Die Universelle Magical Mystery Tour

Die Universelle Magical Mystery Tour

Mit Wuwei vom Diesseits ins Jenseits und zurück

Autor: Prof. Dr. Peter Hubral
Kategorie: Taoismus
Ausgabe Nr: 73

Wir leben in einer Gesellschaft, die glaubt alles zu wissen. Das Gut der Meinungsfreiheit« wird hochgehalten. Wenn man sich jedoch mit alten spirituellen Schriften von Buddha über Platon zu Laozi und den Veden beschäftigt, fällt dieses Gebäude der Unwissenheit schnell zusammen. Der Autor führt uns in einer magischen Reise durch das spirituelle Erbe der Menschheit. Gekonnt zieht er die Verbindungen zum Kern der universellen Lehren. Wirkliche Einsicht in das Wesen des Lebens und der Dinge ist, was wir heute brauchen und woran wir uns wiedererinnern müssen.

Wiedergeburt der Erkenntnisse aus längst vergangener Zeit

Laozi, Buddha, Parmenides, Empedokles, Sokrates, Platon usw. haben – durch rigorose meditative SELBSTBEOBACHTUNG (Innenschau) – tiefgründige ERKENNTNISSE über die Schöpfung erlangt, die Vieles, was die neue Physik (Quantenphysik) in Bezug auf spirituelle Phänomene anbietet, weit übertreffen und auf bisher nicht verstandene Weise erklärt. Dabei spielt – in meinen Hinweisen auf diese Phänomene – die mir seit 1997 vertraute und seither von mir regelmäßig durchgeführte meditative DAO-PRAXIS die SCHLÜSSELROLLE. Sie bietet psycho-kosmische PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN DER SCHÖPFUNG an, worüber sich die Meister EINIG sind, sodass man diese als UNIVERSELL bezeichnen muss.

Mit Wuwei vom Diesseits ins Jenseits und zurück

Die uns allen vertrauten fünf Sinne und das sie koordinierende Bewusstsein, die sich dem Diesseits (A) zuwenden, werden in meiner Taiji-Schule die (irdischen, körperlichen) Yin-Liugen (陰六根), sechs Yin-Wurzeln, genannt. Auf dem Großen Weg von A nach D werden jedoch – durch regelmäßiges Üben – die (spirituellen) Yang-Liugen, sechs Yang-Wurzeln, die in uns allen schlummern, (RE)AKTIVIERT und INTENSIVIERT. So wird durch Selbstbeobachtung (Innenschau) außergewöhnliches Taiji-Wissen, Taijixue (太極學), ERWORBEN! Darauf verweist Platon in Critias (164d-165a): Ja, ich würde sagen, dass das selbst beobachtete Wissen die Essenz der sophrosýne (»Besinnung«) ist; und ich stimme mit der Person überein, die in Delphi die Inschrift ‚Erkenne dich selbst‘ gewidmet hat. Sophrosýne wird fälschlich mit Besinnung und Besonnenheit übersetzt.

Die »Besinnung«, die dahinter steckt – Erwecken der außergewöhnlichen Sinne und Erweiterung des Bewusstseins – ist jedoch wesentlich tiefgründiger!

Aufstieg und Abstieg der Seele

Ich habe in Tattva Viveka 67 überwiegend den Abstieg und weniger den Aufstieg der psyché (Seele) beschrieben. Was ist mit AUFSTIEG gemeint? Antwort: Pfeilspitze P – P steht für Progression – beschreibt den Übungsfortschritt von A zu D, womit die in uns allen verschütteten Yang-Liugen zunehmend aktiviert werden, die Platon mit ‚Erkenne dich selbst‘ assoziiert. Der Fortschritt wird durch regelmäßiges motiviertes Üben realisiert.

Was ist mit ABSTIEG gemeint? Antwort: Pfeilspitze (R) – R steht für Regression – beschreibt den Abstieg von D zu A. Dahinter steckt die psycho-kosmische Welt- und Selbstentstehung, die mit dem Verlust der Yang-Liugen und Ausbildung der Yin-Liugen einhergeht. Somit kommt es zur Bewusstseins- und Sinnesreduktion.

