Die essenzielle Dimension der Seele

Die essenzielle Dimension der Seele

Ein Erfahrungsbericht aus der Diamond-Logos-Praxis

Autor: Dr. Thomas Wachter
Kategorie: Spiritualität allgemein
Ausgabe Nr: 87

Der Autor beschreibt seine Erfahrung in verschiedenen Stufen der spirituellen Entwicklung, die ihn von einer starken Einheitserfahrung über emotionale Heilungsarbeit zu einer Praxis führte, die emotional-feinstoffliche und spirituell-seelische Bereiche verbindet. Ziel der Diamond-Logos-Lehre ist die Verwirklichung des essenziellen Selbst, auch »Point of Light« genannt. Die persönliche Individualität, das Selbst, bleibt neben dem unpersönlichen Urgrund, der Selbstheit, bestehen. Als drittes Selbst wird das Ego angesehen, das wir in den Dienst des essenziellen Selbst stellen können.

Dass wir nicht unser Ego sind und dass Erleuchtung unsere wahre Natur offenbaren würde, ist heute fast ein Allgemeinplatz. Am Ende des Weges geht das falsche persönliche Bewusstsein im wahren unpersönlichen Bewusstsein auf und der Kreis schließt sich, so das Standardmodell der Spiritualität. Viele Jahre war ich selbst von dieser Sichtweise überzeugt, bis mir dämmerte, dass es zwischen dem Ego und dem erwachten Sein ein reales individuelles Selbst, eine Seele, geben könnte, die sich entwickelt, die vom Erwachen nicht berührt wird und die in einer eigenen Dimension beheimatet ist. In den letzten Jahren habe ich eine entsprechende Praxis begonnen, dazu später mehr.

Vom Ego und höheren Sein

Eine Bemerkung vorab: Als Ökologe und Umweltplaner gehört es zu meinem Alltag, meine Schlüsse auf der Grundlage wissenschaftlicher Fakten zu ziehen. Als ich Ende der 1990er-Jahre an der TU Berlin über Wissensmanagement promovierte, waren meine Helden der Physiker Thomas Kuhn, der Biologe Rupert Sheldrake und der Philosoph Ken Wilber. Wilbers Integrale Theorie halte ich für richtungsweisend. Seit den 1980er-Jahren haben mir seine Entwicklungsmodelle oft geholfen, meine spirituellen Erfahrungen einzuordnen.

In den 1980er- und 1990er-Jahren führte mich meine innere Suche zu verschiedenen Lehrerinnen und Lehrern, von Europa bis Asien. Auf den Kanarischen Inseln kam es 1997 zu einer Einheitserfahrung, die mein Leben grundlegend veränderte. Anschließend war für mich offensichtlich, dass es keine Individuen gibt, das Ego oder Selbst bloß eine Ansammlung von Gedanken darstellt und nur das Sein oder die Quelle existiert, als einzig Handelnde/s. »Das Leben lebt sich selbst«, wie mein Lehrer formulierte. Fortan ließ ich mich von den Ereignissen treiben, wartete aber im Stillen darauf, dass sich mein Leben ausgeglichener gestalten würde.

Wie der Autor dennoch wieder zu einem Verständnis von Ego und Individualität kam, lesen Sie im vollständigen Artikel. Diesen können Sie am Ende des Beitrags bestellen!

Der Wendepunkt

Da las ich durch Zufall die Ankündigung, dass in Hamburg ein Seminar zum Inneren Kritiker angeboten werden würde. Rani Willems war mir durchaus bekannt, da sie einige Jahre Satsang gegeben hatte. Nun arbeitete sie als Diamond Logos-Lehrerin. Also meldete ich mich an, erst mal nur zum Einführungsabend – und blieb das ganze Wochenende! Ich war sehr beeindruckt, mit welcher Präzision uns die Seminarleiterin durch die Entstehungsgeschichte des Inneren Kritikers führte und dabei unterschiedliche Methoden der Differenzierung anbot. Gleichzeitig mochte ich ihren Humor und ihre Offenheit. Am Sonntagabend saß ich einige Stunden lang still auf unserem Balkon und betrachtete »einfach nur« die Bäume – das allererste Mal ohne den Druck der verinnerlichten Stimmen meiner Eltern.

