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18 Mai

Auf der Reise zur Höchsten Realität

Die Philosophie des Yoga

Autor: Josephine Selander
Kategorie: Veden/Yoga
Ausgabe Nr: 51

Die Yogapraktikerin Selander gibt hier einen fundierten und anschaulichen Überblick über die vedischen Schriften und die Ursprünge des Yoga in der alten vedischen Kultur. Sie zeigt, wie die Praxis der Asanas in einem größeren spirituellen Entwicklungsweg eingebettet ist, an dessen Ende das spirituelle Erwachen steht. Wie können wir hinter die Oberfläche schauen? Was ist das Wesen der Dinge? Die Yoga-Philosophie greift auf eine tausende Jahre alte Forschung und Erfahrung zurück.

 

Josephine Selander - Die Philosophie des Yoga

 

Die Philosophie des Yoga basiert auf einer positiven Sicht auf den Menschen, mit der zugrunde liegenden Vorstellung, dass unser wahres Selbst aus Glückseligkeit (sanskr. Ananda) besteht. Es gibt aber große Unterschiede im weiten Feld der yogischen Philosophie. Einfach gesagt ist es »das gleiche und doch etwas ganz anderes«. Im Großen und Ganzen gibt es drei Hauptrichtungen der yogischen Philosophie: Samkhya, die Grundlage des klassischen Yoga, Advaita Vedanta und Tantra. Es gibt natürlich eine Vielzahl anderer Richtungen. Der Buddhismus z. B. ist auch sehr wichtig für den Yoga. Dieser Artikel wird sich aber nur auf diese drei genannten Richtungen beziehen, da sie vielleicht die verbreitetsten Philosophien im Yoga sind. Ich möchte gerne einen kleinen Umweg machen und darüber nachdenken, was das Wort »Philosophie« eigentlich heißt. Eine Auffassung, die ich selbst sehr mag, ist, dass die Philosophie so etwas wie eine Brücke sein kann, die die unüberbrückbare Kluft zwischen der Welt, wie wir sie gerne hätten und der Welt, wie sie tatsächlich ist, schließt. Sagen wir mal, dass ich beispielsweise meine eigene ideale Weltsicht habe, dass alles, so wie es ist, perfekt für alle lebenden Wesen dieser Erde ist. Ich finde aber schließlich heraus, dass dem nicht so ist. Ich kann dann ein philosophisches System entwerfen, dass erklärt, warum meine Weltsicht nicht mit der Realität konform geht.

 

Josephine Selander -  Auf der Reise zu Höchsten Realität

 

Dieses Modell ist sicherlich verständlich, und wie auch immer, ich denke, es ist ein gutes Bild. Man kann das im Hinterkopf behalten, wenn man sich verschiedene philosophische Systeme anschaut und sich darüber wundert, warum so manche Realität in ein bestehendes System gezwängt wird. Samkhya, Advaita Vedanta und Tantra glauben alle an das dem Menschen innewohnende Potenzial, aber die Meinungen und Richtungen darüber, wie dieser innere Schatz am besten gehoben wird, gehen auseinander. Je nach der Zeitperiode, in der die Philosophie entstand, variieren die Inhalte. Wir werden untersuchen, was diesen Systemen voranging und was an Voraussetzungen notwendig ist.

Die Upanishaden und die Grundlagen des Vedanta

Das Wort Yoga begegnet uns im vedischen Text Rig Veda zum ersten Mal. Die Veden werden als eine der ältesten Texte der Welt angesehen und wurden vor ca. 3500 Jahren geschrieben. Der Text besteht aus vier Büchern, von denen das erste Hymnen, Anrufungen und Lieder beinhaltet, während das letzte Buch eine ausdifferenzierte Philosophie enthält und unter dem Namen Upanishaden bekannt ist.* Die Veden benutzen das Wort Yoga im Sinne von »Vereinigung« oder »Disziplin«, aber es ist heute schwierig zu sagen, was damals wirklich mit Yoga gemeint war und wie genau die Praxis in dieser Zeit aussah. In den Upanishaden finden sich die Wurzeln der yogischen Philosophie. Sie werden manchmal auch »Vedanta« genannt, was »das Ende des Wissens« bedeutet. Sie beinhalten eine Zusammenstellung von Schriften, die über einen langen Zeitraum gesammelt wurden. Es wird davon ausgegangen, dass das erste Buch 600 v. Chr. geschrieben wurde, und manche Texte, die aber immer noch zum Kanon gezählt werden, wurden erst um 1900 geschrieben. Viele Upanishaden beschreiben, dass das Universum aus Brahman (was man mit der »höchsten Realität« übersetzen könnte), gemacht ist. Alles besteht aus Brahman und alles kehrt wieder zu Brahman zurück. Brahman ist auch das Selbst (Atman), das sich im Herzen der Menschen befindet, aber Brahman webt sich durch die ganze Welt und ist dabei größer als das vorhandene Universum. Die Vorstellung, dass Brahman die Welt ist, stellt die Grundlage des Advaita Vedanta dar. Lassen Sie uns etwas tiefer in die Upanishaden vordringen, damit wir genügend Hintergründe über die Philosophie des Advaita Vedanta bekommen.