Wer seine Yang-Liugen von A nach D zunehmend mobilisiert, kann über das Jenseits ebenso viel erfahren wie das, was den Yin-Liugen in der Hinwendung zum Diesseits (A) zugänglich ist. Insofern gilt für Übungsanfänger: Der Anfang ist die Hälfte vom Ganzen! Fortgeschrittene bestätigen Heraklit, der – im Einklang mit der Taiji-Lehre – schreibt:

Der Weg nach oben und der Weg nach unten ist ein und derselbe.

Was er nicht sagt ist: Der »Weg nach oben« (Pfeil I) ist für Anfänger in A unbekannt, während der »Weg nach unten« (Pfeil II) für Erleuchtete (die D erreicht haben) bekannt ist.

Man nennt im philosophischen Daoismus, Daojia (道家), zu dem meine Taiji-Schule (Taijixue) zählt, so wie im Buddhismus einen Menschen, der das selbst-beobachtete Taiji-Wissen von A zu D vollständig durch Selbstbeobachtung im Üben AUS SICH SELBST HERAUS ERWORBEN hat, Zhenren (真人) oder ERLEUCHTET. Man sagt auch, dass er im Nichts (Nirwana) in D angekommen ist.

In dieser Fassung sind Auszüge aus dem Artikel wiedergegeben. Den vollständigen Artikel gibt es im Pdf (10 Seiten), das unten für einen Unkostenbeitrag von 2,00 € bestellt werden kann.

Sein und Nicht-Sein

Laozi verweist mit Vermindern auf das Wuwei (無爲)-Prinzip und mit Vermehren auf das Youwei (有爲)-Prinzip:

Wuwei-Prinzip: Die Wahrnehmung wird durch rigorose Weltabgewandtheit erweitert.

Youwei-Prinzip: Das Diesseits bestimmt die weltzugewandte Wahrnehmung.

Wuwei fördert das Vermindern und Youwei das Vermehren. Dabei handelt es sich um zwei entgegengesetzte aber auch komplementäre Erkenntnisprinzipien der Welt und des Selbst, worauf sich, wie ich zeige, die altgriechische, vedische und buddhistische Tradition – auch mit eigenen Begriffen – beziehen.

Zum Youwei-Prinzip gibt es wenig zu sagen, denn es wird von uns allen tagtäglich im Diesseits (A) für unser bewusstes (willentliches) Denken und Handeln – kurz: zur Weltzugewandtheit – eingesetzt. Es umfasst alles, was mit Hypothesen (Methoden, Prinzipien, Dogmen, Modellen, Ideologien usw.) das Diesseits (A) auf ziel-orientierte (konditionierte) Weise mit den Yin-Liugen erfasst und bewältigt wird. Die moderne Wissenschaft inklusive der neuen Physik verlässt sich auf das Youwei-Prinzip. Dazu gehört alles, was NICHT dem Wuwei-Prinzip – seinem Gegenteil – genügt, womit der Große Weg durch regelmäßiges weltabgewandtes Taiji-Üben – auch Wuwei-Praxis genannt – in rigoroser Weltabgewandtheit zunehmend bewältigt und zurückgelegt wird.

Wiederentdeckung der altgriechischen Schöpfungslehre

Das Wuwei-Prinzip wird in der Praxis (siehe Bild) wie folgt realisiert: Wirke (Wei = 爲) selbst nicht (Wu = 無) im Üben und erfasse die Wirkung (Wei) des Nichtseins (Wu). Mit Nichtsein ist das Unbekannte oberhalb P gemeint, das von A nach D anhand seiner Wirkung zunehmend mit den (wieder)erweckten Yang-Liugen persönlich ERFAHREN wird und so zur innigen Selbsterkenntnis beiträgt.

Die Wirkung ist dem hypothesen-freien Naturgesetz zu verdanken: AUS DER STILLE KOMMT BEWEGUNG!

Dabei handelt es sich um spontane Bewegung (Selbstbewegung) AUS SICH SELBST HERAUS auf der körperlichen, psychischen und geistigen Wahrnehmungsebene, die der Übende – mit Leib und Seele im regelmäßigen Taiji-Üben – zunehmend durch sein Nichtwirken (Nicht-Tun, Nichthandeln) von A nach D ERFÄHRT, das ebenfalls Wuwei genannt wird. Damit transzendiert er das Diesseits (A) und dringt immer mehr – in Funktion seines Fortschritts (P) – in die ihm unterhalb P bereits vertraut gewordenen und oberhalb P noch unvertrauten spirituellen Taiji-Welten (übersinnliche Parallelwelten) ein.

