Sexualität als Heilkraft

Sexualität als Heilkraft

Wie authentische sexuelle Begegnungen zu mehr Ganzheit führen können

Autor: Sabina Tschudi
Kategorie: Mann/Frau
Ausgabe Nr: Sonderheft Sexualität

Unser Zugang zu unserer eigenen Sexualität bestimmt wesentlich, wie wir diese erleben. Sabina Tschudi zeigt, dass jeder von uns ein Recht auf eine erfüllende, heilende Sexualität hat – und wie diese trotz einschränkender Werte, Normen und Sprache gelingen kann.

Ich möchte eingangs von mir teilen, dass ich Sexualität als etwas zutiefst Persönliches und Individuelles empfinde – und damit bin ich sicher nicht allein; somit ist für mich ein Sprechen oder Schreiben über Sexualität immer auch ein Mit-teilen von mir selbst. Die Trennung »hier ich selbst« und da dieses »Thema« möchte ich nicht künstlich kreieren.

Vorweg: Was ist »Sexualität«?

Der Duden definiert Sexualität folgendermaßen: »Gesamtheit der im Geschlechtstrieb begründeten Lebensäußerungen, Empfindungen und Verhaltensweisen«. Sexualität hat sich im Verlauf der Evolution herausgebildet und wird heute als Begriff für Spezies mit unterschiedlichen Geschlechtern verwendet, die sich über Zweigeschlechtlichkeit fortpflanzen. Unsere menschliche Sexualität, übrigens auch bei anderen Säugetieren, geht natürlich weit über die Notwendigkeit der biologischen Fortpflanzung hinaus. Sexualität hat bedeutende emotionale Komponenten, Bindungskomponenten, ist identitätsprägend, hat soziale Funktionen und auch spirituelle, also erweiternde Aspekte. In einigen Bereichen ist Sexualität auch eine Quelle von Prestige und ist heute ein wichtiger Bestandteil eines modernen »Lifestyle«.

So ist Sexualität immer auch Teil unserer Kultur, also kulturgeprägt.

Kulturen schaffen Normen, und Normen regulieren unser Verhalten, was akzeptabel ist, was nicht, wo werden Grenzen definiert und gesetzt, bis hin zu strafrechtlich relevantem Verhalten. Die Normen (sowohl Sollwerte als auch Ge- und Verbote) wiederum haben einen erheblichen Einfluss auf unsere Psyche – Kultur prägt und formt uns, auch im sexuellen Bereich. Kulturelle Normen verändern sich im Laufe der Zeit, passen sich dem Wandel von Menschen an, oder manchmal auch nicht, und müssen auch immer wieder neu verhandelt, manchmal auch erstritten werden.

Mit vielfältigem Blick beleuchtet die Autorin Sexualität als heilendes Werkzeug in unserem Leben. Erfahre mehr und downloade jetzt die vollständige Textfassung per Klick auf den Link am Ende der Seite!

Normative Kontexte

In allererster Linie ist es nicht »die Sexualität«, die heilend wirkt, sondern unser Zugang dazu

– ist dieser Zugang heil? Frei von Druck und Zwang, frei auch von ungewollter Elternschaft aufseiten von Frauen wie auch Männern? Hierzu gibt es weitere machtvolle Ströme von Einschränkungen, denen wir alle unterworfen sind: die kulturellen »Sollwerte«. Unter kulturellen Sollwerten verstehe ich jene offen definierten wie auch unterschwelligen Werte, die unsere Sexualität reglementieren und in Kategorien von richtig und falsch, genügend oder nicht genügend oder irgendwo dazwischen einteilen.

Früher reglementierten Sollwerte wie Kein Sex vor der Ehe oder Sex nur mit dem/der Ehepartner/in unser Verhalten. Religiöse Sollwerte verteufeln buchstäblich Sex als Quelle des Vergnügens, wenn es nicht der Fortpflanzung dient. Im Wandel der Werte leben wir heute in einer Zeit, in der die »sexuelle Selbstoptimierung« zu einem subkulturellen Sollwert geworden ist: Wir sollten immer und überall wollen und auch können, sexuelle Hochleistungen hinlegen, neben Beruf, Karriere, Kindern, Sport und Politik, unsere Identitätsdefinitionen mit sexuellen Meisterleistungen abrunden, auch älter werdend sexuell fit und jugendlich bleiben, bitte möglichst unverkrampft. Und uns natürlich sexuell bilden auf allen Ebenen, Bücher lesen, Kurse besuchen und so weiter. Und einige heutige Strömungen der Sexualität vertreten weitere einschränkende Sollwerte wie: »Nur langsam ist richtig«, »Männer sollten nicht ejakulieren, sonst verlieren sie Lebenskraft«, Orgasmen sind plötzlich angeblich bindungsschädigend und zu unterlassen, je nach Subkultur sollen wir beispielsweise poly-amor sein, queer oder tantrisch orientiert. Mit anderen Worten,

wir sind auch heute in Korsetts von sexuellen Sollwerten eingebunden, welche die heilende Kraft der Sexualität mindern und behindern.

Denn wir sind dadurch in Leistungsprinzipien eingebunden und dadurch sind wir eigentlich nie »richtig«.

Sexualität braucht einen geschützten, respektvollen und freiheitlichen Rahmen. Mehr dazu in der Vollversion des Beitrags –den Link zum Bestellen am Ende des Beitrags!

Was also ist heilende Sexualität?

Heilende Sexualität ist in erster Linie Kommunikation, ein Sich-selber-und-einander-Zuhören.

Wenn wir nun einen heilen Zugang zu Sexualität haben, einen gesicherten und respektvollen Rahmen, was dann? Ich erlebe Sexualität in allererster Linie als eine Form der Kommunikation. Mit mir selber und ebenso mit jemand anderem.

