Ein neuer Farbton schwingt sich auf den Regenbogen

Ein neuer Farbton schwingt sich auf den Regenbogen

Autor: Christa Zettel
Kategorie: Schamanismus
Ausgabe Nr: 82

Afrika gilt als die Wiege der Menschheit, sowohl evolutionär als auch kulturell. Auf der anderen Seite hat kein Kontinent unter so viel Ausbeutung, Gewalt und Unterdrückung gelitten. Es ist an der Zeit, sich dem kulturellen und spirituellen Erbe Afrikas zuzuwenden, um die Geschichte der Menschheit auf einer anderen Ebene zu begreifen und diese frühzeitliche, mythische Weisheit zu integrieren, um als Menschen und Gemeinschaft zu wachsen.

Sollten wir als Einzelne keine neuen Wege der Völkerverständigung finden, Wege, die tief in Herz und Seele einschneiden und sie verwandeln, werden sich sowohl die Stammeskulturen als auch die westliche Zivilisation zunehmend auflösen. Wir werden mit Schrecken bemerken, dass all die Wunder der Technik, all die vielen philosophischen »Ismen« und alle Planungen globaler Institutionen gegen diesen Trend machtlos sind.

Die Begegnung mit Afrika veränderte das Leben aller Europäer, die sich durch persönliches Erleben, ohne Vorurteile und die damit verbundene tief liegende Angst, auf die Begegnung mit Afrikas »Geistwelt« einließen. Voraussetzung dafür sind die richtige Zeit, der richtige Ort und die richtige Einstimmung auf den Rhythmus dieses Mutterkontinentes, der die für die Entwicklung von Bewusstsein notwendige Theorienbildung übernahm, die wesentlich auf die Symbolbildung ausgerichtet war.

Ende des 19. Jahrhunderts teilten sechs europäische Staaten und deren Herrscherhäuser sowie ein Individuum (Cecil Rhodes) binnen weniger Jahrzehnte den gesamten Kontinent untereinander auf und machten dessen »wilde« Völkerschaften zu rechtlosen Untertanen. Ein derartiges Trauma eines ganzen Kontinentes, dessen soziale und wirtschaftliche Ordnungen zerstört wurden und dessen Religion man beinahe zu Tode missionierte, hätte jeden anderen Kontinent seiner Seele beraubt, nicht jedoch Afrika.

Der Körper mag verfallen wie ein Hügel aus Steinen. Aber der Geist lebt immer und ewig (Nord-Sotho).

Nichts ist magischer als die Stimme afrikanischer »Geschichtenerzähler«, über deren Gesicht der Flammenschein tanzt, während sie uralte, über Jahrtausende tradierte Worte formulieren: INDABA, »Kommt zusammen und hört zu«!

Afrika - Ein neuer Farbton schwingt sich auf den Regenbogen

Die Entstehungsgeschichte des ersten Xylophons

Als Malinge, ein Junge der Wakambi, in dem von Marimba, der Göttin der Musik und der Tänze, regierten »friedlichen Land im Süden«, eine Falle erfindet, die zum grausamen Tod eines trächtigen Steinbockweibchens führt, erinnert Marimba den jugendlichen Erfinder an die »sieben heiligen Gesetze« der Wakimbi. Malinge tötete nicht aus Hunger, was den Menschen erlaubt ist, sondern aus »Lust am Erfinden«. Dadurch verletzte er ein an den Untergang der ersten Rasse-die-starb erinnerndes Tabu, das besagte, der Mensch dürfe nicht mehr erfinden, als er zum Überleben braucht.

Marimba verlangt, der Junge solle dem jungen Steinbock das Leben zurückgeben, was natürlich nicht gelingt.

Der Mensch kann Leben nehmen, aber damit endet seine »Göttlichkeit«.

Leben zu geben, das genommen wurde, ist ihm unmöglich. Um das Gleichgewicht wiederherzustellen, muss Malinge selbst sterben. Marimba aber nimmt die tödliche Falle, verändert einiges hier und fügt dort anderes hinzu, und aus dem todbringenden Gerät entsteht das erste Xylophon, das man noch heute Marimba nennt.

Wenn Sie mehr über die Malinge und die Wakami erfahren möchten, können Sie den vollständigen Artikel als Pdf unten bestellen und herunterladen.

