdem feierte man die Feste an falschen Tagen. Daher harmonieren sie nicht mit der Naturenergie. Urwissen wurde vernichtet.«

Die Slawen – Zurück zu den heidnischen Wurzeln eines Volkes

Nach der Kalendereinführung verschoben sich die Feste um elf Tage. Jelena gibt einige Beispiele: »Die Slawen ernährten sich von Prana, also Lichtnahrung, und wenn jemand sich strafbar machte, kam er nicht, wie man heute sagt ins Gefängnis, sondern in eine Temniza.« Das fast vergessene Wort Temniza bedeutet Dunkelheit. »Dort hatten die Sträflinge kein Licht und litten Hunger«.

Heidnische Zeremonien

Der Regen wird stärker und es bildet sich eine Regenwand. Das Fest beginnt damit, dass Igor (51) Fackeln am Zugang zum Hain anzündet. Swetosar schlägt die Schamanentrommel, Anton (39) begleitet ihn auf der Maultrommel. Alle verbeugen sich und betreten den Hain. Welimir (54) bläst sein Tierhorn in alle Himmelsrichtungen. Der Regen peitscht sie, das Feuer qualmt und zischt, brennt aber weiter. Sie umkreisen es. Das Glöckchen an Igors Gurt klingelt. Sie singen Lieder, preisen das Feuer, die Ahnen, die Mutter Erde und Svarog, der den Himmel geschmiedet hat. Die Männer strecken die Hände gen Himmel, rufen wiederholt Beschwörungen in Reimen: »Ruhm der russischen Erde, Ruhm der Rus! Ruhm den Stämmen, den Stammesangehörigen, die aufrecht leben, Ruhm den Slawen!«

Die Slawen – Zurück zu den heidnischen Wurzeln eines Volkes

Das Urwissen wurde vernichtet. Die Slawen ernährten sich von Prana.

Anton greift an einen Brotlaib und die anderen legen ihre Hände darauf. Sie bilden einen Kreis um den Brotlaib und bleiben eine Weile reglos stehen. Als würden sie das Brot vor dem gnadenlosen Regen schützen. Später bekommt das Feuer den Laib als Futter. Man wirft ihn hinein. Igor gießt Kwass (altes ostslawisches Erfrischungsgetränk aus Roggen und Malz) in eine Holzschale, alle trinken aus ihr und gießen einen Schluck auf die Erde. Schließlich verbeugen sie sich tief vor dem Feuer, füttern es erneut und verlassen nach etwa einer Stunde den Hain.

 

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Auch Igor hat lange nach seinen Wurzeln gesucht: »Jeder sucht seinen Weg. Es ging mir auch so, bis ich zufällig auf das Heidentum gestoßen bin. Dann verstand ich: Das ist meins. Man kann nicht dem Heimischen entkommen!«

Nach dem »Atlas der Religionen und Nationalitäten« bezeichneten sich mehr als zwei Millionen Menschen in ganz Russland als Heiden, welche die traditionelle Religion ihrer Vorfahren ausüben, ihre Götter und die Kräfte der Natur anbeten.

Zum Autor

Alexandre Sladkevich

wurde in Swerdlowsk, UdSSR, geboren. Er arbeitet als freiberuflicher Journalist, Fotodesigner, Forschungsreisender und publiziert in verschiedenen Medien. In einer Vielzahl von Einzelausstellungen wurden seine Bilder gezeigt. Bei Wettbewerben erhielt er mehrere Auszeichnungen und Preise.

Der Autor Alexandre Sladkevich

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Bildnachweis: © alle Bilder Alexandre Sladkevich