Tattva Viveka Magazin
 

Tattva Viveka 93

Tattva Viveka 93

Schwerpunkt: Das Spirituelle in der Kunst

Die Artikel der Ausgabe:

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Kreative und Freunde von Kunst und Poesie,

der Ursprung der Kunst liegt im Sakralen. Ursprünglich wurden Bilder, Ikonen, Statuen geschaffen, um die jeweilige Gottheit der entsprechenden Religion zu verehren. So finden wir in vielen religiösen Traditionen Statuen auf den Altären, in den Tempeln. Daneben gibt es Kulturen mit einem Bilderverbot. Hier soll die Gottheit nicht bildhaft dargestellt werden, weil es der Heiligkeit und Erhabenheit der Gottheit nicht gerecht wird. Kunst gibt es dennoch. So finden wir im Islam zwar kein Bild von Gott, aber wunderschöne Kalligraphien seines Namens und generell eine hochentwickelte Ornamentik, um Gott zu preisen. Andere Kulturen, wie die indische, brachten eine Vielzahl von bildhaften Darstellungen ihrer Götter hervor. Dort gilt der Murti, die Bildgestalt Gottes, als nicht verschieden von Gott selbst.

Mit der Säkularisation unserer Kultur in der Aufklärung änderte sich die Bedeutung des Kunstwerks. Statt eines Kultwertes haben die Kunstwerke nun einen Ausstellungswert. Es geht darum, die individuelle Leistung von SpezialistInnen hervorzuheben. Man kauft sich Kunstwerke, um sein Heim damit zu verschönern. Die herausragendsten Stücke werden in Museen und Galerien ausgestellt und gewinnbringend vermarktet. Mittlerweile dienen Kunstwerke oft als Kapitalanlage. Die inhaltliche Aussage tritt zurück.

Gleichwohl gibt es auch Kunst, die sich gegen das Establishment stellt und nach Befreiung strebt. Dies ist das revolutionäre Potenzial der Kunst. Die Hauptaufgabe dieser Art von Kunst besteht darin, den Menschen einen neuen Blick zu geben, sie etwas sehen zu lassen, was sie noch nie gesehen haben. Das soll festgefahrene und reaktionäre Wahrnehmungs- und Denkgewohnheiten aufbrechen. Solche Kunst will schockieren, aufrütteln, disruptiv sein. Sie entzieht sich den ästhetischen Allgemeinplätzen und wirkt bisweilen befremdend.

Um die Kunst zu verstehen, mag es sinnvoll sein, die Künstler selbst zu befragen. Wassili Kandinsky ist einer der berühmtesten Künstler der Neuzeit und der Mitbegründer der abstrakten Kunst. Es ist erstaunlich, wie eng sein Verständnis von Kunst mit Spiritualität und Mystik verbunden ist und wie sehr ihn, bei Aufhebung der organischen Formen im Abstrakten, doch der Inhalt und die Frage, wie er die Seele des Betrachters erreichen könne, umtrieb. Gerade mit der abstrakten Kunst scheinen wir hier dem Wesentlichen näher zu kommen, den Empfindungen und Gefühlen der Seele, der Erkenntnis unserer selbst als Menschen und der Wirklichkeit unseres Bewusstseins.

Die Kunst ist sehr vielfältig. Poesie, Tanz, Musik, Kontemplation, Ausdruck, Harmonie, Schock – alles Aspekte, die Kunst umfasst. Lassen Sie sich heute mit der Tattva Viveka auf einige Streiflichter ein, um diesem mystischen Phänomen auf die Spur zu kommen.

Portrait von Ronald Engert

Ich wünsche nun viel Erkenntnis und ästhetischen Genuss

Ronald Engert

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Tattva Viveka Nr. 93

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Schwerpunkt: Kunst und Spiritualität
Erschienen: Dezember 2022

Ronald Engert – Die Existenz ist anderswo. Der mystische Kern der Kunst • Cambra Skadé – Kunst als magischer Akt. Die Verbindung von Kunst, Magie und Heilen • Mike Kauschke – Werde wach mit allem. Poesie und Mystik im Gespräch mit dem Geheimnis • Dr. Thomas Anton Weis – Teilen als Synthese von Kunst und Spiritualität. Ein Integrationsprozess • Paula Marvelly – Das Leuchtende in der Kunst. Eine Meditation zu Nicolas Roerich • Alice Deubzer – Surrealismus und Magie – verzauberte Moderne. Ein Ausstellungsbericht • Frido Mann – Zwischen Geheimnis und Humanismus. Thomas Manns Verhältnis zur Religion • Alexandra Mann – Weltkloster – Begegnung durch Verbundenheit. Spiritualität als Brücke zwischen den Religionen • Tilmann Haberer – Von Gott und der Welt. Hat das Christentum heute noch Relevanz? • Dr. phil. Thomas Höffgen – Die Verteufelung der Natur. Religiöse Wurzeln unserer ökologischen Krise • Monika Alleweldt – Der Ruf der Erde an uns Menschen. Rückkehr zur Verbundenheit mit unserem blauen Planeten • Walter Benjamin – Die magische Sprache der Kraft. Wirkende Worte • Buchbesprechungen • u.v.m.

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Bildnachweis / Coverdesign: © Sebastian Gräfe / VG Bild-Kunst Bonn, Jen Rentsch / Randfarben

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