Neue Wege in der Medizin

Verona Gerasch - Neue Wege in der Medizin

Die Bedeutung von Geist und Seele für die Heilung

Autor: Verona Gerasch
Kategorie: Medizin
Ausgabe Nr: 55

 

 

 

Geistiges Heilen und Naturheilkunde, Empathie und »Placebo« haben Wirkung. Das zeigen immer mehr Studien. Moderne Forschungen bestätigen die Wichtigkeit von Gedanken und Gefühlen sowie der Persönlichkeit des Heilers, Arztes oder Therapeuten. Ebenso bedeutend ist der Glaube an die Möglichkeit der Heilung.

 

Alte ärztliche Tugenden wie Vertrauen, Empathie und Fürsorge sind therapeutisch bedeutsam.

 

Immer wieder werden wir mit der Frage konfrontiert, ob und wie geistige Heilweisen wirken. Ganz ähnlich wie im Streit um die Wirksamkeit von Homöopathie oder Akupunktur erhitzen sich immer wieder die Gemüter, wenn es um wissenschaftliche Belege für und wider diese in medizinischen Fachkreisen umstrittenen Methoden geht. Und noch mehr, wenn es um die Frage geht, wie denn geistiges Heilen funktionieren soll.

 

Belege für die Wirksamkeit
Längst gibt es eine Vielzahl von Studien, welche die Wirkungen geistiger Heilweisen bestätigen – messbar, wiederholbar, statistisch auswertbar, ganz im modernen wissenschaftlichen Sinne.
Die wohl größte Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten gibt es vermutlich zu Therapeutic Touch (TT), einer Heilweise, die von der Amerikanerin Dr. Dolores Krieger als eine moderne Version alter Methoden des Handauflegens von Anfang an für die Anwendung in der Pflege im Krankenhaus konzipiert wurde. Wahrscheinlich ist dies einer der entscheidenden Gründe, weshalb TT längst über die USA und Kanada hinaus auch in europäischen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen auf relativ große Akzeptanz stößt. Die erste Studie zu Therapeutic Touch wurde von Dr. Dolores Krieger selbst durchgeführt und 1975 veröffentlicht.

 

Alexander Gerasch

 

Gut belegt: Therapeutic Touch
Die seither untersuchten Themen umfassen unter anderem: Schmerzen, Krebs, Wundheilung, Stress in unterschiedlichen Zusammenhängen, Verbrennungen, Karpaltunnelsyndrom, Demenz und Alzheimer, Zellwachstum, Suchtprobleme und Drogenabhängigkeit, Frühgeburten, Migräne und Kopfschmerzen, Phantomschmerzen nach Amputationen, Auswirkungen auf das autonome Nervensystem, Herzinsuffizienz, Einsatz von TT während Knochenmarktransplantationen, Reizdarmsyndrom, Fibromyalgie, AIDS, entzündliche Prozesse in Gelenken (Osteoarthritis), Wohlbefinden von Patienten in unterschiedlichen Situationen, Psychoneuroimmunologie, Trauerbewältigung und Sterbebegleitung, Übelkeit während der Chemotherapie, …

Als Schlussfolgerung geben viele Studien an, dass TT für die untersuchte Personengruppe hilfreich war. Einige Zitate (aus dem Zusammenhang gegriffen): »TT kann normale Zellen beeinflussen, indem es das Zellwachstum anregt.« »TT kann eine wertvolle, zusätzliche Maßnahme in der Behandlung von Schwangeren mit Drogenproblemen sein.«, »Therapeutic Touch ist eine nicht-medikamentöse, klinisch relevante Methode, die demenzbedingtes Verhalten, wie Unruhe und Vokalisation, die beiden häufigsten Auffälligkeiten, reduzieren kann.«, »Die Ergebnisse zeigen, dass eine authentische TT-Anwendung hilfreich war, Spannungskopfschmerzen bei allen Probanden zu reduzieren. Strategien, TT mit in die Pflegepraxis zu integrieren, werden angeboten.« Bald sollen einige der wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zu Therapeutic Touch aus den USA und Kanada auch in deutscher Sprache zur Verfügung stehen.
Doch auch in Europa widmet sich eine zunehmende Zahl von Forschern geistigen Heilweisen. So gibt es mittlerweile interessante Studienergebnisse z.B. zu Reiki-Anwendungen, zu Prana-Heilung und sogar zur Thematik der Fremdbeeinflussung.

