Der Ring des Herzens: vom Sitz der Gefühle zum Ort des Lichtselbstes

Was haben Gefühle mit dem Göttlichen zu tun?

Der Ring des Herzens: vom Sitz der Gefühle zum Ort des Lichtselbstes

Was haben Gefühle mit dem Göttlichen zu tun?

Autor: Dr. Martin W. Spiegel
Kategorie: Gnosis / Hermetik
Ausgabe Nr: 72

Göttliches Sein ist über unsere Gefühle erfahrbar. Das unsichtbare Herz ist ein eigenes Bewusstseinszentrum. Dessen Geheimnisse zu ergründen ist die Sehnsucht der Seele. Abgehalten werden wir davon meist durch gesellschaftliche Prägungen von frühester Kindheit an.

Das Geheimnis des »Herzens« aus der Sicht der inneren Wissenschaften besteht darin, dass es ein unsichtbarer Ort in der Gegend des sichtbaren Herzens ist, ein eigenes Bewusstseinszentrum. In der gnostischen Philosophie ( = der »Philosophie der Wissenden«) sprechen wir von den drei Bewusstseinszentren des Menschen (Kopfraum – Brustraum – Bauch-/Beckenraum). Das sind die drei inneren Tempel oder Heiligtümer, aus denen die »Händler und Wucherer« (Neues Testament), »Diebe und Räuber« (Mani) auf dem Weg der Geist- oder Lichtwerdung vertrieben werden müssen.

Wie kommt es, dass unser »Herz« oder der Brustraum seit je als Sitz der Gefühle betrachtet wird und gleichzeitig als Ort des spirituellen Zentrums des Menschen, des Göttlichen Lichtfunkens? Haben »Gefühle« etwas mit dem Göttlichen zu tun?

Gefühle sind näher an der Seele als Gedanken.

Die moderne Wissenschaft versucht, die Gefühle im ersten Bewusstseinszentrum, im Kopf, zu lokalisieren und sogar zu erzeugen. Dabei verliert sie aber vollständig den Bezug zum Wesen der Emotion. Das Wesen der Emotion ist eine Quittierung von Wahrnehmungswertungen in einer bestimmten Art von unsichtbarem »Seelenstoff« (Emotional-, Fühl- oder Seelenfluidum genannt, auch Lichtäther o.ä., als Aufbaustoff des Emotionalkörpers = Seelen- oder Gefühlslebens).

Wenn wir diesen unsichtbaren »Seelenstoff« in unserem Brustraum akkumulieren, der durch Druck, Anspannungen und Blockaden, Spaltungen und Spannungen »aufgefressen« wird, dann können wir exakt diese Seelenfülle, die wir ständig durch die Verfolgung äußerlicher Ziele zu erreichen suchen, innerlich in uns selber (wieder)herstellen lernen. Dies können wir immer tun, wenn sie uns wieder verlorengeht indem wir einfach alle Gefühle wieder zulassen und in unserem Herz-Raum versammeln. Gewohnheitsmäßig unterdrücken wir sie von Kindesbeinen an im Vertrauen, dass alles ein sich selber heilendes System ist, auch unsere Seele. Gefühle sind näher an der Seele als Gedanken.

Mehr über das Geheimnis des Herzens, erfahren Sie im vollständigen Artikel, der als Pdf für 2,00 € zum Download bereit steht (am Ende dieses Beitrag).

Unsere Gefühle als Türöffner zum Göttlichen

Seit je laufen Gefühle und andere Seelentätigkeiten Gefahr, von »Weisen« verachtet zu werden.

Gefühle der Erfüllung haben dabei einen besseren Stand, wie Erschütterung, Berührtsein, Erbarmen, Liebe, Frieden, Annehmen, Jubel, Triumph, Hingabe, Seligkeit, Sich-Verströmen etc.

Aber Gefühle des Leidens wie Schmerz, Angst, Entsetzen, Zorn, Verzweiflung, Traurigkeit, Bitterkeit etc. gelten als sehr »politisch unkorrekt«. Gefühle des Strebens wie Wunsch, Sehnsucht, Wille und Begehren sollen tunlichst überwunden werden, weil sie uns binden.

Wir verstehen die »Weisen«: Sie wollen nur ihre Ruhe. In der Zen-Meditation zum Beispiel gelten solche Regungen eher als Makyos oder Dämonen, die wir aus uns hinaustreiben sollen. Da stören auch die »positiven« Gefühle wie Liebe, Erbarmen, Berührtsein, Erschüttertsein etc., weil sie uns in das Menschliche hineinziehen …

Vom Sitz der Gefühle zum Ort des Lichtselbstes

In dieser Fassung sind Auszüge aus dem Artikel wiedergegeben. Den vollständigen Artikel gibt es im Pdf (6 Seiten), das unten bestellt werden kann.

