Eine leise Medizin für eine laute Zeit

Eine leise Medizin für eine laute Zeit

Ayurvedische Konsultation als eine personalisierte Ganzheitsmedizin

Als holistische Heilmethode sieht Ayurveda den Menschen in seiner Gesamtheit. Für viele von uns hier im Westen mag dabei das diagnostische und kurative Vorgehen des traditionellen, östlichen Ayurveda außergewöhnlich anmuten. Worauf es in der Praxis ankommt, erklärt Dr. Ulrich Bauhofer.

Was kann eine Heilkunde, die Tausende Jahre alt ist, älter als jede andere, für die gesundheitlichen Herausforderungen der modernen Zeit schon leisten? Diese Frage stellt sich angesichts unserer heutigen apparativen Hochleistungsmedizin, die aber leider die Menschlichkeit etwas verdrängt hat. Ayurveda – das Wissen vom Leben – vermittelt uns die Gesetzmäßigkeiten der Natur in Bezug auf die Gesundheit. Und weil diese Gesetze zeitlos sind, verliert auch Ayurveda seine Gültigkeit nicht. Wenn wir uns mit diesem ältesten überlieferten Medizinsystem der Menschheit etwas näher befassen, stellen wir zu unserer Überraschung fest, dass es sich um eine personalisierte Ganzheitsmedizin handelt. Was wir in der derzeitigen Entwicklung der Schulmedizin vielleicht als einen revolutionären Reifungsprozess betrachten, existiert offenbar bereits seit Langem.

Patienten mit einer maßgeschneiderten Therapie zu behandeln, muss eigentlich der Anspruch jedes ärztlichen Vorgehens sein

Für die Schulmedizin tat sich diese Perspektive aber erst mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und der Geburt der modernen Epigenetik auf. Im augenblicklichen Stadium einer individualisierten Medizin spielt vor allem die Pharmakogenomik eine wichtige Rolle, das heißt also die Wirkung individueller Erbanlagen auf Arzneimittel. Damit berühren wir aber auch ein eklatantes Defizit der gängigen ambulanten Praxis. Denn bei der Therapie beschränkt sich das ärztliche Prozedere heutzutage vornehmlich auf die Verordnung von Medikamenten und befasst sich nur marginal mit der Lebensweise eines Patienten. Gerade aber in diesem Nährboden wurzeln die Krankheiten, mit denen wir es gegenwärtig hauptsächlich zu tun haben. Und weil in der Disziplin, die wir heute »Lifestyle Medizin« nennen, eine der ganz großen Stärken des Ayurveda liegt, lohnt es sich gerade für den ärztlichen Alltag, sich intensiv damit auseinanderzusetzen.

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Homöostase und die drei Doshas

Die Grundlage des ayurvedischen Gesundheitsverständnisses sowie der Ätiologie, Pathophysiologie, Therapie und Prävention ist das Konzept des Gleichgewichts, der Homöostase oder des steady state. Doch anders als unsere moderne Physiologie und Biochemie, die das Phänomen der Homöostase auf unzählige, wechselwirkende, homöostatische Regelkreise herunterbrechen, definiert Ayurveda den steady state als das harmonische Wechselspiel von drei Bio-Programmen, die Doshas genannt werden.

Diese drei Doshas heißen Vata, Pitta und Kapha und schaffen alle Strukturen im Organismus und steuern auch ihre Funktionen.

Um sich unter diesen Bio-Programmen konkret etwas vorstellen zu können, vergleichen wir den Körper https://www.tattva.de/die-innerlichkeit-des-aussen/ der Einfachheit halber einmal ganz mechanistisch mit einer Verbrennungsmaschine, die wir im Wesentlichen mit vier Energieträgern »füttern«: mit unserer Nahrung, mit Flüssigkeit, mit Licht und mit Sauerstoff. Diese Energieträger setzt der Körper um in

  1. kinetische Energie, also Bewegung
  2. thermische Energie oder Wärme und
  3. den kontinuierlichen Wiederaufbau seiner eigenen Strukturen, sprich seiner Organe und Gewebe.

 

Übersetzt in die ayurvedische Terminologie stehen kinetische Energie für Vata, thermische Energie für Pitta und die materiellen Strukturen für Kapha.

Wie äußern sich diese drei Energien Vata, Pitta und Kapha im Menschen? Antworten hierfür finden Sie im vollständigen Artikel. Das PDF kann am Ende dieses Auszugs bestellt werden.

Wie behandelt ein ayurvedischer Arzt?

