Sprung in die Unendlichkeit

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Sprung in die Unendlichkeit

 

Quantentheorie und ein neues Wissenschaftsverständnis

Autor: Prof. Dr. Thomas Görnitz
Kategorie: Physik
Ausgabe Nr: 53

 

Der Quantenphysiker Thomas Görnitz berichtet von den Implikationen der Quantenphysik für das Bewusstsein und die Subjektivität. Die Quantenphysik zeigt, Materie wird nicht dadurch erklärt, dass sie aus kleinen Stücken von Materie besteht. Der Ursprung des Körpers und der Materie liegt in der nicht-lokalen Information, außerhalb von Raum und Zeit. Damit öffnet die Quantenphysik die naturwissenschaftliche Erforschung des Bewusstseins. Quantische Physik beschreibt hierbei das Wirksamwerden von Möglichkeiten.

 

Sprung in die Unendlichkeit

 

Während seit Jahrtausenden in der Wissenschaft die Vorstellung dominiert, dass das Wesentliche im Kleinen und durch das Zerlegen der Wirklichkeit gefunden wird, wird durch die Quantentheorie eine revolutionäre Wende eingeleitet, die dieses Weltbild korrigiert und die es ermöglicht, die Fülle der Wirklichkeit bis hin zu unserem Bewusstsein auch naturwissenschaftlich zu erfassen.

Für viele Menschen klingt die Vorstellung befremdlich, dass die Physik Wesentliches über das Leben oder gar über das Bewusstsein beizutragen habe. Man kann sich allerdings klarmachen, dass die Gesetze der Physik bereits gegolten haben, bevor es die Erde gab und auch, bevor es auf ihr einzelliges und mehrzelliges Leben und dann Lebewesen mit Empfindung, dann Bewusstsein und schließlich mit uns Menschen sogar mit Bewusstsein gab, welches reflexionsfähig und zu sprachlicher Formulierung in der Lage ist.

Auf all diesen Entwicklungsstufen der Evolution wird die Gültigkeit der Physik nicht aufgehoben, vielmehr werden neue Möglichkeiten deutlich, welche zuvor nicht zu erkennen gewesen waren.

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Es gibt sehr wohl Bereiche im Kosmos, wo biologische Gesetzmäßigkeiten nicht gelten können, weil es dort kein Leben gibt. Bisher kennen wir als Geltungsbereich der Biologie lediglich die Erde. Es gibt viele Orte, an denen eine Bildung von Molekülen nicht möglich ist, nämlich im Inneren der Sterne, die viel zu heiß sind, als dass in ihnen Moleküle existieren könnten. Dort hat die Chemie keine Anwendung. Da die Physik die allereinfachsten Strukturen untersucht und die komplexeren, denen natürlich auch die physikalischen Gesetze zugrunde liegen, z. B. der Chemie, Biologie oder Psychologie überlässt, gibt es keinen Ort im Kosmos, an welchen die Gesetze der Physik nicht gelten würden. Die Physik ist also keineswegs auf das Unbelebte eingeschränkt, sie gilt immer und überall.

Vor einem reichlichen Jahrhundert war die Physik sowohl in theoretischer Hinsicht als auch in ihrer Experimentalkunst so weit fortgeschritten, dass sie die Widersprüche innerhalb der damals allein existierenden klassischen Physik nicht mehr ignorieren konnte.

Max Planck entdeckte das Wirkungsquantum und wurde damit zu der Erkenntnis gezwungen, dass das Grundprinzip der klassischen Physik, nämlich die Möglichkeit beliebig kleiner Veränderungen, die dennoch nicht Null sein müssen, nicht immer haltbar ist. Für Größen, welche die Dimension einer Wirkung haben (z. B. Energie mal Zeit oder Masse mal Geschwindigkeit mal Ort oder Drehimpuls), gibt es eine kleinste Veränderung und unterhalb dieser nur die reine, nackte Null. Der vielbeschworene »Quantensprung« erweist sich also als die kleinstmögliche Veränderung, die nicht exakt Null ist.

