Neun Tage im Dunkelretreat

Neun Tage im Dunkelretreat

Eine Reise zu sich selbst und in spirituelle Welten, Teil 2

Autor: Saskia Baumgart
Kategorie: Spiritualität allgemein
Ausgabe Nr: 77

Ein Dunkelretreat ist ein Aufenthalt allein in völliger Dunkelheit. Saskia Baumgart berichtet über spannende Erfahrungen mit sich selbst und anderen Welten. Dass nicht jede Erfahrung einfach ist, zeigt ihre Begegnung mit ganz anderen Bewusstseinszuständen, die auch zur Psychose führen können. Am Ende ist jedoch klar, es lohnt sich, tiefer ins große Unbekannte zu gehen.

Saskia: … Ich hatte den Poncho noch in der Hand, da ging von ihm ein ganz gleißend grelles weißes Leuchten aus. Es war ein richtiges Aufflammen im Dunkeln wie ein Leuchtfeuer. Das war ein Schock in dem Moment, nicht negativ, aber ich war total erstarrt: »Was ist das?« Mein Kopf sagte sofort: »Das war doch Quatsch. Das ist nicht wahr.« Sofort leuchtete es wieder auf. Dann merkte ich, dass ich nüchtern bin und hier wirklich etwas geschieht. Es leuchtete ein drittes Mal auf. Da war für mich klar, dass dieser Mantel eine besondere Energie trägt. Er machte das jedes Mal, wenn ich ihn in der Hand hatte oder ich ihn mir umgehängt hatte. Ich habe ihn irgendwann schon gemieden. Das war aber auch sehr faszinierend:

Es war wie zwanzig Scheinwerfer in Konzentration, ganz gleißend gebündeltes Licht in einer totalen Schwärze.

Absolutes Kontrastprogramm zur Dunkelheit, in der ich mich befand. Irgendwann hatte ich dieses Phänomen einfach akzeptiert. Es schien auch irgendwie mit meiner intuitiven Wahrnehmung zusammenzupassen, dass gerade von diesem Poncho so ein Licht ausgeht und das Licht ein Eigenleben zu haben schien.

Beim dritten oder vierten Mal fing das Licht an zu flackern und zwar wie ein Schmetterling oder wie ein Kolibri, der seine Flügel bewegt. Es war ganz klar, dass es nicht nur ein Lichtphänomen ist, sondern eine lebendige Intelligenz dahintersteckt. Das war für mich ganz großes Kino. Ich staunte es an, es war direkt vor mir.

Beim nächsten Mal hatte ich es verdrängt und mir den Poncho wirklich umgehängt und wollte meditieren. Ich hatte aber noch eine Essensschüssel neben mir, die mich ein bisschen ablenkte. Auf einmal flog mein Kopf herum und ich merkte, dass ein Licht an meinem Poncho hoch und runter lief. Als ich hinschaute, versuchte es, sich in den Fransen zu verstecken. Es war wie auf der Flucht vor meinem Blick. Ich konnte es nicht fassen, denn es war wie ein Tier oder ein Wesen, das ein Versteck in diesem Poncho suchte.

Besinnung auf das Wesentliche

TV: Das ist wohl der große Effekt von Dunkelretreats, dass das Wesentliche deutlicher zu sehen ist, weil das Rauschen drum herum bzw. die vielen Sinneseindrücke und die ständige Beschäftigung mit irgendetwas im Außen weg ist. Da ist ein schnelles inneres Wachstum oder eine Verwandlung hin zum Geistigen möglich. Das Eintauchen in diese tiefen introszendenten Sphären, die mystisch, magisch, paranormal …

Saskia: … anmuten. Aber auch nur für die Ratio. Im Zusammenspiel mit der anderen Hälfte der Intelligenz macht das total Sinn.

TV: Weil das Leben spirituell ist, Bewusstsein und Energie ist. Nichts Materielles in dem Sinne.

Saskia:

Das Dunkelretreat ist eine glorreiche Erfahrung, um unmittelbar zu erfahren, dass es der Geist macht.

Der Geist bestimmt die Materie, die letztlich auch Energie in Bewegung ist, sie folgt dieser Ausrichtung. Ich habe es als Mischung von tiefer Reinigung, Verfeinerung und Neuausrichtung empfunden. Durch genaueres Überprüfen konnte ich eine Art Inventur machen: Was habe ich eingeladen und integriert und was hat sich noch gestaut? Was muss und will erlöst werden? Was will von mir geliebt sein, was will sich noch mehr in Freiheit und in Mut entfalten dürfen?

Das ist die Gnade, die zu einem eilt. Ich bin vor allem immer wieder zum selben Punkt gekommen: Es geht einfach über das Herz, über die Liebe.

Der Geist bestimmt die Materie, die letztlich auch Energie in Bewegung ist, sie folgt dieser Ausrichtung. Ich habe es als Mischung von tiefer Reinigung, Verfeinerung und Neuausrichtung empfunden. Durch genaueres Überprüfen konnte ich eine Art Inventur machen: Was habe ich eingeladen und integriert und was hat sich noch gestaut? Was muss und will erlöst werden? Was will von mir geliebt sein, was will sich noch mehr in Freiheit und in Mut entfalten dürfen?

Denn sonst geht die Hoffnungslosigkeit und Resignation los, was man als »vom Glauben abfallen« bezeichnet.

Dann beginnt die Opferdynamik: »Ich kann eh nichts ändern. Alles sinnlos hier und tschüss.« Ein strammer Fall abwärts.

Im vollständigen Artikel erfährst du, wie man das Dunkelretreat als Erwachenserfahrung oder als Psychose durchleben kann. Für 3,00 € gibt es die komplette Version (Teil 1&2, am Ende des Beitrags bestellbar)!