Lesen Sie im vollständigen Artikel über die Ausübung des Wuwei-Prinzips. Als ePaper einzeln bestellbar, oder gleich das ganze Heft nehmen!

Mein vergleichendes Literaturstudium zeigt, dass auch psyché der Überbegriff für (sóma, psyché, pneúma), übersetzt mit (Körper oder Gestalt, Seele, Geist), ist. So verweisen orphische/ pythagoreische/ platonische/ hermetische/ gnostische Meister darauf, dass sich die psyché im Aufstieg von A nach D von sóma zu pneúma und im Abstieg von D zu A in umgekehrter Weise verwandelt. Dies heißt, dass die psyché, so wie Qi, drei essentiellen Metamorphosen unterworfen ist, wobei jede in drei weitere unterteilt werden kann, sodass man von insgesamt neun erfahrbaren Welten spricht.

Die Griechen nennen die uns umgebenden Qi-Felder, die durch das kosmische Universalgesetz gesteuert werden, daimones. Für sie gilt im Einklang mit Daoisten: Alles ist psyché. Die psyché ist unsterblich! Alles ist beseelt. Die Welt ist voller daimones. Thales von Milet nennt Qi Wasser. Aristoteles: Thales […] bezeichnet als […] Ursprung (arché) das Wasser (hýdor). Der iranische Illuminationsphilosoph Suhrawardi, der sich in der Nachfolge von Pythagoras und Platon sieht und Hermes Trismegistos den Vater aller Weisen nennt, spricht stattdessen von (nicht-physikalischen) Lichtern.

Wuwei - Die Universelle Magical Mystery Tour

Da Qi (psyché) MISCHEXISTENT/ Ursubstanz aus Materie und Geist ist, darf es nicht verwundern, dass heutige Wissenschaftler, die sich auf ihre die »Vielfalt trennenden Yin-Liugen« und nicht – so wie die Meister – auf die »Alles vereinenden Yang-Liugen« verlassen, Schwierigkeiten haben, die Erfahrung der Meister zu bestätigen! Diese ist dem diskursiven Entweder-oder-Denken – in den Kategorien von richtig-falsch, ja-nein, Materie-Geist, logisch-unlogisch usw. – nur unvollständig zugänglich. Dies heißt, mit den Yin-Liugen erkennt man von den jenseitigen Qi-Feldern nur Facetten ihrer diesseitigen Abbilder (für Platon: Schatten an der Höhlenwand). Darüber berichten z.B. Henri-Louis Bergson (Elan vital), Wilhelm Reich (Orgon) und Rupert Sheldrake (morphogenetische Felder). Diese Abbilder werden zunehmend mit den Yin-Liugen theoretisch erfasst und experimentell bestätigt, z.B. von Fritz-Albert Popp (Biophotonen) und Klaus Volkamer (Feinstofflichkeit des Universums).

Prof. Dr. Peter Hubral

Über den Autor

Prof. Dr. Peter Hubral, geboren 1940, verheiratet und zwei Töchter. Studium der Geophysik in Clausthal Zellerfeld. Promotion am Imperial College in London. Langjährige Aufenthalte in England, Australien, USA und Brasilien. Teilnahme an vielen geophysikalischen Expeditionen weltweit auf Land und zur See. Professor für Geophysik am KIT (Karlsruhe Institute of Technology) Gründer und Leiter von WIT (Wave Inversion Technology Consortium).

Hobby: Taiji-Üben, Wandern, Reisen und Studium traditioneller Kulturen. www.taijixue.de

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über das universelle Wissen der großen Weisheitstraditionen. Die vollständige Fassung des Artikels lesen Sie in der Tattva Viveka 73 oder einzeln als ePaper für 2,00 € (Pdf, 9 Seiten).

Hubral - Gesamter Artikel als PDF

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Prof. Dr. Peter Hubral ist auch Referent bei unserem Online-Symposiums »Wissenschaft und Spiritualität – die Welten verbinden«.

Sein Interview kann im Symposium-Paket mit 37 weiteren Interviews erworben werden.

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