Echter Wohlstand

Echter Wohlstand

Wie ein gutes Leben für alle gelingen kann

Autor: Vivian Dittmar
Kategorie: Soziologie
Ausgabe Nr: 89

Was ist echter Wohlstand? Beschränkt sich dieser auf materielle Besitztümer, die aktuell insbe-sondere in den westlichen Industrienationen unseren Heimatplaneten und seine Ökosysteme in den Ruin treiben? Die Bestsellerautorin und Wandelinitiatorin Vivian Dittmar möchte im folgenden Beitrag unser Verständnis von Wohlstand erweitern und uns animieren, durch dieses andere Ver-ständnis und Übungen neue Lebensqualitäten zu entdecken und zu kultivieren.

Bald sind 50 Jahre vergangen, seit der bahnbrechende Bericht an den Club of Rome eine breite Öffentlichkeit erstmals mit der unangenehmen Tatsache konfrontierte, dass unsere Lebensweise nicht zukunftsfähig ist. Ein halbes Jahrhundert, in dem erschreckend wenig passiert ist, um diese Warnung ernst zu nehmen und uns entsprechend anzupassen, trotz der Anstrengungen vieler, diesen Wandel einzuleiten. Lange erschien alles so weit weg, so abstrakt und die Verdrängungsmechanismen funktionierten ausgezeichnet. Es war einfach viel bequemer, zu glauben, dass es so schlimm schon nicht werden würde, dass jemand anderes sich darum kümmern würde oder dass es ohnehin schon zu spät sei. Alle drei Strategien verhinderten eine effektive, konstruktive und vor allem frühzeitige Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, denen wir uns heute gegenübersehen.

Doch es gibt noch einen weiteren, häufig übersehenen Faktor, der verhinderte, dass wir den notwendigen Wandel vollzogen: Es war die stillschweigende Annahme, dass die notwendigen Veränderungen nicht nur einen Verzicht auf lieb gewonnene Annehmlichkeiten, sondern vor allem einen Verlust an Lebensqualität bedeuten würden. Wir fürchteten um unseren Wohlstand und übersahen dabei, dass unsere Lebensweise nicht nur fatale Auswirkungen für die Ökosysteme der Erde hat, sondern auch für uns selbst.

Wir leben nicht nur gegen die Natur, die uns umgibt und erhält, wir leben auch gegen unsere eigene Natur.

Vivian Dittmar schlägt eine neue Definition von Wohlstand vor und nimmt die Qualitäten Zeit, Beziehung, Kreativität, Spiritualität und Ökologie in den Blick. Willst du mehr darüber erfahren? Folge dem Link am Ende der Seite und downloade den vollständigen Artikel.

Meine persönliche Geschichte

Mir wurde diese Tatsache sehr früh bewusst, da ich das große Glück hatte, bereits als kleines Mädchen zeitweise in einem traditionellen Dorf auf Bali zu leben.

Dort lernte ich Menschen kennen, die materiell arm waren, jedoch auf eine andere, schwer greifbare Art reich erschienen.

Ich sah es im Leuchten ihrer Augen, in der unbeschwerten Heiterkeit ihres Lachens. Ich spürte es in der Ruhe, mit der sie ihrer täglichen Arbeit nachgingen, und der Gelassenheit, mit der sie ihre Kinder hüteten.

Um es gleich vorwegzunehmen: Es liegt mir fern, die Lebensweise der Menschen oder gar ihre Armut zu idealisieren. Mir ist natürlich bewusst, dass auch die Lebensweise der Balinesen schwierige Seiten hat. Doch sie hat auch Vorteile, die wir leicht übersehen, wenn wir nur die Fehler suchen oder unser Blick an der offensichtlichen materiellen Bescheidenheit hängen bleibt. Wie andere intakte traditionelle Kulturen deckt sie psychologische, soziale und spirituelle Grundbedürfnisse ab, die in unserer Gesellschaft – bei allem materiellen Überfluss – schmerzlich zu kurz kommen.