Zwei Monate später bot Rani Willems ein weiteres Seminar an. Es ging um Stille und Inneren Frieden. Am Einführungsabend suchte ich mit einer Bekannten den Seminarort im Hamburger Schanzenviertel auf. Ungefähr 15 Personen befanden sich im Raum, viele davon schwarz gekleidet. Rani leitete die Meditation an. Nach einer Zeit in Stille bat sie uns, uns auf die Dunkelheit der Nacht einzustimmen und deren Stille überall wahrzunehmen. Ich entspannte mich und konnte mir bald ein tiefes Schwarz vorstellen, das mich im Raum umgab. Dann sollten wir uns vorstellen, wie sich dieses Schwarz langsam von oben herabsenkt. Ich folgte der Anleitung und wurde zunehmend ruhiger. Die Schwärze, die mich umgeben hatte, drang tatsächlich langsam in meinen Kopf ein und umhüllte wohltuend mein Gehirn. Dies war keine Vorstellung mehr, sondern ein stoffliches Wahrnehmen, Spüren. Mein Körper entspannte sich zunehmend, während die schwarze Substanz weiter nach unten strömte. Nach einer Viertelstunde war die Meditation zu Ende, und wir teilten unsere Erfahrungen in der Runde mit. Anschließend gab es noch eine Zweierübung: Zwei Personen setzten sich jeweils gegenüber und sprachen abwechselnd über ihre Erfahrungen, während der andere still zuhörte. Rani empfahl, bei dieser Selbsterforschung auch die körperlichen Wahrnehmungen und Empfindungen einzubeziehen. Da der physische Körper im Gegensatz zu den Gedanken und Gefühlen immer im Hier und Jetzt verankert ist, bildet er die Bühne für unser Erleben, so erklärte sie.

Mehr über die Diamond-Logos-Lehre und ihren Begründer Faisal Muqaddam erfahren Sie in der vollständigen Version des Artikels. Jetzt unten bestellen!

Die spirituelle Praxis

Beim ersten Seminarwochenende ging es um die weiße Essenz. Diesmal hatten wir uns weiß gekleidet. Ähnlich wie bei der schwarzen Essenz konnte ich bei der Übermittlung erneut eine Substanz in meinem Körper wahrnehmen, die jedoch eine andere Viskosität aufwies. Im Kopfbereich nahm ich helles vibrierendes Licht wahr, das im Oberkörper flüssiger wurde und im Bauch eine erdige Dichte annahm. Es fühlte sich an, als wäre ich von einem Kokon aus weißer Baumwolle umhüllt, der 30 cm über meinen physischen Körper hinausreichte und äußere Einwirkungen abschirmte. Gleichzeitig kam in mir eine große Gelassenheit und Ruhe auf, sodass mich selbst ein Erdbeben nicht hätte erschüttern können. Die weiße Essenz steht – wie uns Floriane Usener (die mit Rani Willems zusammen Gruppen in Hamburg unterrichtet) erklärte – für den wahren, den essenziellen Willen, der im Gegensatz zum Willen des Egos auf Hingabe gründet. Psychologisch ging es um Vaterthemen, denen wir in den Selbsterforschungen zu zweit, neben den Vorträgen der Lehrerinnen und den Übermittlungen der Essenz in Form geführter Meditationen, anhand bestimmter Fragen auf den Grund zu gehen versuchten. Ich war erstaunt, mit welcher Klarheit sich mir plötzlich Einsichten über meine Kindheit offenbarten, die sich in den vielen Jahren der emotionalen Arbeit nicht angedeutet hatten. Nach dem Seminar dauerten der energetisch bereicherte Zustand und die Gelassenheit noch zwei Tage an, um dann einer Unruhe und Anspannung zu weichen. Wie Floriane Usener erläuterte, war dieser Stimmungswandel keineswegs ein Manko, sondern normaler Teil des Prozesses: Nach der Wiederbelebung einer bestimmten Essenz würde auch das »Loch« offengelegt werden, das aufgrund des ursprünglichen Verlustes von Essenz entstanden war. In diesem Zusammenhang würden die schwierigen Themen, Gefühle und Spannungen aus der Zeit des Entstehens an die Oberfläche kommen, um sich nach einer Weile aufzulösen.

Wieder daheim, galt es für mich und die weiteren Mitglieder meiner Gruppe, das Erfahrene zu stabilisieren und sich auf den Prozess einzulassen. Dazu gehörten die tägliche Meditation, mindestens einmal in der Woche Selbsterforschung mit einem festen Partner und bei Bedarf eine Einzelstunde bei einem der Lehrerinnen oder Lehrer. Alle drei Monate stand das Kennenlernen der nächsten Essenz auf dem Plan. Auf diese Weise integrierte ich im ersten Jahr die grundlegenden Essenzen Weiß, Rot, Schwarz, Grün und Gelb, die jeweils mit bestimmten Eigenschaften und Themen verbunden sind. Da es sich für mich um eine bisher unbekannte Dimension der Realität handelte, musste ich umlernen. So wurde für mich persönlich besonders die Übung wichtig, meinen Körper intensiver wahrzunehmen, um die feinen Schwingungen der Essenzen spüren zu können.

