Transzendentes Träumen

Transzendentes Träumen

Mystische, spirituelle und religiöse Erfahrungen mit dem »schamanischen Tod« im Traum

Autor: Bartosz Werner
Kategorie: Psychologie
Ausgabe Nr: 83

Durch die Analyse seiner Träume hat Bartosz Werner einen Weg zu seinem Inneren und zuvor verborgenen Ich gefunden und ist mit seiner spirituellen Seite in Verbindung gekommen. Wichtiger Bestandteil davon ist die Methode des ›Pendelns‹, eine initiierbare Bewegung im Kopf, die man mit freiem Willen anstößt und aufrechterhält. Damit fällt es leichter, im Schlaf in die tiefsten Bereiche des Seins fallen zu können.

In der letzten Ausgabe von Tattva Viveka habe ich meine transzendente Traumarbeit vorgestellt, in der mein initiatorischer Tod im Vordergrund steht. Diesen habe ich als Regisseur und Dramaturg aus der populären Heldenreise-Dramaturgie entlehnt und nenne dieses transzendentale Prinzip liebevoll den »schamanischen Tod« im Traum.

Bei dieser Traumarbeit ist es mir mit dem aktiven Sterben meines Traum-Ichs möglich, hinter den Vorhang des eigenen Ich-Konstrukts zu schauen. Indem ich erkenne, dass mein Traum-Ich unsterblich ist, eröffnen sich mir mit dem schamanischen Tod im Traum mystische, spirituelle und heilige Dimensionen im Schlaf, jenseits meiner Vorstellung von Vernunft und Logik. Wie ich im letzten Beitrag schon beschrieben habe, erlebte ich in meinen transzendenten Träumen nicht nur eine mystische Wiedergeburt, sondern begegnete auch regenerierenden und heilsamen Kräften.

Denn indem ich mich mit dem Ich-Tod im Traum immer mehr von der Kontrollfunktion meines »Egos« befreie, lasse ich mich auf die Welt meines Unbewussten ein und somit in die Hände einer tieferen Macht in mir fallen.

Dabei gewinne ich Erkenntnisse auf geistigen Gebieten, die den Naturvölkern und alten, mystischen Meistern längst vertraut waren, und die sie uns in ihren spirituellen Weisheitslehren und Techniken bereits überliefert haben. Durch weitere Beobachtungen stelle ich für mich fest, dass das eigene Traum-Ich in seiner körperlosen und transzendenten Beschaffenheit selber ein »Geistwesen« ist, das durch mich hindurch in der Realität nachwirken kann.

Meiner Schlussfolgerung nach über 300-mal Sterben im Traum ist das vergeistigte Traum-Ich, das sich mit seinem Tod von allen irdischen Anhaftungen, der eigenen Vergangenheit und seiner materiellen Ängste und Wünsche losgelöst hat.

Aktiv und Passiv im Traum

Der eigene Tod im Traum ist auch eine radikale Umkehrung der Bewegungsrichtung, der den inneren Zensor (Logik & Vernunft) auszuschalten vermag. Dies ist möglich, wenn man im Traum seine Reise durch die Träume nach der Aktiv-Passiv-Regel ausrichtet:

Wo wir im Traum aktiv sind, werden wir passiv und wo wir passiv sind, werden wir aktiv.

Beispiel: Wenn ich vor etwas weglaufe (»Passivität«), z. B. einem Drachen, ändere ich meine Bewegungsrichtung um 180 Grad und laufe auf den Drachen zu, um mich meinem Tod hinzugeben. Und wenn ich mir etwas im Traum sehnsüchtig wünsche (»Aktivität«), z. B. von dem Drachen nicht aufgefressen zu werden, mache ich eine Kehrtwende um 180 Grad und lasse es zu. Weil das Traum-Ich unsterblich ist, gibt es keinen Tod. Das Überraschende ist, dass es in diesem aktiven Prozess der Überwindung der eigenen Urängste keine Schmerzen gibt. Man wird sogar für seinen Mut mehr als nur belohnt. Doch erst nach diesem radikalen Prinzip wird durch den schamanischen Tod der anerzogene, innere Zensor vorübergehend ausgeschaltet, der vor uns die mystischen und spirituellen Phänomene und geistigen Demissionen unseres Seins verbirgt.

In dieser Fassung sind Auszüge aus dem Artikel wiedergegeben. Den vollständigen Artikel gibt es im Pdf, das unten bestellt werden kann.

Wo treffen sich Traum und Realität

Das Pendel im Kopf ist nichts Imaginäres, nichts was ich mir vorstellen muss. Es ist eine ganz konkrete, initiierbare Bewegung im Kopf, die man mit freiem Willen anstößt und aufrechterhält.

Es bildet den Sog, damit ich mich im Schlaf in die tiefsten Bereiche meines Seins fallen lassen kann.