Hat Gott einen Emotionalkörper?

Gefühle als solche sind, wie man in den inneren Wissenschaften weiß, in sich selber bereits etwas »Göttliches« oder »Numinoses«: Sie sind Strahlen oder Ableger von übergeordneten, gleichsam globalen »Seelenräumen des Seins«, der Naturkräfte, »Engel«, »Devas« o.ä.

Das spürt Friedrich Schiller, wenn er dichtet: »Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium« (dem Götterhimmel). Aber auch die Angst hat ihren Gott oder ihre Göttin / Dämon oder Dämonin, der Zorn, die Traurigkeit, die Liebe, der Frieden, die Gier etc.

Was haben Gefühle mit dem Göttlichen zu tun?

Gefühle sind Wegweiser. Sie zeigen mir, wo ich stehe. Wenn ich sie aus Feinden zu Freunden mache, werde ich erst Souverän im »Haus meiner Seele«.

So wie sich Farben und Materialien in der bildenden Kunst unendlich entwickelt und tausendfach differenziert haben, so auch die Gefühlsräume des Hauses der menschlichen Seele durch die Bewusstseinstätigkeiten der Jahrtausende hindurch, besonders der letzten Jahrhunderte im Westen. Das spiegelt sich in Kunst und Literatur, Musik, Film, allen modernen Medien wider.

Die differenzierten Gefühlsempfindungen, die wir heute gegenüber unserer Kindheit (auch gegenüber unserem »inneren Kind«), gegenüber »einfachen Menschen« oder auch Tieren spüren, stammen alle aus differenzierter Bewusstseins- oder Seelentätigkeit (Intelligenz, Beobachtung, Reflexion etc.). Hilft uns nun ein Gefühlsreichtum wie bei einem Goethe oder Beethoven, dem Göttlichen in uns näher zu kommen, oder streben wir eher Gefühlsarmut an?

Hat »Gott« unseren Emotionalkörper, unser Gefühlsleben, erschaffen, verfügt er/sie selber über »Emotionen«? (Wir lesen von Gottes Zorn und Empörung, von Gottes Liebe und Erbarmen, von seiner/ihrer Traurigkeit etc.)

Lesen Sie im vollständigen Artikel mehr über Gefühle und Emotionen als Weg zum Göttlichen 🙂

Wer jemals die wahre Liebe in seinem Herzen gespürt hat, weiß um ihr Geheimnis: dass es sich hier um eine Fülle des Fühlens im unsichtbaren Herzen handelt.

Vom Sitz der Gefühle zum Ort des Lichtselbstes

So könnten wir fortsetzen: »Gott ist nicht Liebe, sondern die Ursache, dass Liebe ist; nicht Leben, sondern die Ursache, dass Leben ist« etc.

Lieber Leser, unzählige Menschen meinen, Liebe habe etwas mit Handeln zu tun, Handeln für andere, Dienst am Nächsten und so weiter. Wer aber jemals die wahre Liebe in seinem Herzen gespürt hat, weiß um ihr Geheimnis: dass es sich hier um eine Fülle des Fühlens im unsichtbaren Herzen, im Brustraum-Zentrum handelt, die aus all den anderen Gefühlsräumen im Haus unserer Seele erwächst, wenn sie frei fließen dürfen; eine Konglomeration von Emotionalfluidum, die sich selber genügt, die uns mit allem und jedem verbindet, ohne eine Verbindungslinie zu ziehen: ohne zu handeln.

Liebe kann ein Türöffner zum wahren Höchsten sein, sie kann aber auch das höchste Hindernis, die größte Behinderung des Lichts in uns sein, wenn und weil sie so satt macht.

Licht ohne Liebe – wollen wir nicht, fühlt sich nicht vollständig, nicht rund an.

Liebe ohne Lichtwerdung – kann nicht genügen, wenn die Disposition in uns erwacht ist, das wahre göttliche Lichtwesen in uns freizusetzen und zum führenden Prinzip in uns zu machen.

Liebe vergoldet das Sein. Aber das Licht vergoldet die Liebe.

Unser Autor Dr. Martin W. Spiegel

Über den Autor

Dr. Martin W. Spiegel. (Ramón Castillo de Luz O.L.R.). Geistlicher Leiter des Ordens des Lotus und der Rose – »Kirche des Lichts im neuen Äon«

Im Internet unter:
www.agape-bewusstseinsschule.de 
www.dr-martin-spiegel.de

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über die Liebe und das Göttliche.
Die vollständige Fassung lesen Sie in der Tattva Viveka 72. Auch für 2,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 6 Seiten).

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