40 Jahre »Sanfte Verschwörung«

40 Jahre »Sanfte Verschwörung«

Eine Hommage an das bahnbrechende Buch von Marilyn Ferguson

Autor: Jürgen Schröter
Kategorie: Spiritualität allgemein
Ausgabe Nr: 83

Im Jahr 1980 veröffentlichte Marilyn Ferguson das Buch »The Aquarian Conspiracy« (dt. Titel: Die sanfte Verschwörung) und wurde hiermit zu einer Pionierin einer aufkommenden Kulturbewegung, die »New Age« genannt wurde. Ferguson entdeckte auffällige inhaltliche Gemeinsamkeiten zwischen progressiven DenkerInnen, die die materialistische Wissenschaft hinter sich lassen wollten, hin zu einem neuen, lebendigen Denken und Paradigmenwechsel, in denen die spirituellen Bedürfnisse des Menschen und seine Seele wieder in den Diskurs aufgenommen werden.

Pater Teilhard de Chardin wird oft als »Vorläufer« des »New Age« betrachtet. Auch wenn er ein Visionär war, wie alle Autoren des »New Age«, würde ihm diese zweifelhafte Ehre sicher nicht gefallen haben. Sein »New Age« war das Reich Gottes auf Erden, das »Neue Jerusalem«, doch nicht das Reich von Blumenkindern in Kalifornien.

Marilyn Ferguson

Marilyn Ferguson, die Autorin des Buches »Sanfte Verschwörung« (im Org.: »The Aquarian Conspiracy«)

Eher eine »Vordenkerin« des »New Age« jedoch war Merilyn Ferguson, mehr als jeder andere. Sie war auch unfreiwillig die Namensgeberin dieser Bewegung in einem neuen Geist. Und sie war eine glühende Anhängerin von Teilhard de Chardin, den sie in ihrem Buch immer wieder zitiert. Sogar ihr Begriff der »Verschwörung« ist von Teilhard de Chardin inspiriert. Nach seinem Besuch in Amerika 1931 schrieb er selbst von seinen Eindrücken: eine »Verschwörung von Individuen aus allen Schichten der amerikanischen Gesellschaft bemüht sich darum, das Gebäude des Lebens auf eine neue Stufe zu heben.« (zitiert S. 57) Oder an anderer Stelle: Teilhard de Chardin empfiehlt ausdrücklich »eine Verschwörung der Liebe« (S. 22).

Vielleicht war das der Grund, warum sich hartnäckig das Fehlurteil hielt, der Pater sei selbst der Vordenker des »New Age«.

Nicht einmal Marilyn Ferguson verstand sich als »Vordenkerin«, sondern eher als »Beobachterin« einer namenlosen Bewegung,

von der sie in weiblicher Intuition ahnte, dass sich hier eine neue Epoche in der Menschheitsgeschichte entfalten würde. Mehr hilfsweise gab sie dieser neuen Epoche den Namen »Wassermann-Zeitalter«. Denn abgesehen davon, dass man ein Zeitalter nicht »vordenken« kann:

Bei einem neuen Zeitalter bahnt sich etwas den Weg, das weit über unser Denken hinausreicht.

Wir können die Ahnung einer Transformation haben, doch die Quelle einer solchen Transformation sind ganz andere Reiche zwischen Himmel und Erde als die unseres Denkens.

Im Januar 1980 erschien das Buch von Marilyn Ferguson »The Aquarian Conspiracy« (»Die sanfte Verschwörung«, dt. 1982), das einen wohl kaum zu überschätzenden Einfluss auf das »Neue Denken« der »Wendezeit« hatte, zwei Stichworte und Buchtitel von Fritjof Capra.

Das Vorwort von Fritjof Capra

»Marilyn Ferguson zeigt überzeugend, dass ein zentraler Aspekt unserer kulturellen Transformation ein, wie sie es nennt, ›Paradigmenwechsel‹ ist – eine dramatische Veränderung in Bezug auf die Gedanken, Wahrnehmungen und Wertbegriffe, die ein besonderes Realitätsempfinden entstehen lassen. (…)
Das vorliegende Buch versucht nicht, ein umfassendes Gedankensystem für das neue Weltbild anzubieten; dennoch lag es der Autorin in bemerkenswerter Weise, einige grundlegende Aspekte aufzuweisen. Das neue Paradigma besteht nicht nur aus neuen Konzepten, sondern auch aus einem neuen Wertesystem und spiegelt sich in neuen Formen gesellschaftlicher Organisation und neuen Institutionen.« (S. 12 f.)

Das Buch ist so aktuell wie vor 40 Jahren. Vielleicht leben wir gerade in einer Zeit, in der sich ihre Ahnungen deutlich manifestieren und das Buch erst richtig verstanden werden kann.