Phytotherapie

Der ayurvedische Arzt behandelt sanft und natürlich, wenn immer möglich ohne Chemie. Er setzt auf bewährte Heilmittel, von denen bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen bekannt sind. Ayurvedische Präparate nutzen bevorzugt Heilpflanzen und mineralische Substanzen, die durch oft aufwendige und langwierige pharmazeutische Verfahren hergestellt werden. Im Falle unserer Patientin nützt eine Kombination der Heilpflanzen, die das überschüssige Vata in den unterschiedlichen Organsystemen beruhigt.

 

Ahara – Ernährung

Wer richtig isst, braucht keine Medizin – wer sich falsch ernährt, dem nützt keine Medizin.

So lautet ein alter ayurvedischer Leitsatz, der die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit verdeutlicht. Darum legt der ayurvedische Arzt nach einer ausführlichen Analyse der Essgewohnheiten auf die Ernährungsberatung großen Wert. Nicht für jeden gelten dabei die gleichen Regeln, ein ayurvedischer Ernährungsplan muss vielmehr detailliert auf den Einzelnen abgestimmt werden – er muss Konstellation der Bio-Programme, Gesundheitszustand, Verdauungskraft, Konstitution sowie die Tages- und Jahreszeit dabei berücksichtigen. Bei unserer Patientin empfehlen sich unter anderem Vata-reduzierende Nahrungsmittel, keine Rohkost, regelmäßige warme Mahlzeiten, leichtes Essen morgens und abends, keine kalten Getränke, eine Einschränkung von Kaffee und schwarzem Tee.

 

Vihara – Chronohygiene

Es gibt keine Funktion im menschlichen Organismus, die nicht einem Biorhythmus unterliegt. Darum ist »eine Hygiene der Zeit« wichtig für Heilungsprozesse und Gesundheit. Zum Beispiel wird eine Reihe von Verdauungsenzymen nachts vom Körper nicht gebildet, das Mikrobiom zieht sich in das Darmlumen zurück – ein schweres Abendessen kann darum nur schlecht verarbeitet werden. Eine chronohygienische Beratung schließt der natürlichen Biorhythmik angepasste Arbeit, Regeneration, Ernährung und Bewegung ein. Bei unserer Patientin heißt das, möglichst früh ins Bett zu gehen, regelmäßige Regenerationsphasen einzulegen, Meditation https://www.tattva.de/meditation/, moderate Bewegung am besten morgens und die Hauptmahlzeit mittags einzunehmen.

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Heilung heißt das Idealziel jeder medizinischen Intervention. Aus Sicht des Ayurveda bedeutet das aber nicht nur das Kurieren einer Krankheit und seiner Symptome, sondern die nachhaltige Wiederherstellung des Dosha-Gleichgewichts. Bei Frau Möller endet die Behandlung nicht, wenn die Beschwerden beseitigt sind und die Therapie abgeschlossen ist. Sie mündet in die Prävention künftiger Erkrankungen.

Eine leise Medizin für eine laute Zeit

Ein besonderer Pfeiler dieser Strategie heißt Satmya und Asatmya. Ein Organismus im Gleichgewicht sendet die Signale aus, die klar anzeigen, was ihm guttut und was nicht, was seine Wahrheit ist und was nicht – in der ayurvedischen Terminologie: Was für ihn Satmya ist und was Asatmya. Das betrifft alles im Leben eines Menschen. Es geht also langfristig darum, die Empfindsamkeit für die Botschaften aus dem Inneren so zu steigern, dass wir die eigene Körperintelligenz wieder spüren und lernen, auf sie zu vertrauen und achtsam mit uns, mit anderen sowie mit unserer Umgebung umzugehen.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über die Art und Weise, wie der ayurvedische Arzt den Heilungsprozess begleitet und was der Einzelne für sein inneres und äußeres Gleichgewicht tun kann.

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Über den Autor

Dr. med. Ulrich Bauhofer ist Arzt, gefragter Vortrags-Redner, Meditationstrainer und Bestsellerautor. Er gilt als führender Experte für Ayurveda sowie für Stress- und Energiemanagement. Vor über 40 Jahren war er als erster westlicher Mediziner an der wissenschaftlichen Fundierung des ganzheitlichen Ayurveda beteiligt. Dr. Bauhofer konzipierte und leitete über zwölf Jahre die größte Ayurveda-Klinik in Europa. Derzeit hat er eine ayurvedische Praxis in München, berät Unternehmen und Führungskräfte zu Gesundheits- und Stressmanagement, hält international Vorträge und Seminare. Er ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda sowie Mitinitiator der Weimarer Visionen und der Festspiele des Denkens.

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