Kommunizieren ist Austauschen.

Und die Basis jeder Kommunikation ist zuhören, aufnehmen, wahrnehmen. Nicht primär sprechen und »reingeben«.

Heilend wird Sexualität dann, wenn wir erst einmal uns selbst zuhören und auf uns selbst hören.

Wer bin ich eigentlich gerade jetzt? Wie fühle ich mich, wie geht es mir? Wenn ich in Kontakt bin mit meinen Empfindungen, meinen Gefühlen, wenn ich meinen Gedanken Beachtung schenke. Mir bewusst werde, was mich offen und unterschwellig beschäftigt. Ob ich Ängste oder Sorgen habe, Erwartungen, Hoffnungen. Ob ich ruhig bin oder aufgeregt, im Frieden mit mir oder nicht. Mich als ein ganzes Wesen wahrnehme, zu dem auch Sexualität gehört. Aus dieser Selbstwahrnehmung kann ich empfinden, was mir jetzt guttut, wie ich für mich da sein kann, ob ich Stille oder Aktion brauche, was mich in diesem Moment nährt, sodass ich mich wohlfühle, Energie gewinne, es mir einfach gut geht?.

So kann ich mich überhaupt erst einmal entscheiden: Möchte ich Sex, sexuelle körperliche Kommunikation? Und wie? So werde ich spüren, ob und wie ich (mich) berühren möchte – oder berührt werden möchte. Mein Körper spricht mit mir, ich höre zu. Ich bin mehr lauschend als tuend. In diesem Zustand des Wahrnehmens kann ich mir auch erlauben, mit mir selbst auf eine Reise zu gehen, eine Reise des Empfindens, Lauschens, Erkundens, und mich von dem, was in diesem Augenblick ist, wahr ist, ziehen und leiten zu lassen. Ohne dass etwas muss oder soll, denn was ist, ist tatsächlich, wahrhaftig, authentisch, und daher lebendig und gut.

Es ist ein »Ich bin«-Augenblick von Intimität, Wahrhaftigkeit und innerer Verbundenheit,

aus der heraus es nichts »zu tun« gibt, sondern ein seiender Moment, der sich selber genügt.

Und was passiert, wenn noch ein Gegenpart im Spiel ist? Wie gehen wir am besten aufeinander zu? Lies nach in der vollständigen Fassung – folge dem Link am Ende der Seite und lade das Pdf herunter!

Zu guter Letzt möchte ich ein paar naturwissenschaftliche Erkenntnisse über Sexualität als Heilkraft teilen. Denn ich finde das wissenswert, ermunternd und auch witzig. Hier ist die Rede von ganz alltäglicher Sexualität, das heißt geschlechtlichen (Inter-)Aktionen, die sich vielleicht nicht in einem erweiterten verschmolzenen, zuhörenden und lauschenden Raum abspielen. Vorweg dies:

Sexualität ist medizinisch gesehen ein Heilmittel und krankheitsvorbeugend.

Das menschliche sexuelle System wird primär neuronal gesteuert, das Nervensystem steuert das Hormonsystem. Sex findet also tatsächlich »im Kopf« statt oder nimmt zumindest seinen Ursprung im Hirn https://www.tattva.de/das-herzgehirn/ . Die hormonelle Steuerung geht vom Stammhirn und Zwischenhirn aus, während der Orgasmus auf der spinalen Ebene ausgelöst wird. Das limbische System im Hypothalamus steuert die emotionale Ebene sowie die Evaluation von Lust und Unlust. Alle Sexualhormone werden auf der Basis von Cholesterin gebildet. (Und nein, ein erhöhter Cholesterinspiegel steigert leider nicht die Libido!) Die Basis von sexueller Aktivität, von Libido, ist Testosteron, bei Männern wie auch bei Frauen. Im weiblichen Körper wird Testosteron in Östrogen umgewandelt. Östrogen ist DAS Attraktivitätshormon – Männchen im Tier- und Menschenreich werden durch Östrogene »magisch« angezogen. Dies ist ein wesentlicher Schachzug der Evolution, die Erhaltung der Art wird dadurch gesichert, denn Männchen werden von fruchtbaren Weibchen angezogen.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erkunden Sie auch die geschichtlichen und rechtlichen Facetten des Themas.
Lesen Sie die vollständige Fassung im Tattva Viveka Sonderheft Sexualität oder downloaden Sie diesen Artikel einzeln als ePaper für 2,00 € (Pdf, 8 Seiten).

Sexualität als Heilkraft

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Sabina Tschudi
Sexualität als Heilkraft
Wie authentische sexuelle Begegnungen zu mehr Ganzheit führen können

Unser Zugang zu unserer eigenen Sexualität bestimmt wesentlich, wie wir diese erleben. Sabina Tschudi zeigt, dass jeder von uns ein Recht auf eine erfüllende, heilende Sexualität hat – und wie diese trotz einschränkender Werte, Normen und Sprache gelingen kann.
 


 

Artikelnummer: TVS02_10e Kategorie: Schlagwörter: ,

Kompletter Artikel im PDF-Format (8 Seiten)

 
 

Über die Autorin

Unsere Autorin Sabina Tschudi

Sabina Tschudi leitet zusammen mit ihrem Mann Johannes Schröder Body De-Armoring® in Europa. Sie ist Humanwissenschafterin, studierte Sexualtherapeutin, Medizinfrau und seit fast 40 Jahren auf dem Spirituellen Sonnentanzweg der Süßen Medizin aus den USA unterwegs. Sabina Tschudi lebt in der Schweiz.

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