Wie der Autor die verschiedenen „Essenzen“ der Diamond-Logos-Lehre und den „Diamantkörper“ erlebte, erfahren Sie in der vollständigen Version des Artikels. Bestellen können Sie am Ende des Artikels!

Drei Arten von Selbst

Hier wird bereits deutlich, dass sich die Diamond-Logos-Lehre nicht nur auf den essenziellen Bereich bezieht, sondern auch auf das Absolute und die materielle Welt. Diese drei Dimensionen durchdringen einander ständig und bilden unsere Realität. Dementsprechend haben wir drei Arten von Selbst: das Ego-Selbst im Umgang mit der materiellen Welt, das essenzielle Selbst (Point of Light), das unser wahres Selbst ausmacht, und eben die Selbstheit, die das Absolute ist. Miteinbezogen sind drei Arten von Bewusstsein (subjektives Alltagsbewusstsein, objektives Bewusstsein/Diamantkörper und reines Gewahrsein) sowie drei Arten von Körpern (materieller Körper/Form, essenzieller Körper/Stupa und »Nicht-Körper« im Sein). So wie ich es verstehe, kann die Verbindung des essenziellen Körpers, des Selbst und des Bewusstseins in einer Gestalt als Seele bezeichnet werden. Sie ist in der Lage, die beiden anderen Dimensionen auszugleichen. In diesem Zusammenspiel offenbart sich das »magische holistische Königreich«, in dem wir leben. In dem YouTube-Interview »The Holistic Threefold Kingdom« führt Faisal Muqaddam diese komplexen Zusammenhänge aus. Ich empfehle diese originären Quellen über die Diamond-Logos-Lehre, weil es sich hier um meine persönliche Sichtweise handelt, die ich in zweieinhalb Jahren Praxis gewonnen habe.

Insofern überblicke ich dieses Gesamtbild natürlich erst ansatzweise und werde mich noch eine Weile gedulden müssen, bis ich schwerpunktmäßig in der essenziellen Dimension verankert bin. Ich stelle mir gerne vor, dass ich gerade dabei bin, das Haus meiner Seele zu bauen. Zuerst das Fundament und die Grundmauern, als Nächstes die Ver- und Entsorgungsleitungen, dann die Kommunikationsinfrastruktur, und wenn schließlich das Dach gedeckt ist, kann ich aus dem klapprigen Wohnwagen des Egos in das geräumige Haus der Seele einziehen.

Auf meinem spirituellen Weg bietet die Diamond-Logos-Lehre mir die bisher beste Grundlage, um meine Erfahrungen einzuordnen und mich zu orientieren. Dabei ist es für mich wichtig, mich immer daran zu erinnern, dass diese drei Dimensionen von Körper, Selbst und Bewusstsein »nur« Konzepte und Landkarten sind. In der Realität gehen diese Qualitäten ineinander über und bilden eine lebendige Gestalt, die für jeden Menschen anders aussieht und einzigartig ist.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über die Diamond-Logos-Lehre und wie der Autor sie kennenlernte.

Lesen Sie die vollständige Fassung in Tattva Viveka 87 oder downloaden Sie diesen Artikel einzeln als ePaper für 2,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 6 Seiten).

Die essenzielle Dimension der Seele

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Dr. Thomas Wachter
Die essenzielle Dimension der Seele
Ein Erfahrungsbericht aus der Diamond-Logos-Praxis

Der Autor beschreibt seine Erfahrung in verschiedenen Stufen der spirituellen Entwicklung, die ihn von einer starken Einheitserfahrung über emotionale Heilungsarbeit zu einer Praxis führte, die emotional-feinstoffliche und spirituell-seelische Bereiche verbindet. Ziel der Diamond-Logos-Lehre ist die Verwirklichung des essenziellen Selbst, auch »Point of Light« genannt. Die persönliche Individualität, das Selbst, bleibt neben dem unpersönlichen Urgrund, der Selbstheit, bestehen. Als drittes Selbst wird das Ego angesehen, das wir in den Dienst des essenziellen Selbst stellen können.
 


 

Artikelnummer: TV087e_04 Kategorie: Schlagwort:

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Über den Autor

Uns er Autor Dr. Thomas Wachter

Dr. Thomas Wachter wurde 1963 in Süddeutschland geboren. Nach dem Studium der Landschaftsökologie promovierte er in Berlin. Heute lebt er mit seiner Frau in Hamburg und arbeitet als Umweltplaner. Ökologie und Spiritualität sind für ihn zwei Seiten derselben Medaille.

www.thomas-wachter.de

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