 

Neue Wege in der Medizin

Die Wirkung von Handauflegen ist in Studien belegt.

 

Statistische Beweise für Effekt der Fernbeeinflussung
Im »Journal of Alternative and Complementary Medicine« berichtet Prof. Dr. Stefan Schmidt, Sektion Komplementärmedizinische Evaluationsforschung der Abteilung Psychosomatische Medizin des Universitätsklinikums Freiburg: Seinem Team dienten elf zwischen 1997 und 2008 durchgeführte Studien mit insgesamt 576 Einzelsitzungen als Grundlage für seine Meta-Analyse. Gegenstand der nahezu designgleichen Studien war das sogenannte »Paradigma der Attention-Focusing Facilitation«, also die »Die Unterstützung der Aufmerksamkeitsfokussierung«. Die Meta-Studie offenbarte nahezu identische Resultate anhand derer deutlich demonstriert werden kann, dass ein kleiner, aber doch signifikanter Effekt über alle Studien hinweg nachzuweisen ist, der sich zudem unabhängig von der angewandten Praxis der Fernbeeinflussung nachweisen ließ, auch wenn die Ergebnisse im Einzelfall verschieden waren. »Die Hypothese eines Effekts der Beeinflussung aus der Ferne wird also durch die Meta-Studie und damit den Daten aus rund 1970 Einzelexperimenten unterstützt«, so Prof. Schmidt. »Möglicherweise ist es gerade die bei allen angewendeten Praktiken gemeinsame Absicht der Beeinflussung aus der Ferne, die dieses durchaus unorthodoxe Ergebnis herbeiführt.«

 

Der Behandler sollte einen klaren Kopf behalten, um zu Herzen gehende Dinge mit genügend innerem Abstand betrachten zu können.

 

Komplexe Studie mit Fragen nach dem Wie und Warum
Wesentlich weiter geht die Studie des Teams um Prof. Dr. Anne Koch und Dr. Karin Meissner von der Uni München, das u.a. Heilungsrituale und Behandlungsergebnisse der White-Eagle-Loge in Germering bei München untersuchte: Im Zusammenhang mit der Studie wurden bereits bestehende Untersuchungen zu physiologischen Effekten von Kontaktheilungen ebenso herangezogen wie auch der Forschungsstand zu psychologischen, sozial- und kulturwissenschaftlichen Daten. Bereits in der Einleitung einer Veröffentlichung erster Studienergebnisse heißt es: »Unser Frageinteresse zielt insbesondere auf die Wirksamkeit des geistigen Heilens ab. Für diese Fragestellung ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin (medizinische Psychologie/Psychosomatik/Placeboforschung) und Sozial- und Kulturwissenschaft (Psychologie/Therapiewirksamkeitsforschung, Religionswissenschaft /Ritualtheorie) erforderlich. Erst in dieser Konstellation von Wissensformationen ist es möglich, Grundlagenforschung zum Zusammenhang von Weltsicht und psycho-physischem Erleben anzugehen, zu der dieser Beitrag sich als erster Schritt versteht.«
Untersucht wurden deshalb vegetative und psychische Veränderungen während eines Heilungsrituals beim Heilungssuchenden, Korrelation dieser psychophysiologischen Veränderungen mit den Erfahrungen des Heilungssuchenden während der Heilbehandlung sowie die Frage, welche Rahmentheorie sich anbietet, um die kulturwissenschaftlichen und psychophysiologischen Daten zusammenzuführen. Übrigens bestätigte auch diese Fallstudie messbare Wirkungen der Heilbehandlungen, wie z.B. die Veränderungen von Herzfrequenz, Atemfrequenz, Hautleitfähigkeit, Entspannungsreaktionen.