Jede Kenntnisnahme und Informationsübermittlung bedeutet eine Wechselwirkung. Damit ergibt sich aus der Quantentheorie für die Fülle all dessen, wovon wir Kenntnisse erhalten können und was der Wissenschaft zugänglich sein könnte, eine wichtige Schlussfolgerung. Einen wirklich »getrennten Beobachter«, dessen Einfluss auf das Beobachtete und Untersuchte beliebig klein gemacht werden kann, kann es nicht geben. Und auch alles andere, was für uns existiert, weil wir von ihm – zumindest im Prinzip – Kenntnis erhalten könnten, steht miteinander in Beziehung, formt somit letztlich eine große Einheit.

 

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Damit kommt aus der Naturwissenschaft selbst ein Impuls für einen – für sie neuen – Aspekt in der Erfassung der Wirklichkeit. Sie trifft sich darin mit Erkenntnissen und Wahrnehmungen, die in einem völlig anderen Zugang zur Wirklichkeit gewonnen wurden. Unter Spiritualität verstehen wir u. a. »ein – in der Regel nichtwissenschaftliches – Wahrnehmen der Einheit der Welt, die durch die universelle Gültigkeit der Quantentheorie auch an die Naturwissenschaften angebunden werden kann. Sie ist eine Erscheinung, deren Realitätsbezug von Wissenschaftlern nicht mehr in gleicher Weise ignoriert wird wie noch vor wenigen Jahren.«

 

Die Notwendigkeit, die klassische Physik durch die Quantentheorie zu erweitern

Die klassische Physik zerlegt die Wirklichkeit in getrennte materielle Objekte und in Kräfte, die zwischen diesen wirken. Dasjenige, was beschrieben wird, wird als Fakten, d.h. als Tatsachen und feststehende Ereignisse verstanden. Aus den Vorstellungen der klassischen Physik erwächst auch das Ideal, dass alles, was wissenschaftlich beschrieben werden kann und sogar weitergehend alles was existiert, objektiv dargestellt werden kann.
Die Struktur der klassischen Physik hat zur Folge, dass durch die mathematisch ausgeformte Theorie eine deterministische Entwicklung von Fakten beschrieben wird. Damit unterliegt alles Beschriebene der klassischen Logik, für Ambivalenzen bleibt kein Raum. Diese Theorie ermöglicht keine irgendwie geartete Aufweichung.

 

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Ein solches Bild hat naturgemäß auch keinerlei Möglichkeit, so etwas wie Freiheit theoretisch zulassen zu können, denn Freiheit ist daran gebunden, dass das jetzige Sein die Zukunft nicht bereits in alle Einzelheiten und unabänderlich festlegt. Solange daher versucht wird, allein mit den Vorstellungen der klassischen Physik die Welt und den Menschen zu beschreiben, bleibt auch keine Möglichkeit für eine sinnvolle Einbindung von Subjektivität oder gar von Spiritualität.

Die klassische Physik hatte und hat enorme Erfolge gehabt. Die heutige Kultur mit der Informationsverarbeitung, den Computern, Handys usw. konnte sich allerdings nur mit der Anwendung quantentheoretischer Erkenntnisse entwickeln, so dass die Quantentheorie in einem hohen Prozentsatz zum Bruttosozialprodukt beiträgt. […]

 

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Artikel zum Thema in früheren Ausgaben:

TV 02: Marcus Schmieke – Die Synthese von Wissenschaft und Religion

TV 04: Marcus Schmieke – Urknall.
Schöpfungsmythos im Zeitalter der Atombombe

TV 04: Mitya Perus – Analogien zwischen der Quantenphysik
und neuronalen Prozessen


TV 33: Simon Oliver Rath – 150 Jahre Nikola Tesla.
Genialer Erfinder mit Blick in die Zukunft

TV 49: Ronald Engert – Quantenphysik, Meditation, Bewusstsein

TV 49-50: Prof. Dr. Thomas Görnitz/ Dr. Brigitte Görnitz
Licht Quanten und Bewusstsein. Die Physik der Beziehungen

 

Bildnachweis: © atlasfoto, Eerie Nasa image-black hole, Harald Ritsch-Ionenwechselwirkung