Was ist ganz?

Was ist ganz?

Bewusstsein für eine ganzheitliche Medizin und ihre Philosophie

Autor: Daniel Dick
Kategorie: Bewusstsein
Ausgabe Nr: 79

Die Wissenschaft vom Lebendigen denkt und arbeitet in Ganzheiten. Diese sind offen und vernetzt. Ihre Bezeichnungen, Benennungen und ihr Verstehen beruhen auf Kontexturen, d. h. sie stehen in einem übergeordneten Zusammenhang. Auf diese Weise können Geistes- und Naturwissenschaft sowie traditionelles und modernes Wissen systemisch zu höheren Ganzheiten geordnet werden und somit neue Erkenntnisse und einen anderen Ansatz in der Medizin hervorbringen.

Die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts wird mit den verschiedenen Umwälzungen zusehends ganzheitlich denken, rechnen und handeln.

Diese Ansicht formiert sich zunächst in der (System-)Wissenschaft, in der Bewusstseinsforschung und in der Gesellschaft in Hinblick auf den Wellness-Bereich und die Medizin.

Der Neurologe Prof. Gerald Hüther wies in der Jubiläumsausgabe der Tattva Viveka eindrücklich darauf hin, dass kein Lebewesen ohne seine Umwelt existieren kann. 50 Jahre zuvor hatte Gregory Bateson (1972) diesen Gedankengang bereits formuliert. Heute ist Ganzheitlichkeit nicht wegzudenken, da uns das Informationszeitalter über die ganze Erde vernetzt hat und Computer so viele Daten speichern, dass ein Gesamtüberblick nötig wird, um sich nicht in den Informationsfluten zu verlieren.

In der Wissenschaft ist die Quantenphysik das Gebiet, das ein neues Weltbild fordert, nämlich ein Weltbild inklusive des Beobachters

bzw. sogar mit der Prämisse, dass die Möglichkeit der Beobachtung das Beobachtete verändert.

Das Institut für existentielle Bewusstseinsforschung1 organisiert verschiedene Symposien und Kongresse, um der Integration von Geistes- und Naturwissenschaft und in weiterer Folge von Wissenschaft, Spiritualität, Kunst und Kulturtechniken körperlicher Bewegung ein paar Schritte näherzukommen. Wir sind uns einig, dass es ein ganzheitliches und integratives Weltbild für Wissenschaft, Gesellschaft und Bewusstsein braucht. Dieses kann durch gemeinsames Forschen, Handeln und Arbeiten ermöglicht werden.

Wenn einem Menschen etwas fehlt, wird er bedürftig, und wenn ihm ein Teil seines Körpers fehlt, so kann sogar Lebensgefahr bestehen. Alles Lebendige, das zerteilt wird, verliert mit der Trennung in Einzelteile fast unwiderruflich seine Funktionsfähigkeit als Ganzes. Was bedeutet dies, wenn wir den Menschen in der Wissenschaft nun so zerlegt haben, dass wir seine sämtlichen Einzelteile kennengelernt haben? Hat die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten nur Totes erforscht? So einfach ist diese Frage nicht zu beantworten, aber indem wir als Forscher Subjektives und Objektives voneinander getrennt haben, haben wir die lebendige zu erforschende Ganzheit in zwei Teile geteilt: Geist und Materie.

Bewusstsein für eine ganzheitliche Medizin und ihre Philosophie

Rationales Denken und Profitorientierung sind zwei Merkmale der gegenwärtig evolutionär erschlossenen Bewusstseinsstruktur. Doch die Evolution steht nicht still. Es zeichnen sich bereits eine zukünftige Ebene und neue Strukturen ab, die es zu erforschen gilt. Dabei ist die Auseinandersetzung mit den bisher im Verlauf der Evolution durchschrittenen Ebenen des Bewusstseins zur Orientierung hilfreich. Wir wollen diese knapp nachvollziehen und markante Phasenübergänge herausarbeiten, um eine Perspektive für das Kommende zu gewinnen. Dabei werden naturwissenschaftliche Befunde mit philosophischen Aussagen in Verbindung gebracht.

Die Wiederentdeckung der Ganzheit

Ganzheiten sind beispielsweise der ganze Körper oder der materielle Körper mit seiner Psyche und Subjektivität oder der Mensch in seinem sozialen Umfeld oder die Gesellschaft und die Menschheit in der Natur. All dies braucht Bewusstsein und den Denkrahmen einer Ganzheitlichkeit. Man sieht, es kann immer wieder eine Ganzheit in einer anderen geben. Eine operativ geschlossene Ganzheit definiert sich durch eine Grenze nach außen und eine organisatorische Autonomie ihrer Elemente im Innern. So kann eine Ganzheit von einer anderen unterschieden werden.

