Bewusstsein, Leben und Kohärenz

Bewusstsein, Leben und Kohärenz

Den Verschränkungen des Lebens auf der Spur

Autor: Marcus Schmieke
Kategorie: Bewusstsein
Ausgabe Nr: 96

Lebensprozesse zeichnen sich durch kohärentes Verhalten aus, das heißt maximale Integration bei gleichzeitiger maximaler Differenzierung. Das Bewusstsein ist Ausdruck höchster Integration und entspricht den selbstreferenziellen Lebensprozessen, die sich selbst und ihre Umwelt gleichzeitig reflektieren. Diese Phänomene des Lebens, des Bewusstseins und des Selbstbewusstseins können nur mit Hilfe der Quantenphysik und der Quantenfeldtheorie verstanden werden.

Leben und Bewusstsein

Leben ist durch komplexe molekularbiologische Prozesse charakterisiert, deren Verhalten sich deutlich von dem der sogenannten nicht-lebenden Materie unterscheidet. Hervorzuheben sind hierbei Eigenschaften wie Komplexität und Integration. In keinem uns bekannten Bereich des Universums existieren derart komplexe Prozesse wie im menschlichen Körper, und gleichzeitig bilden diese Prozesse eine Einheit, die das komplexe Verhalten geordnet und zielgerichtet erscheinen lassen. Die komplexesten und am stärksten integrierten biologischen Prozesse findet man im Körper wiederum im zentralen Nervensystem, in dem Milliarden von Neuronen nicht nur das komplexe Verhalten des Organismus steuern, sondern auch das Phänomen des Bewusstseins hervorbringen, das dem äußeren Phänomen des Lebens die innere Qualität der Wahrnehmung und des zielgerichteten Denkens beiseitestellt.

Leben verbindet auf diese Weise seine äußere Ausdrucksform mit dem inneren Erleben, zwei ontologische Bereiche, die schwer zu verbinden sind, ja geradezu eine Kluft erzeugen, die bisher nicht überbrückt werden konnte.

Bewusstsein und Logik

David Chalmers formulierte hieraus das hard problem, nämlich, wie aus der objektiven Ebene des Gehirns und seiner äußeren Prozesse das innere Empfinden des Bewusstseins hervorgehen kann (Chalmers, 1997).

Hierin kommt ein logisches Problem zum Ausdruck, da die klassische zweiwertige Logik nur einen ontologischen Bereich, nämlich das Sein, kennt, dem das Bewusstsein nicht zugerechnet werden kann (Günther, 1976).

Bewusstsein ist kein Sein,

es existiert eben nicht auf der gleichen Ebene, auf der beispielsweise ein Atom oder ein Neuron existiert, sondern es entspricht der Reflexion auf diese äußere, objektive Ebene, bei gleichzeitiger Reflexion auf sich selbst. Nun ist die Reflexion doch gerade diese Beziehung des Subjekts zum Objekt und kann daher auf der Ebene des Objekts nicht verortet werden. Die klassische Logik kennt nur das Objektive und das alle Eigenschaften entbehrende absolute Subjekt, das die objektive Wirklichkeit reflektiert. Das Subjekt ist als Reflexion des Seins dessen Negation und verschwindet daher im Nichts.