Zurück in Deutschland überkam mich jedes Mal ein großes Staunen, wie unzufrieden die Gesichter der Menschen aussahen, wie gehetzt sie waren, wie verloren sie wirkten. Mich erschrak die Kälte, die mir in all der Perfektion, Sauberkeit, Hochwertigkeit, Aufgeklärtheit und Absicherung entgegenschlug. Ich begriff nicht, was hier vor sich ging, wurde mir doch stets von allen Seiten suggeriert, wir seien die Reichen und sie die Armen. Warum war ich dann dort so viel glücklicher? Warum erschienen mir die Menschen – bei allen Herausforderungen, über die Runden zu kommen – so viel erfüllter?

Meine Verwirrung steigerte sich noch, als ich im Alter von 13 Jahren, nachdem ich einige Zeit in Deutschland die Schule besucht hatte, mit meiner Mutter in die USA umzog. Aufgrund von einer Verkettung von Umständen landete ich auf einer sehr elitären Privatschule, umgeben von den Sprösslingen der Superreichen. Und das Unglück, das ich hier wahrnahm und selbst erlebte, war noch greifbarer, geradezu unerträglich. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten erschien mir schon damals wie ein Albtraum, und zwar auch für diejenigen, die den amerikanischen Traum für sich verwirklichen konnten.

Folge dem Link am Ende der Seite und erhalte im vollständigen Artikel verschiedene Anregungen, wie du zu mehr (immateriellen) Wohlstand gelangen kannst!

Beziehungswohlstand: Halt finden, Halt geben, verbunden sein

Kurzdefinition Beziehungswohlstand:

  1. Wir haben Menschen, die uns Halt geben und denen wir Halt geben.
  2. Wir leben gesunde Beziehungen, in denen wir einfach wir selbst sein können.

Die Anzahl und Stabilität naher Beziehungen hat in den letzten Jahrzehnten in den reichen Industrienationen beständig abgenommen. Wir vereinzeln und vereinsamen immer mehr, mit verheerenden Folgen für unsere Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt.

Beziehungswohlstand entsteht, wenn wir unseren Verbindungen mit anderen Menschen wieder bewusst eine hohe Priorität einräumen und neue Netzwerke entstehen lassen, die uns wirklich tragen – das gilt im Job genauso wie privat.

Die zunehmende Vereinsamung kommt nicht von ungefähr. Sie wurzelt in einem falschen Ideal, das uns stets Unabhängigkeit und Freiheit maximieren lässt und Abhängigkeit um jeden Preis vermeiden möchte. Erwachsen zu sein, so meinen wir, bedeutet, möglichst unabhängig zu sein. Dabei verkennen wir, dass eine gesunde Abhängigkeit ein natürlicher Teil des Lebens ist. Der Pubertierende strebt nach absoluter Unabhängigkeit und Freiheit. Die wirklich Erwachsene weiß, dass wir als Menschen aufeinander angewiesen sind. Sie nutzt ihre Freiräume, um diese Abhängigkeiten positiv zu gestalten. So entstehen gesunde Beziehungen.

Der Kapitalismus bedient unser pubertierendes Streben nach maximaler Unabhängigkeit ganz ausgezeichnet.

Der Vorteil einer Ware oder Dienstleistung ist, dass ich ohne bleibende Verbindlichkeiten ein Bedürfnis erfüllen kann. Verbindlichkeiten sind jedoch nicht nur lästiges Beiwerk, das wir in Beziehungen nach Möglichkeit vermeiden sollten. Sie sind auch die unsichtbaren Fäden, die Beziehungsnetzwerke zusammenweben. Und diese Beziehungsnetzwerke sind für uns Menschen unverzichtbar. Die Gewissheit zu haben, dass es Menschen gibt, auf die wir uns verlassen können, ist eines unserer tiefsten Bedürfnisse. Sie gibt uns ein Empfinden von Sicherheit, das keine Versicherungen, keine Überwachungssysteme, keine Security, keine Geldsumme uns je vermitteln können.

Wie ein gutes Leben für alle gelingen kann, erfährst du in der Vollversion – folge dazu dem Link am Ende der Seite und lasse dich von Vivian Dittmars Gedanken inspirieren.