Mein Trauma und meine Initiation

Eine andere Sache hat mich sehr bewegt, und zwar mein Eröffnungstrauma oder meine Initiation im Alter von fünfzehn Jahren, die sich am zweiten Tag des Retreats zum 22. Mal jährten. Es war damals am Karfreitag, dem 5. April. Natürlich lag dieses Mal der Karfreitag nicht auf dem 5. April, insofern hatte ich zweimal die Gelegenheit, mich darauf näher einzulassen und diese Zeit und diese Energie zu nutzen, die in solch einer Zeitabschnittsachse liegt. Es war ja kein Zufall, dass ich zu dieser Zeit in der Dunkelkammer war. Es war mir bewusst, dass ich mich damit befassen werde und auch will. Ich wollte die Chance nutzen, um tiefer hinein zu gehen und zu sehen, ob noch etwas geheilt werden will oder Aufmerksamkeit braucht. Ich spürte, dass es am zweiten Tag zu früh gewesen wäre, um hinein zu leuchten. Es war einfach zu groß, zu viel, zu unheimlich. Es wäre gleich auf mich eingeprasselt und deshalb bin ich abgebogen, indem ich mir sagte: »Och nö, mache dir eine gemütliche Zeit. Finde dich ein. Gönn dir das mal. Nicht gleich wieder in die Vollen. Du kannst das später angehen.« Es gab auch eine andere Seite in mir, die beschwichtigend versuchte, mir einzuflüstern: »Das hast du eh schon verarbeitet. Es ist alles gut. Du brauchst nicht mehr rein zu gehen. Alles fein.« Ich wusste aber schon, dass es ein Versuch war – aus der Angst davor –, mich um etwas herumzuschleichen und es schön zu reden. Von daher vermied ich es natürlich nicht und konfrontierte mich letztendlich damit, nachdem ich es schon ein paar umrundet hatte. Daraufhin ging es ziemlich ab, das muss ich schon sagen. Das war eine ganz krasse Erfahrung. Ich näherte mich zuerst langsam an. Dabei war ich immer wieder verblüfft, wie viel Intelligenz uns permanent unterstützt, um bestimmte Themen und Prozesse zu halten und folgerichtig durch zu gehen. Mir war klar, dass ich es nicht alleine machen werde. Ich spürte die ganze Zeit, dass ich permanent wie unter Betreuung stehe. (…)

Ich wusste nicht, woher die Kraft kommen soll, um das auszuhalten. Gleichzeitig gab es diesen Teil in mir, der wusste, dass ich heute hier bin, sicher, warm, trocken, gehalten und geborgen. Ich wusste: Das alles ist Vergangenheit. Ich kann mich entspannen, während ich das Kino rückwärtslaufen lasse. Ich kann mich dem sicher annähern. Trotzdem spüre ich, dass etwas Überwältigendes kommt, wenn diese Kammer aufgeht. Dabei kann ich nachvollziehen, wie ich damals vor dem Abgrund stand und nicht wusste, ob ich rüberkomme. (…)

Lese im vollständigen Artikel, was passiert war, wie Saskia mit diesem Trauma im Dunkelretreat arbeitete und welche Erfahrungen sie machte. Der komplette Artikel (Teil 1&2) ist unten als ePaper bestellbar!

TV: Hast du zum Abschluss noch eine essentielle Botschaft?

Saskia:

Es lohnt sich einfach, wirklich zutiefst hier zu sein und nicht wegzulaufen, sondern im Gegenteil immer tiefer ins große Unbekannte reinzugehen.

Der Weg führt über das Herz, über die Liebe und über die Hingabe. Das setzt eine unvergleichliche Kraft und einen unglaublichen Mut in Gang. Es hat mir nochmal bestätigt, dass die Liebe die höchste Macht ist. Alles andere ist der Versuch, Macht auf falsche Art zu bekommen, die dann zum Missbrauchskonzept wird. Letztlich fühle ich mich andächtig, wenn ich diese Übermacht verspüre, und auch ganz schön klein, jung und unwissend. Ich könnte mich schwach fühlen, aber ich tue es nicht, weil ich ein Grundglück aufleuchten spüre, das voller Liebe und so allumfassend ist, als ob ich nach Hause kommen und umarmt werden würde. Ich weiß genau, dass die Macht und Kraft immer mit mir ist, wenn ich da bin. Natürlich kann sie sich jederzeit gegen mich wenden, aber das geht dann von mir aus. Dann gibt es Dissonanzen oder Störprogramme und Zerstörung. Es ist ein ständiges auf Kurs-Bleiben-Müssen dafür notwendig. Das ist ein gerader Weg, der teilweise nicht so viel Spielraum zulässt. Also klar, wir sind frei. Wir können alles tun. Aber wenn wir wirklich dahin wollen, verlangt es uns sehr viel Klarheit und ein klares Bekenntnis in der Hinsicht ab.

Das Interview für Tattva Viveka führte Ronald Engert.

Unsere Autorin Saskia Baumgart

Über die Autorin

Saskia Baumgart, Sängerin, Gesangslehrerin & Vocal Coach, Gesangs-& Musiktherapeutin. Die gebürtige Berlinerin ist in Gesang, Musiktherapie & Somatic Movement Arts (Tanz, Bewegungs-Kunst & Heilung) sowie in schamanisch-spiritueller Arbeit ausgebildet, u. a. durch diverse Aufenthalte bei indigenen Kulturen (Amazonas, Mongolei, Nord-, Südamerika).

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Den vollständigen Artikel von Saskia Baumgart beschreibt ausführlich den inneren Prozess und auch die Gefahr, in eine Psychose zu gelangen.

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