Deshalb gilt es, das Pendel im Kopf zum Schwingen zu bringen.

Anleitung:
Die einfachste Methode, das Pendel im Kopf zu finden, ist folgende: Konzentrieren Sie sich zuerst auf den rechten Nasenflügel, um die Konzentration dann auf den anderen Nasenflügel zu verlagern und wieder zurück. Versuchen Sie es einmal: Die Konzentration von einem Nasenflügel auf den anderen verlagern und zurück. Genau um diese spürbare innere Bewegung zwischen den Nasenflügeln handelt es sich. Nun versuchen wir, unser Pendel von einer Gehirnhälfte auf die andere zu verlagern, so als ob wir von einem Ohr zum anderen wechseln / pendeln / gleiten würden, also mit unserer Aufmerksamkeit von einem Ohr zum anderen wechseln. Dabei wählen Sie für sich das Tempo, was Ihnen am angenehmsten erscheint: das Tempo, was Ihnen liegt – nichts erzwingen. Das ist alles.

Haben Sie das Pendel schon gefunden? Es ist wirklich einfach. Genau um diesen simplen Positionswechsel handelt es sich, den wir stets aufs Neue initiieren und aufrechterhalten. So wird im Alltag die Reise nach innen fokussiert.
Manche finden die (fokussierte) Bewegung im Kopf sofort, andere brauchen etwas länger. Das liegt daran, dass dieses Phänomen zu simpel wirkt und wir es vorher nicht beachtet haben.

Wenn Sie mehr über die Methode des Pendelns erfahren möchten, können Sie den vollständigen Artikel als Pdf unten bestellen und herunterladen.

Weil wir im Alltag so oft wie möglich pendeln dürfen, wird sich das Pendel immer häufiger automatisch von selbst einschalten. Das Pendel im Kopf wird wie die eigene Atmung zu einem Selbstläufer. Wenn wir entspannt sind, Auto fahren, warten oder jemandem zuhören, wird sich das Pendel von alleine im Kopf hin- und herbewegen, ohne dass wir das Pendel mit unserem Willen überhaupt initiiert haben. Das Pendel wird nach und nach zu unserem ständigen Begleiter.
Weil das Pendel irgendwann anfängt, von selbst im Kopf zu schwingen, stellen sich die beiden folgenden Fragen: Wer pendelt hier wen? Pendeln wir mit unserem Willen das Pendel oder pendelt das Pendel uns? Das Pendel möchte von selbst weiterpendeln. So, als ob es unseren Impuls aufgenommen hat und weiterschwingen möchte.
Wenn wir mit unserem Willen den Impuls zum Pendeln geben, pendelt der Impuls des Unbewussten zurück.

Jede Bewegung unseres Willens erzeugt eine Gegenbewegung im Unbewussten.

Ein dynamischer Prozess, der Aufbau eines Dialogs beginnt. Unser Anklopfen wird im Schlaf durch die transzendenten Träume erwidert.
Im Schlaf wird das Pendel von selbst anfangen, sich zu bewegen, und sich somit automatisch in unsere Träume der REM-Schlafphase einschalten und uns direkt ins Reich der transzendenten Träume führen. Die Synchronisierung der Gehirnströme mit dem Pendel im Kopf ermöglicht uns, eine spirituelle Entwicklung im Schlaf zu erfahren.

Und das Besondere an dieser Technik ist, dass sie an keine Sinne und den physischen Körper gekoppelt ist. Das heißt: Ein Tauber, ein Blinder, ein Stummer, ein Querschnittsgelähmter (vom Hals ab), ein Ungebildeter, ein Eingesperrter, ein »Ungläubiger« (wie ich z. B.) etc. kann dennoch meditieren, wenn er oder sie sinnlich oder physisch auf keine anderen Meditationstechniken und »heiliges« Wissen zugreifen kann. Darin liegt, meiner Meinung nach, die eigentliche Kraft des Pendels im Kopf.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Lesen Sie die vollständige Fassung in Tattva Viveka 83 oder downloaden Sie diesen Artikel einzeln als ePaper für 2,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 10 Seiten).

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Unser Autor Bartosz Werner

Über den Autor

Bartosz Werner arbeitet als Regisseur, Autor, Dramaturg und Dozent für Regie, Konzeption und Filmdramaturgie an verschiedenen Fachhochschulen und Medienakademien. 2019 erschien sein Sachbuch »Transzendentes Träumen«, wo er den schamanischen Ich-Tod in den Vordergrund seiner Traumarbeit rückt. Dieser Schritt erlaubte es ihm, die Dramaturgie der Träume in ihrer Tiefe zu erforschen, und führte ihn zu spirituellen und mystischen Dimensionen seines Seins, die hinter dem Vorhang seines Ichs verborgen sind.

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