Emotionen und körperliche Gesundheit

Emotionen und körperliche Gesundheit

Wie ich meinen Bandscheibenvorfall heilte

Autor: Dr. Nir Brosh
Kategorie: Medizin
Ausgabe Nr: 74

In der heutigen Schulmedizin werden Schmerzen physiologischen Ursachen zugeschrieben. Psychosomatische Gründe und die Rolle der Emotionen werden erst langsam erforscht. Hier erfuhr ein Arzt am eigenen Leib, welche Rolle seine Emotionen bei seinem Leiden spielen und wie er seinen Bandvorscheibenvorfall damit heilen konnte.

Zehn lange, schmerzhafte Monate vergingen, bis ich mich endlich dazu entschieden hatte, den Schmerz ein für alle Mal zu beenden. An diesem Punkt hatte ich bereits fast alle Behandlungen ausprobiert, die es für Bandscheibenvorfälle gibt: Physiotherapie, Chiropraktik, Osteopathie, Spritzen mit Steroiden in den Rücken und eine ganze Bandbreite an Schmerzmitteln. Um den Schmerz zu lindern, trug ich ein Korsett – einer meiner besten Freunde in diesen Tagen. Ich kaufte ein TENS-Gerät, das elektrische Impulse in das Rückenmarksgewebe schickt und gab eine Stange Geld für einen ergonomischen Stuhl aus. Ein Orthopäde diagnostizierte bei mir Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall und ein MRE-Scan bestätigte dies im unteren Bereich der Wirbelsäule.

Zehn lange, schmerzhafte Monate vergingen, bis ich mich endlich dazu entschieden hatte, den Schmerz ein für alle Mal zu beenden.

Während dieser Zeit war der Schmerz so intensiv, dass mir selbst einfache Dinge wie Treppensteigen wie ein Aufstieg zum Mount Everest vorkamen. Selbst wenn ich kleine Einkaufstüten trug, stöhnte ich vor Schmerz, und Sport zu treiben, war unmöglich geworden. Der Tiefpunkt kam an einem Tag, an dem ich nach draußen ging, um etwas frische Luft zu atmen, nachdem ich tagelang im Bett gelegen hatte. Dieser unbekümmerte Versuch endete für mich in totaler Entmutigung, weil ich auf dem Rückweg beim Steigen der Treppe derart große Schmerzen hatte, dass ich 15 Minuten brauchte, um die 20 Stufen zu schaffen. Ich war ein 40 Jahre alter, gesundheitlich normaler Mann, der sich wie ein achtzigjähriges Wrack fühlte. Das Problem war jedoch nicht nur der Schmerz: Mein ganzes Leben wurde dominiert von dem Gefühl, eingeschränkt zu sein, nichts tun zu können, da so viele ganz normale Alltagsaktivitäten zu einer Herausforderung geworden waren – eine Situation, die Menschen mit Rücken- und Wirbelsäulenproblemen nur allzu bekannt vorkommen dürfte.

Eine überraschende Lösung aus unerwarteter Richtung

Nachdem diese schmerzhafte Episode zehn Monate angedauert hatte und es mir allmählich etwas besser ging, kam ein totaler Rückfall, der mich an den Anfangspunkt zurückwarf. Der Schmerz war wieder unerträglich, lähmend und hielt mich vom Schlafen ab. Als ich bereits eine Operation in Betracht zog, kam eine überraschende Lösung des Weges.

Meine liebe Frau hatte nach kreativen Wegen der Heilung für mich gesucht. Dabei stieß sie im Internet auf den Bericht einer Frau, die unter ähnlichen Symptomen wie ich litt. Sie erklärte, dass ein Buch des amerikanischen Arztes Dr. John E. Sarno (Dr. John E. Sarno MD: Healing Back Pain, Grand Central Life & Style Publishing, 1991 – Deutsche Veröffentlichung: Befreit von Rückenschmerzen: Die Körper-Seele-Verbindung realisieren.) ihr zu völliger Heilung verholfen hatte. Ich war an einem Punkt, an dem ich bereit war, jede Lösung zu akzeptieren, die mir eine Operation am Rücken ersparen würde. Wir bestellten also dieses Buch mit dem Titel »Healing Back Pain« und ich begann, es zu lesen. Jede Minute meiner Krankentage widmete ich dieser Lektüre. Als ich die im Buch beschriebenen Erkenntnisse für mich akzeptiert hatte und die Übungen machte, die Dr. Sarno empfahl, begannen sich Anzeichen der Besserung zu zeigen.

Man kann sagen, dass das, was danach passierte, ein kleines »medizinisches Wunder« war. Zu meiner Verblüffung verringerten sich meine Schmerzen innerhalb weniger Tage dramatisch.

