Eine Liebeserklärung an den Wald

Eine Liebeserklärung an den Wald

Wie wir uns wieder mit der Natur verbinden

Autor: Anita Maas
Kategorie: Ökologie
Ausgabe Nr: 80

Oft sind wir von der Natur so weit entfernt, dass uns der Aufenthalt im Wald Angst macht oder unangenehm ist. Die Autorin beschreibt, wie wertvoll eine Zeit im Wald sein kann und wie man diese Zeit am besten gestaltet. Mit zwei praktischen Übungen und einer Gebrauchsanweisung für die richtige Einstellung.

Ich wohne direkt am Waldrand. Um mich herum sind Bäume: eine Kiefer, eine Zeder, eine große Fichte, eine Eiche, Buchen, Eiben und Haseln. Manchmal werde ich in der Frühe von einem vielstimmigen Vogelkonzert geweckt. Sie singen alle miteinander. Manche singen virtuose Melodien, andere geben einen Rhythmus dazu. Zusammen ergibt es eine wunderbare Harmonie. Die Singdrossel hat einen Solo-Part. Ihre Melodie legt sich über den Klangteppich der anderen. Sie lebt hier und ich freue mich jedes Mal, wenn ich sie höre und weiß, dass sie da ist.

Jeden Tag bin ich im Wald. Ich brauche das.

Vor allem, wenn ich lange am Schreibtisch gesessen habe, erdet mich der Wald sehr gut und hilft mir, meine Gedanken zu sortieren. Die Pause im Wald ist für mich die beste Inspirationsquelle.

Zeit im Wald

Der Boden ist weich, meine Schritte werden langsamer. Ich betrete die heiligen Hallen, die von Säulen aus 40 m hohen Buchenstämmen getragen werden. Ein Spaziergang in diesem Teil des Waldes ist für mich wie eine Andacht. Mein Blick gleitet an den langen, glatten Buchenstämmen empor zu dem riesigen, grünen Blätterdach, das sich im Wind bewegt. Zwischendurch strahlt das Blau des Himmels hervor. Ich höre das Rauschen der Blätter, wenn eine leichte Brise die oberen Äste bewegt. Hier unten ist es ganz still. Ich strecke meine Arme empor und wiege mich mit den Bäumen hin und her. Wie klein ich doch bin im Vergleich zu diesen Riesen! Seit mehr als hundert Jahren stehen sie hier an dieser Stelle und können viel über das Leben erzählen. Sie sind die Weisen des Waldes.

Ja, wenn man gute Wurzeln hat, kann der Wind ruhig kommen. Ich bin fest im Boden verwurzelt und gerade dadurch im oberen Teil beweglich und flexibel.

Wenn ich den Baum zum Vorbild nehme, können die Stürme des Lebens kommen, mich durchschütteln und dadurch meine Wurzeln noch besser verankern. Was könnte mir mehr Kraft und Stabilität geben als der Kontakt zu diesen stattlichen Baumwesen?

In dieser Fassung sind Auszüge aus dem Artikel wiedergegeben. Den vollständigen Artikel gibt es im Pdf (5 Seiten), das unten bestellt werden kann..

Das Netzwerk des Lebens

Alles ist mit allem verbunden. Das ist global so, aber das ist auch im Kleinen so. Ich bin aufs Engste mit meinem Umfeld verbunden. Wie und wo ich lebe, beeinflusst mich maßgeblich. Ich stehe in ständiger Wechselwirkung mit meiner Umgebung. Die Einrichtung meiner Wohnung, der Blick aus meinem Fenster, die Menschen in meiner Straße, alles hat einen maßgeblichen Einfluss auf mein Leben und darauf, wie ich mich fühle und was ich mache. Das gesamte Umfeld aber ist normalerweise künstlich erschaffen. Es ist nicht natürlich, es sei denn, ich wohne im Wald. Wenn ich mich wieder mit dem Ursprung verbinden möchte, kann ich einfach raus in die unberührte Natur gehen und mich rebooten. Hätten wir noch natürliche Fressfeinde, würden wir wieder lernen, uns in diesem System sehr vorsichtig zu bewegen. Es würde uns demütig machen und uns die Krone vom Kopf nehmen, die wir uns selbst aufgesetzt haben.

Was wir brauchen, ist ein Ende des trennenden Grabens zwischen uns und der Natur. Wir sägen den Ast ab, der wir sind. Wir müssen aufhören, alles um uns herum außer den Menschen als „Dinge“ zu betrachten.

Der Zusammenbruch des Klimas zeigt uns sehr deutlich, dass die Idee, der Mensch sitze draußen und die Natur sei eine Blackbox, mit der man möglichst effektiv umgehen muss, an der Wirklichkeit vorbeigeht. Im Treibhaus gibt es kein Draußen.