Die Themen von Marilyn Ferguson selbst sind nach wie vor aktuell, vielleicht treten sie nach dem Internet-Hype jetzt erst richtig hervor:

• das neue, ganzheitliche, integrale Denken, das über die Konzepte des Materialismus hinausgeht,

• die kommende TRANSFORMATION, ein zentraler Begriff des Buches. Ein schönes Zitat dazu von ihr:

»Bezeichnenderweise beschreiben alte Traditionen die Transformation als neues Sehen.

Ihre Metaphern sind Licht und Klarheit. Sie sprechen von Einsichten und Visionen. Teilhard de Chardin meinte, dass das Ziel der Evolution ›immer perfektere Augen‹ seien, ›in einer Welt, in der es immer mehr zu sehen gibt‹.« (S. 77)

In dieser Fassung sind Auszüge aus dem Artikel wiedergegeben. Den vollständigen Artikel gibt es im Pdf, das unten bestellt werden kann.

Die Vision von Marilyn Ferguson

Marilyn Ferguson hat drei Jahre lang an dem Buch mit vielerlei Recherchen gearbeitet, einschließlich einer eigenen Feldforschung und der Auswertung eines persönlich erstellten Fragebogens mit 185 Rückläufen. Sie ist keine »Vordenkerin« eines neuen Zeitalters, sondern eher eine Protokollantin einer unterschwelligen Bewegung und deren Namensgeberin. Sie führte in einer großen Schau das zusammen, was sich an »kultureller Transformation« gerade in Amerika herausbildete, und gab dieser Bewegung den Namen »Verschwörung«. »Zuerst widerstrebte es mir, diesen Begriff zu benutzen. (…) Mit dem Begriff ›Verschwörung‹ sind normalerweise negative Assoziationen verknüpft.« (S. 21) Doch durch die Inspiration von Teilhard de Chardin, der von »Verschwörung« sprach, wagte sie es dann doch, diesen Begriff zu verwenden.

Marilyn Ferguson greift »Transzendentalisten« wie Ralph Waldo Emerson wieder auf, die sich gegen das wendeten, was sie als toten, trockenen Intellektualismus sahen. »Es fehlte irgend etwas – eine unsichtbare Dimension der Wirklichkeit, die von ihnen gelegentlich als Überseele bezeichnet wurde.« (S. 53) Sie zitiert einen Seminarleiter für Persönlichkeitsentwicklung mit seinem Resümee: »Diese Seelensucher stellen unsere Zukunft dar, dafür lege ich meine Hand ins Feuer.« (S. 407)

Wenn Sie mehr über die Vision und den Einfluss von Fergusons Werk erfahren möchten, können Sie den vollständigen Artikel als Pdf unten bestellen und herunterladen.

Marilyn Ferguson fordert uns am Ende ihres Buches zu einer neuen Wahl heraus, was ich hier abschließend in seiner Grundsätzlichkeit ausführlich zitieren möchte:

Wir werden nicht so sehr von Ereignissen verfolgt, als vielmehr von unseren Vorstellungen über diese, von dem verkrüppelten Selbstbild, das wir mit uns herumtragen. Wir können die Gegenwart und die Zukunft transformieren, indem wir die mächtige Vergangenheit mit ihrer Botschaft des Scheiterns wieder aufleben lassen. Wir können nochmals am Scheideweg stehen – wir können neu wählen.

40 Jahre »Sanfte Verschwörung« – Hommage an Marilyn Ferguson

In diesem Sinne können wir auch anders auf die Tragödien der Geschichte reagieren. Unsere Vergangenheit ist nicht unser Potential. Mit all den unnachgiebigen Lehrern und Heilern der Geschichte, die an unser höchstes Selbst appellieren, können wir neu wählen – wir können uns für das Erwachen entscheiden, dafür, das Gefängnis unserer Konditionierung zu verlassen, zu lieben, uns heimwärts zu wenden.«

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Lesen Sie die vollständige Fassung in Tattva Viveka 83 oder downloaden Sie diesen Artikel einzeln als ePaper für 2,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 6 Seiten).

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Jürgen Schöter

Über den Autor

Jürgen Schröter (Jahrgang 1951) ist von Hause aus Pädagoge, war Lehrer in der Erwachsenenbildung und hat sich 1989 selbstständig gemacht. Arbeit als Texter, Lektor und Autor (»Zahlenmystik als spiritueller Weg«). Erster Herausgeber des an Ken Wilber orientierten Online-Magazins »integral informiert«. Seine Vision ist es, Schöpfungsmythologie und Evolutionstheorie in einer Theorie der Selbst-Bildung der Geist-Seele zu integrieren und so einen Beitrag zur »Heiligen Wissenschaft« zu leisten. Er lebt als Deutscher in der Schweiz im Kanton Luzern.

https://juergen-schroeter.de

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