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Was passiert während Heilbehandlungen bei Heiler und Klient?
Messbare Ergebnisse von Wirkungen auf Hämoglobinwert, Hautleitfähigkeit, Herz- oder Atemfrequenz geben noch keine Auskunft darüber, was während Heilbehandlungen tatsächlich geschieht und was zu diesen Ergebnissen führt.
Erste Anhaltspunkte lieferten Ende der 1990er Jahre Untersuchungen des Physikers und Psychologen Günter Haffelder. Er entwickelte eine damals neuartige Messmethode für Gehirnwellen, mit deren Hilfe er bei Geistheilung und anderen Psi-Phänomenen auf typische Begleit-Frequenzen stieß und so »Übersinnliches« erstmals messbar machte. Seine Messungen ergaben typische Gemeinsamkeiten.»›Eine besondere Bedeutung bei der Geistheilung haben die Gehirnwellen im Delta-Bereich, deren Auftreten im Wachzustand eigentlich aus medizinischer Sicht als krankhaft bezeichnet wird‹, erklärt der Physiker und Psychologe. Normalerweise treten sie nämlich nur während traumloser Schlafphasen auf. Für viele Psi-Phänomene wie Trance, Hypnose und Geistheilung aber sei gerade die Zunahme ihrer Aktivität kennzeichnend. ›Die typischen Veränderungen im Delta-Rhythmus sind bei solchen Phänomenen ein Träger für Informationen‹, erklärt der Gehirnforscher und meint damit heilsame bzw. harmonisierende Vorstellungen, Bilder oder ähnliches, die während einer Behandlung im Gehirn des Heilers entstehen und auf den Patienten übergehen. Auf ähnliche Weise, wie bei Rundfunkwellen Musik und Worte auf eine Trägerwelle (die man auf der Radioskala einstellt) codiert werden, enthalten auch die Gehirnwellen eine riesige Fülle von Informationen. Sie sind wahrscheinlich in den geringen Veränderungen von Amplitude (=Ausschlag der Schwingung), Phase (=Verschiebung von Wellenberg und -tal) und Überlagerung ‚gespeichert‘. Der große Unterschied zwischen einer Radioübertragung und der Geistheilung ist jedoch, dass bei letzterer der Übertragungsweg weiterhin völlig unbekannt ist. Die von Haffelder entdeckten faszinierenden Modulationen der Deltawellen bei Heiler und Patient sind gewissermaßen nur die Begleiterscheinung eines Vorgangs, dessen Wirkebene weiterhin ein Rätsel darstellt.«

 

Neuroscans belegen veränderte Hirnaktivität bei Medialem Schreiben
US-Neurologen machten bei der Untersuchung brasilianischer Trancemedien eine faszinierende Entdeckung: Während des beschriebenen Kontakts zu Geistern während sogenannten automatischen bzw. medialen Schreibens oder der Zungenrede gibt es einen auffallenden Rückgang der Hirnaktivität in jenen Teilen des Gehirns, die etwa für Sprache und selbstbestimmte Aktivitäten verantwortlich sind – jedoch eine unerwartete deutliche Zunahme der Komplexität der automatisch geschriebenen und gesprochenen Sprache. […]

 

Lesen Sie den kompletten Artikel in der TATTVA VIVEKA 55

 

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Artikel zum Thema in früheren Ausgaben:

Einen allgemeinen Einführungstext zur Quantenphysik finden Sie hier.

TV 03: Daniela Zander – Die Heilkunst der indischen Weisen: Ayurveda

TV 06: Prof. Dr. Changlin Zang – Dichter Körper und elektromagnetischer Körper. Die Zukunft der Biologie und Medizin

TV 14: Ronald Engert – Informationsmedizin für das 3. Jahrtausend.
Schwingung, Resonanz, Energie im lebenden Organismus

TV 17: Günter Haffelder – Geist und Gehirn.
Geistheilung, Trance und Bewusstsein im Lichte der Gehirnforschung

TV 24: Verona Gerasch – Wie heilt der Geist?
Heilen mit der Energie der göttlichen Liebe

TV 29: Dr. Gurudev Singh – Heilen mit der Kraft der Meditation. Sat Nam Rasayan

TV 51: Armin Risi – Das Wirken des göttlichen Heilstromes. Bruno Gröning

TV 54: Peter A. Straubinger – Am Anfang war das Licht.
Von Menschen, die nichts essen

 

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Schlagwörter: Handauflegen, spirituelles Heilen, Heilung der Seele, Geistheilung

 

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