Wir sind Einheimische einer Welt des miteinander geteilten Atems.

Lesen Sie im vollständigen Artikel, aus welchen Gründen eine gesunde Beziehung zur Natur lebenswichtig für die Menschheit ist.

Anleitung zum Eintauchen in die Natur

  1. Geh allein
    Es ist absolut wichtig, dass du dich ganz auf dich und deine Intuition einstellen kannst. Du gehst in deinem Tempo, deinen Weg, suchst dir Stellen zum Verweilen, die dir guttun. Jede Begleitung verhindert, dass du deinen ganz individuellen Weg gehen kannst. Wenn du dich nicht allein traust, suche dir einen Buddy, der sich absolut zurückhält, oder einen erfahrenen Guide.
  2. Gehe ohne Handy
    Nur du und die Natur – keine Störungen durch Nachrichten oder Anrufe. Diese Zeit gehört allein dir. Du brauchst keine Uhrzeit und machst auch keine Fotos. Die Versuchung ist groß, wenn du das Handy bei dir hast, doch irgendwann darauf zu schauen. Wenn du es zur Sicherheit dabeihaben möchtest, dann im Flugmodus und tief eingepackt in deinem Rucksack.
  3. Gehe ohne Zeitbeschränkung
    Jede Form von Zeitdruck verhindert, dass du dich ganz auf die Natur und den Prozess einlassen kannst. Ein Termin, der dir im Nacken sitzt, engt dich ein. Es geht darum, die Weite in dir zu spüren und zuzulassen. Vielleicht verbringst du zwei Stunden in der Natur, vielleicht werden es aber auch drei oder vier, vielleicht ein ganzer Tag. Aber Achtung: Eine ausgedehnte Wanderung über mehrere Kilometer ist nicht dasselbe wie ein Erlebnistag in der Natur.
  4. Gehe in unberührte Natur
    Eine Fichtenschonung oder ein angelegter Park hat nicht dieselbe Energie wie eine naturbelassene Landschaft. Im Wald sind besonders viele Pflanzen und Tiere aufs Engste miteinander verbunden. Aber du kannst dir auch eine Wiese mit Bachlauf suchen, eine Flussaue oder eine Almwiese. Wichtig ist, dass die Pflanzen und Tiere ungestört sind, ohne dass der Mensch eingreift. Nur dann bauen sie ein natürliches, harmonisches Netz untereinander auf, in das du eintauchen kannst.
  5. Sorge gut für dich
    Nimm dir etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen mit. Denke an warme und ggf. regenfeste Kleidung, damit du auch ohne Bewegung eine Zeit lang an einem Lieblingsplatz verweilen kannst. Eine Sitzunterlage ist je nach Witterung sehr wichtig, besser noch eine Picknickdecke, damit du dich auch mit deinem ganzen Körper auf die Erde legen kannst.
  6. Schalte alle Sinne ein
    Spüren: Wie fühlt sich der Boden unter deinen Füßen an? Streicht der Wind über deine Haut und deine Haare? Fühlst du die Sonnenstrahlen?
    Lauschen: Rauscht der Wind in den Blättern? Knackt es im Gehölz? Singt ein Vogel?
    Riechen: Riecht es nach Tannen, nach Moos, nach Blüten, nach feuchter Erde, frischem Grün?
    Beobachten: Wo bewegt der Wind ein Blatt? Wie ist das Lichtspiel der Sonnenstrahlen durch das Blätterdach? Was spiegelt sich in der Pfütze? Welche Wolkenbilder erscheinen am Himmel? Woran bleibt dein Blick hängen? Was entdeckst du? Welche Tiere begegnen dir?

Die Autorin Anita Maas

Über die Autorin

Anita Maas ist Apothekerin und Pflanzenheilkundige. In ihrer Ausbildung in schamanischer Heilarbeit hat sie tiefe Einblicke in die Entstehung von Krankheit und Gesundheit erlangt und den Zugang zur beseelten Natur vertieft. Sie bietet schamanisches Einzelcoaching in der Natur an und ist Herausgeberin der maaS Themenmagazine mit Impulsen für ein erfülltes Leben.

www.maas-mag.de/naturcoaching

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

Erfahren Sie mehr über die Erlebnisse der Autorin im Wald, die ihre Seele nähren, und wie der Wald auch zu ihrem Seelenverbündeten werden kann.

Lesen Sie die vollständige Fassung in Tattva Viveka 80 oder downloaden Sie diesen Artikel einzeln als ePaper für 1,00 € als ePaper erhältlich (Pdf, 5 Seiten).

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