Bei jeder der besprochenen Formen von echtem Wohlstand geht es im Kern um eine Rückverbindung, eine re-ligio. Zeitwohlstand bedeutet, sich wieder mit diesem Moment und den natürlichen Zyklen des Lebens zu verbinden. Beziehungswohlstand bedeutet, sich wieder miteinander und mit unserem natürlichen Sein zu verbinden. Kreativitätswohlstand ist die Rückverbindung mit unseren Gaben, unserem ureigenen Ausdruck und unserem Beitrag zu der Gemeinschaft, in der wir leben. Bei spirituellem Wohlstand hingegen geht es um die innere Verbindung mit dem großen Ganzen, bei ökologischem Wohlstand um eine neue Verbindung mit allem, was uns erhält.

Die Neuausrichtung auf echten Wohlstand ist ein Paradigmenwechsel, der in Teilen der Gesellschaft bereits in vollem Gange ist.

Eine wachsende Anzahl von Menschen kehrt klassischen, karriereorientierten Lebensentwürfen den Rücken und verzichtet auf hohe Gehälter und Boni, um sich dem zuzuwenden, was wirklich wichtig ist. Gerade die jüngere Generation legt mehr Wert auf gute Beziehungen, Sinnerfüllung und Lebensqualität als auf Kontostand und Statusgerangel. An die Stelle des altbekannten Schneller-Höher-Weiter tritt ein neues Langsamer-Tiefer-Näher. Und wir erkennen, dass der dringend notwendige ökosoziale Wandel nicht primär Verzicht, sondern eine enorme Bereicherung bedeuten könnte, einen Zugewinn an Lebensqualität, nach dem wir uns alle insgeheim sehnen. Wenn wir uns auf diese fünf Dimensionen von nicht-materiellem Wohlstand ausrichten, wird unser Leben auf eine völlig neue Weise reich: an Zeit, an Beziehungen, an Kreativität, an Kontakt mit dem Mysterium des Lebens und der unbändigen Schönheit der Natur.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahre mehr über die verschiedenen Dimensionen von Wohlstand.

Lies die vollständige Fassung in Tattva Viveka 89 oder downloade diesen Artikel einzeln als ePaper für 2,00 € (Pdf, 9 Seiten).

Echter Wohlstand (PDF)

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Vivian Dittmar
Echter Wohlstand

Die Bestseller Autorin stellt die gängige, westliche Definition von Wohlstand in Frage und schlägt die Erweiterung des (materiellen) Wohlstandbegriffs um weitere fünf Kategorien vor: Zeit, Kreativität, Beziehung, Ökologie und Spiritualität.
 


 

Artikelnummer: TV089e_01 Kategorie: Schlagwörter: ,

Kompletter Artikel im PDF-Format (9 Seiten)

 
 

Vivian Dittmar – Echter Wohlstand

BUCHTIPP!

Vivian Dittmar

Echter Wohlstand
Warum sich die Investition in inneren Reichtum lohnt.
Ein Plädoyer für neue Werte.

Kailash Verlag, 272 Seiten
ISBN 978-3-424-63214-9

Über die Autorin

Unsere Autorin Vivian Dittmar

Vivian Dittmar ist Autorin, Gründerin der Be the Change-Stiftung und Impulsgeberin für kulturellen Wandel. Ihre Kindheit und Jugend auf drei Kontinenten sensibilisierte sie früh für die globalen Herausforderungen unserer Zeit und sind bis heute ihr Antrieb, ganzheitliche Lösungen zu finden. Durch ihre Bücher, Vorträge, Seminare, Onlineangebote und umsetzungsorientierten Projekte engagiert sie sich seit zwei Jahrzehnten für eine holistische Entwicklung von Mensch, Gesellschaft, Wirtschaft und Bewusstsein. Zu ihren Bucherfolgen zählen unter anderem »Echter Wohlstand«, »Gefühle & Emotionen«, »beziehungsweise« und »Das innere Navi«.

www.viviandittmar.net

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