Warnung von Karen Blixen (Film Jenseits von Afrika)

Karen Blixen, die ihr Herz »Jenseits von Afrika« verlor, warnte, dass wir, wenn wir lange genug damit fortfahren, den Afrikaner (mit unserer Art zu leben) zu blenden und blind zu machen, letzten Endes in ihm den Wunsch nach Dunkelheit erwecken mögen, der ihn in die Abgründe seiner eigenen unbekannten Höhen und seiner eigenen unbekannten Seele treiben mag. Das ist heute vorwiegend nördlich des Äquators der Fall, wo die kulturelle und spirituelle Entwurzelung bereits grausige Blüten treibt.

»Der Afrikaner leidet, kämpft, rebelliert, sucht neue Wege, aber er hat keine Neurose.«

Psychische Kräfte gegen die Menschen und die Natur zu wenden, gilt in Schwarzafrika als das größte aller Verbrechen,

was auch für das geschriebene und besonders für das gesprochene Wort gilt, weshalb der Afrikaner lieber zuhört, als schwätzt. Was auf den gefürchteten Schwarzmagier der Mythen zutrifft, trifft ebenso auf den Gebrauch eines machtvollen Intellekts zu, der ausschließlich intellektuelle Logik und die analytische, kausalistische Einstellung des Gemüts hervorhebt. Ob bewusst oder unbewusst: »Wer Blut an den Händen hat, kann nicht weit laufen.« (Nord-Sotho)

Viel mehr über die Seele Afrikas gibt im vollständigen Artikel zu lesen. Gibt es als Pdf, das unten bestellt werden kann 😉

Die den Europäer überraschende Übereinstimmung zur afrikanischen Denkungsart liegt in Afrikas Ursymbolik begründet. Und weil jede Sprache das Endergebnis eines Symbolisierungsprozesses ist, geben die Bantusprachen Schwarzafrikas Aufschluss über die ihrer Entstehungsgeschichte zugrunde liegende Seinsphilosophie.

Das heute verpönte Wort Bantu bedeutet »Die Menschen«. Der wesentliche Unterschied zu indoeuropäischen Sprachen ist, dass Hauptwörter nicht durch ein grammatikalisches Geschlecht in männlich, weiblich und sächlich geteilt sind, sondern sich nach Artformen in vier »Kategorien des Seins« gliedern: 1. Munto: Mensch; 2: Kintu: Ding; 3: Hantu: Ort und Zeit, 4. Kunto: Modalität.

Afrika - Ein neuer Farbton schwingt sich auf den Regenbogen

Was trotz der verwirrenden Vielfalt afrikanischer Stammessprachen allen gemeinsam ist, ist die jeglicher Erscheinungs- oder Artform eingeschriebene Wortwurzel N’tu, nicht die Wirkung des Seins, das Seiende (unsere Vorstellung von Sein), sondern das transzendente SEIN selbst (eigentlich das Nichtsein wie bei Fu Hsi die Null am Anfang). Dass N‘tu niemals alleine vorkommt, obwohl es in allen Erscheinungsarten, inklusive Zeit und Raum und der Art und Weise des Seins oder Denkens (Modalität), innewohnt, hat den Vorteil, dass es nicht angebetet werden kann. Dadurch legen Bantusprachen ein eindrucksvolles Zeugnis ab

»von einer der stärksten transzendenten Frühkulturen der Erde: hier ist Transzendenz, der Umgang mit der anderen Welt, keine Phrase, sondern noch Realität«.

Als sich der Schatten des »Allesverschlingers« über die Welt zu legen beginnt, erkennt Dxuie, der Prototyp des Lebens der Khoi-San, dass sich etwas in ihm falsch entwickelte. Er bringt sich selbst als Opfer dar. Als Konsequenz des selbst verschuldeten Untergangs der Rasse, die starb, entscheiden sich die Menschen für ein Leben im Einklang mit den Rhythmen von Natur und Kosmos.

Im Menschen wohnt nicht nur ein potenzieller Zerstörer, sondern auch ein potenzieller Schöpfer, ein »großer Munto«, ein Mensch in seiner Gesamtheit, der aufgehört hat, Gegensätze als Widersprüche zu erfahren, denn das erzeugt die zerstörerische Kraft.

Nommo, die »Zauberkraft des Wortes«, das Leben selbst, ist fähig, sich in jene Kraft zu verwandeln, die neues leibliches und geistiges Leben schenkt.

Dies sind Ausschnitte aus dem Artikel.

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Die Autorin Christa Zettel

Über die Autorin

Christa Zettel, geb. in Wien, ist Journalistin und Autorin. Seit einem mehrjährigen Aufenthalt in Südafrika widmete sie sich der Mythenforschung. In ihren Büchern macht sie auf die große Bedeutung der Mythen für unsere heutige Zeit aufmerksam: www.christazettel.com

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