 

Josephine Selander -  Auf der Reise zu Höchsten Realität

 

Ein schönes Beispiel aus der Chandogya Upanishad beschreibt, dass das Selbst (Atman) tatsächlich im Menschen existiert, aber dass das Selbst auch vom Körper und Geist zu unterscheiden ist und nur direkt erlebt werden kann. Die Geschichte erzählt, wie Udalaka seinen Sohn Svetaketu über das Wesen des Lebens unterrichtet. Er spricht über die Erschaffung der Welt und erklärt das Prinzip des Sat Vidya, das bedeutet das Wissen von Sat, das Wissen darüber, was real ist. Sat bedeutet Realität, Wahrheit, Gegenwart, wird aber auch synonym mit Brahman gebraucht. Der weise Udalaka sagt zu seinem Sohn: »Mein Kind, alle Wesen haben Sat als ihren Seinsgrund, Sat als ihren Ort, in dem sie ruhen, Sat als ihren Wesensgrund. « Udalaka spricht weiter vom Selbst, Atman, das in uns lebt und erklärt dieses mithilfe einer schönen Metapher. Udalaka bittet seinen Sohn, ihm eine Feige zu bringen. Svetaketu bringt ihm eine. »Teile sie in zwei Stücke. Was siehst du?«, fragt der Vater. »Ich sehe viele sehr kleine Samen, Vater.« »Teile einen dieser Samen in zwei Hälften. Was siehst du dann?« Svetaketu trennt einen der kleinen Samen und sagt: »Ich sehe nicht viel, Vater.« »Vom kleinsten Element, das du nicht sehen kannst, innen im Inneren des Inneren eines Feigensamens, wächst der große Feigenbaum empor.« Udalaka erklärt seinem Sohn weiter: »Das ist die Realität. Das ist Atman. DAS BIST DU, Svetaketu. Das bist du.« Eine Frage, die wir uns stellen können, lautet: Wie erreichen auch wir diese unmittelbare Einsicht, die Udalaka seinem Sohn erklärte? Wie vereinigt sich Atman mit Brahman? Wie wird das Selbst eins mit der absoluten Realität? Die Antwort, die die Upanishaden geben, lautet: durch Meditation. Durch diese bekommen wir einen unmittelbaren Sinn für das Selbst, das in Svetaketus Fall der Feigensamen symbolisiert. In der Chandogya Upanishad finden sich noch Ergänzungen zur Geschichte von Udalaka und Svetaketu, wir finden andere Konzepte, die im klassischen Yoga bedeutsamer werden, zum Beispiel »Üben« (abhyasa) und in der Katha Upanishad wird Yoga definiert als der »stete Halt für den Geist«, eine Vorstellung, die unserer heutigen Idee von Yoga nahe kommt. […]

Lesen Sie den kompletten Artikel in der TATTVA VIVEKA 51

 

Dieser Artikel ist auch als PDF erhältlich:

Josephine Selander TV51 (PDF)

Kompletter Artikel im PDF-Format (10 Seiten)
 
Preis: 2,00 EUR
(inkl. 19,00% MwSt.)
 
 

Artikel zum Thema in früheren Ausgaben:
TV 5: Sacinandana Swami – Die Psychologie des Selbst.
Spirituelle Perspektiven aus der Bhagavad-gita

TV 7: Priya Krishna Dasa – Yoga – die Verbindung.
Patanjalis Yoga-sutras und die Bhagavad-gita

TV 13: Acyutananda Swami –Tantra – Kann Sex auch Yoga sein?
Tantra aus der Sicht eines indischen Mönches

TV 41: Hardy Fürch – Ein Yoga für die Erde. Green Yoga.
Plädoyer für ein öko-yogisches Bewusstsein

TV 45: Hardy Fürch – Die Bhagavad-gita, das Gehirn und das Ich.
Hirnforschung und Ich-Illusion im Lichte der Yoga-Philosophie

TV 46: Jeannette Büsser – Yoga zeigt den Weg.
Teacher Training Course in Indien

TV 46: Stefan Datt – Yoga und Pranayama im Himalaya.
Zu den Kraftquellen der Yogis

TV 46: Hans Meyer – Atme!
TV 47: Stefan Datt – Die Kraft der Gedanken.
Sinn und Zweck des Berliner Yogafestivals

 

Bildnachweis: © Fotolia, Allan Rannu

 

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