Zwei Tage, nachdem ich mit dem Lesen angefangen hatte, war der Schmerz bereits um 80 % reduziert.

In dieser Fassung sind Auszüge aus dem Artikel wiedergegeben. Den vollständigen Artikel gibt es im Pdf (5 Seiten), das unten bestellt werden kann.

Können unsere Emotionen Schmerz verursachen?

Erste Beschreibungen über körperliche Symptome, die als Folge von Emotionen auftreten, sind in Sigmund Freuds Fallstudien zu finden. Freud, der Arzt und Neurologe war, behauptete, dass diese von Hysterie verursacht wurden und das direkte Resultat einer Körper-Geist-Wechselwirkung waren. Dr. Sarno hat eine etwas andere Erklärung, da er das Spektrum der Menschen, die zu Körper-Geist-Symptomen neigen können, erweitert. Er behauptet, dass wir in einer Zeit leben, in der Syndrome dieser Art so zahlreich sind, dass man von einer Epidemie sprechen kann.

Die moderne Gesellschaft erwartet vom Menschen, dass er unter Druck den Forderungen eines anspruchsvollen Zeitplans gerecht wird und darin Ergebnisse produziert. Kombiniert man das mit Perfektionismus und der Tendenz, über unsere Grenzen hinauszugehen, sowie der menschlichen Neigung, »gut« sein zu wollen und sich den Wünschen anderer zu beugen, so hat man eine ideale Voraussetzung dafür, Emotionen zu verdrängen. Unter diesen Bedingungen sammeln sich Emotionen wie Frustration, Wut und Enttäuschungen im Unterbewusstsein und bilden eine Art Untergrundspeicher anhaltender Emotionen. Diese wiederum können hartnäckige Schmerzsyndrome verursachen wie Rücken- oder Nackenschmerzen.

Lesen Sie im vollständigen Artikel mehr über den Zusammenhang von Emotionen und Krankheiten.

Emotionen und körperliche Gesundheit

Es ist sehr wichtig, zu betonen, dass die Diagnose von TMS (englische Abkürzung für: tension related pain syndrome, also spannungsbezogener Schmerz) nicht für jeden zutrifft. Die Diagnose sollte immer von einem Arzt gestellt werden, der das gesamte Spektrum der Rückensymptomatik kennt und medizinische Diagnosen dazu stellen kann. Schmerz im Rücken, Nacken und auch Gesäßschmerzen können in seltenen Fällen auf schwerwiegende medizinische Ursachen zurückgeführt werden: Frakturen etwa, Verrenkungen, Tumore, Gelenkentzündungen und mehr. Eine gründliche Untersuchung ist also notwendig, um diese auszuschließen. Erst wenn schwerwiegende Ursachen ausgeschlossen sind und eine gründliche medizinische Untersuchung erfolgt ist, die sowohl körperliche Befunde als auch die emotionalen Aspekte im Leben einer Person einschließt, kann der harmlose, jedoch extrem schmerzhafte TMS-Befund gestellt werden.

Für einen kleinen Teil der Patienten, die unter TMS leiden, wird es nicht reichen, den Mechanismus bloß zu verstehen. Das gilt insbesondere, wenn der Schmerz ein ständiger ist. Diese Patienten profitieren sehr von einer konzentrierten Psychotherapie, die den emotionalen Konflikt aufdeckt. Dies trifft besonders dann zu, wenn es um Traumata aus der Vergangenheit geht, Kindheitstraumata etwa, die tief im Unterbewusstsein vergraben sind. Wie zuvor erwähnt, brauchen die meisten Patienten jedoch keine Psychotherapie, um zu heilen.

 

Wichtige Anmerkung:

TMS ist eine Krankheit, die von einem Arzt diagnostiziert werden sollte. Dieser Artikel dient nur der Information und sollte nicht als medizinische Anweisung oder Diagnose verstanden werden.

 Übersetzt aus dem Englischen von Theresa Bäuerlein

Unser Autor Dr. Nir Brosh

Über den Autor

Dr. Nir Brosh ist ein israelischer Mediziner und lebt seit 2012 in Berlin. Als Arzt und Homöopath ist er in Tel Aviv (Israel) weiterhin tätig und führt dort zwei Praxen. In Deutschland arbeitete er bis zu seiner Zulassung als Allgemeinmediziner als Heilpraktiker. Er ist Dozent für Neurowissenschaften und schreibt regelmäßig über Themen im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden. Website (auf Englisch): www.drbrosh.com/tms

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über den Einfluss von Emotionen auf den Körper.
Die vollständige Fassung lesen Sie in der Tattva Viveka 74. Auch für 1,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 5 Seiten).

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