Es gibt verschiedene Wege, um wieder zu einer Wissenschaft des Lebendigen zu gelangen. Ein vielversprechender Weg liegt in komplementärer Betrachtung aller Wissensgebiete. Dazu gehört auch eine Verbindung von traditionellem und modernem Wissen, denn die objektiven Befunde und die alten Weisheiten können miteinander in Einklang gebracht werden.

Bewusstsein für eine ganzheitliche Medizin und ihre Philosophie

Dazu gilt es, im Vergleich die Unterschiede festzustellen und das Abstrakte mit dem Konkreten zu vereinen.

Während das Konkrete sich in einem bestimmten Zeitpunkt ereignet, ist das Abstrakte in zeitlosen Werten beschrieben worden. Werte werden in der Mathematik und der Logik für Variablen in Formeln eingesetzt, während in Ethik und Religion Werte beständiges Zusammenleben von Menschen und Umwelt sichern sollen.

Je abstrakter die Werte sind, desto zeitloser ihre Dauer.

In traditionellen Heilweisen sind Elemente eines Ganzen unterschieden worden. In der modernen Wissenschaft wird in richtig und falsch, in Objekt und Subjekt, in Körper und Geist, in Sein und Nicht-Sein getrennt. Warum eigentlich?

Lesen Sie im vollständigen Artikel, wieso die moderne Wissenschaft mit einer zweiwertigen Logik arbeitet und inwiefern diese eher hinderlich ist, um eine Wissenschaft des Lebendigen und der Ganzheiten zu betreiben. Für 2,00 € gibt es die Vollversion (am Ende des Beitrags bestellbar)!

Damit ganzheitliche Betrachtungen auf einem neuen wissenschaftlichen Boden fruchten können, bedarf es der Betrachtung und des Vergleichs auf der Basis der Kontexturen und der Diagnose. Sowohl mit der modernen Technik als auch mit der Weisheit der Traditionen kann der Kerngedanke von Gotthard Günther und seinen Nachfolgern in der Medizin seine Anwendung finden. Gitta und Ralf Peyns erweiterte mehrwertige Logik und die orthogonale Komplementarität Marcus Schmiekes sind Fährten, an denen weiter geforscht wird. Somit wird die Frage der Zukunft nicht nur die nach der eindeutig bestimmbaren Objektivität sein, sondern auch die nach einer Einordnung in eine Kontextur, in ein Weltbild und in einen oder verschiedene Kontexte von Information und Perspektive sein.

Bewusstsein für eine ganzheitliche Medizin und ihre Philosophie

Der Schlüssel dazu liegt in einer systemischen Philosophie, nämlich in der Frage, welches Weltbild unserer Wahrnehmung oder unserem Bezeichnen zugrunde liegt. Somit halten Bewusstsein, Subjektivität und Leben wieder Einzug in die Wissenschaft. Philosophisch ist das reflexionstheoretische und integrative Modell von Heinrichs (2018) als Wegweiser zu nennen, dessen Ontologie ebenso auf vier Stufen aufbaut. Die Philosophie kann mit der grenzenlosen Gedankenwelt das Absolute oder das Ganze vorstellen und das Fundament für die verschiedenen Sichtweisen formulieren, wie auch den Bezug zu Bewusstsein, Körper und Medizin aufweisen.

Unser Autor Daniel Dick

Über den Autor

Daniel Dick (MA) arbeitet am Existential Consciousness Research Institute (www.ecr-inst.com). Er studierte Kultur- und Sozialanthropologie, Systemwissenschaften und Philosophie in Wien und Zürich und schreibt derzeit an seiner Doktorarbeit.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie, wie die Trennung von Natur- und Geisteswissenschaften aufgehoben werden kann und wie dies zu einer komplementären Betrachtung der Welt beitragen wird.

Die vollständige Fassung des ersten Teils lesen Sie in der Tattva Viveka 79. Auch für 2,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 7 Seiten).

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Fußnoten:
[1] Das Institut für existentielle Bewusstseinsforschung vereint und vernetzt Wissenschaftler, Forscher, Denker, Autoren und Pioniere aus unterschiedlichen Disziplinen. Fragen rund um die Erforschung und Entwicklung des Bewusstseins stehen dabei nicht nur im theoretischen Raum, sondern fokussieren ganz konkret auf den Menschen und das Menschsein in einer sich ständig verändernden Welt.

Als unabhängiges Institut wird eine Plattform für Information und Austausch angeboten, die sich an Expertinnen und Experten wie die breite Öffentlichkeit richtet. Der Dialog zwischen den unterschiedlichen Feldern der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften, aber auch der Kunst und Kultur schafft Möglichkeiten für ein erweitertes wissenschaftliches Denken. Erfahre mehr unter: www.ecr-inst.com

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