Bewusstsein, Leben und Kohärenz

Quantenphysik und Leben

Das Leben und das mit ihm einhergehende Bewusstsein stellt die Naturwissenschaft daher vor ein logisches Problem, das Erwin Schrödinger in seinem 1943 erschienenen Aufsatz »Was ist Leben« treffend charakterisiert (Fröhlich, 1968) (Schrödinger, 1992). In den diesem Buch zugrundeliegenden Vorlesungen weist Schrödinger schon auf einen Lösungsansatz hin, indem die Quantenphysik zur Beschreibung des Lebens mit hinzugezogen wird. Es ist gerade die Quantenphysik, die den Physiker vor ähnliche logische Probleme stellt. Sie unterteilt aus der Sicht der Kopenhagener Interpretation die Wirklichkeit in einen von der Quantenphysik beschriebenen und einen klassischen Bereich, in dem die Gesetze und Logik der klassischen Physik gelten. Zwischen diesen beiden Bereichen verläuft der sogenannte Heisenberg-Schnitt, der das Bobachtete vom Rest des Universums trennt. Die entscheidenden Ereignisse der Physik sind nun die sogenannten Beobachtungen, die quantenphysikalische Zustände in Eigenzustände umwandeln, die klassischen Zuständen entsprechen, in denen das beobachtete System damit konkrete physikalische Eigenschaften wie Ort oder Impuls annimmt. Während Schrödinger in seinen Vorträgen schon zeigte, dass auch die lebendige Welt von Quantenprozessen bestimmt sein könnte, gilt bis zum heutigen Zeitpunkt die Auffassung, dass die lebendige Materie viel zu heiß und ungeordnet sei, um über den Bereich molekularer Wechselwirkungen hinaus wesentlich von der Quantenphysik beherrscht zu sein. Die Brownsche Molekularbewegung würde jede Form der quantenphysikalischen Verschränkung größerer Reichweite zunichtemachen, was als Dekohärenz bezeichnet wird. Kohärenz ist nämlich eine wichtige Eigenschaft von Quantensystemen, die durch bestimmte Phasenbeziehungen interferenzfähig sind.

Dies ist nur der Anfang des Artikels.

Willst du mehr darüber erfahren, was Spiritualität und Transzendenz eigentlich sind? Das erklärt der Autor im vollständigen Artikel, der in Tattva Viveka 96 erschienen ist.

Tattva Viveka 96

Tattva Viveka Nr. 96

Inhalt der Ausgabe

Schwerpunkt: Bewusstsein
Erschienen: September 2023

Prof. Dr. Niko Kohls – Die gesellschaftliche Akzeptanz von Achtsamkeit und Spiritualität. Ein Abbild des Bewusstseinsstandes der gegenwärtigen Gesellschaft • Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Dürr – Das Geistige ist die treibende Kraft. Wie das Bewusstsein die Materie erzeugt • Saskia Baumgart – Von Märchen, Heiligen Büchern & anderen Narrativen. Auf dem Weg zum Bewusstsein des dritten Jahrtausends • Ronald Engert – Wie funktioniert die Wirklichkeit? Die Bedeutung der Quantenphysik für die Philosophie • Marcus Schmieke – Bewusstsein, Leben und Kohärenz. Den Verschränkungen des Lebens auf der Spur • Martin Bertsch – Holistische Bewusstseinsentfaltung • Preethaji – Jenseits des Verstandes das Göttliche erkennen. Der innere Weg als Lösung für die Probleme der Welt • Dr. Heide Göttner-Abendroth – Die Erstentstehung des Patriarchats – einmal oder mehrmals? • Saskia Baumgart – Waters Of Life: Exploring Mythos, Divinity, Beings, and Ecology • Bericht zur Konferenz der Association for the Study of Women and Mythology • Guido Nerger – Die Hermetik als Bindungsglied zwischen Geist und Materie. Ein lebensbejahendes Erkenntnismodell • Dandapani – Konzentration für ein Leben voller Sinn und Freude. Wie wir mit mehr Fokus unsere Ziele erfolgreich erreichen • u.v.m.

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Zum Autor

Unser Autor Marcus Schmieke

Marcus Schmieke, geboren 1966 in Oldenburg, studierte Physik und Philosophie in Hannover und Heidelberg. Er lebte zwölf Jahre als Mönch in einer vedischen Tradition. Auf dieser Grundlage verfasste er mehr als 20 Bücher und entwickelte das TimeWaver System für Informationsfeldmedizin. 1994 Mitgründung der Tattva Viveka.

Webseiten: www.timewaver.de & www.healy.eu

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